Endmontage einer Trompete
Abgesehen von den Konzern-Entscheidungen, für welche Japan zuständig ist, ist Grand Rapids die Zentrale, die sich mit der Werbung, der Marktpolitik und dem Verkauf befasst, soweit dies die Yamaha Musikinstrumente für USA betrifft. 80% der Verkäufe soll sich erfahrungsgemäss auf die Monate Juli bis September konzentrieren, ein Umstand, der notwendigerweise ganz erhebliche Lagerkapazitäten verlangt. Verkauft wird ausschliesslich an Händler; das Werk selbst verfügt über keine eigene Verkaufslizenz. Das dichte Händlernetz ist für die Firmenleitung die Informationsquelle. Die auf diesem Wege erhältlichen Mitteilungen und Anregungen, zusammen mit den Beiträgen aus Musikerkreisen, ergeben laufend ein aktuelles Bild über die Marktsituation und die Wünsche der Kundschaft.
Selbstverständlich ist man in ständigem Kontakt mit den Yamaha Unternehmungen in Japan; zudem werden, wie mir gesagt wurde, die ganzen Anlagen alle paar Jahre von japanischen Technikern überprüft und begutachtet. Über das Yamaha Stammhaus in Japan hat Jean-Pierre Mathez einen ausführlichen Artikel geschrieben, der im BRASS BULLETIN Nr. 40 erschienen ist.
Im Werk von Grand Rapids fiel mir vor allem eine relative Ruhe angenehm auf. Im Gegensatz zu Japan tragen die Arbeiter hier keine Uniformen, nur weisse Handschuhe sind bei vielen zu sehen. In die grosse Halle sind einzelne, wie Würfel wirkende, gut isolierte separate Räume eingebaut. In einem konnte ich das Testen fertiggestellter Instrumente durch einen Musiker beobachten; in andern sah ich, wie in völliger Abgeschiedenheit Top-Instrumente adjustiert werden. Diese weisen, verglichen mit den Studenten-Instrumenten, einen wesentlich höheren Anteil an Handarbeit auf, wie von Hand eingeschliffene Ventile und Züge. Ein gewichtiger Teil der aufzuwendenden Arbeitszeit entfällt, im ganzen gesehen, immer noch auf die Lötarbeiten.
Zur Zeit meines Besuches wurde an einem neuen Ausbildungsprogramm für die Angestellten gearbeitet, nach den Initialen von «Productivity Improvement», «Productivity Index» und «Personal Improvement» abgekürzt «PI-System» genannt. An den Vorteilen, die sich die Firmenleitung davon verspricht, sollen auch die Mitarbeiter teilhaben, was schon das Motto sagt, unter dem das Ganze steht: «Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter genauso wachsen wie wir. Darum suchen wir ihr Wissen zu vermehren. Sie werden dieses auch wieder der Firma zurückgeben.»
Yamaha Musical Products
3050 Breton Road S.E.
P.O. Box 7271
Grand Rapids, Michigan 49510, USA
President: Stan Stitgen
Interview with Tom Williams
Production Manager
Employees: 150
Capacity: up to 70'000 a year (including woodwind)
Sales: only through dealers
Repairs: none