Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

2 Min. Lesezeit

Teil 10 – Ende

Instrumentenbau in USA

E.K. Blessing Co. Inc

Instrumentenbau in USA

Im Mac Donald’s von Elkhart sind in zwei grossen Schaukästen Musikinstrumente ausgestellt, an den Wänden hängen Grossaufnahmen aus den Fabriken der Branche, sozusagen als Visitenkarte von Elkhart. Die dortige Konzentration der zahlreichen Hersteller von Musikinstrumenten ist noch immer charakteristisch für die kleine Stadt.

Unter diesen ist die Firma E.K. Blessing eine der wenigen, die in privatem Besitz geblieben sind. Produziert werden sowohl Blech-, wie Holzblasinstrumente. Unter den ersteren figuriert eine reiche Auswahl von Kornetten, Flügelhörnern, Ventilposaunen, Posaunen und Tuben; auch Mundstücke werden gebaut, und beim Holz konzentriert sich die Produktion auf Piccoli, Flöten und Klarinetten. Die Käuferschaft reicht vom Anfänger bis zum anspruchsvollen Berufsmusiker. Bei den Toplinien-Trompeten z.B. werden nicht weniger als sechs Varianten angeboten, genügend Spielraum also für jede gewünschte Nuance. «Diese Instrumente brauchen keinen Vergleich, auch mit den besten auf dem Markt, zu scheuen. Die musikalischen Eigenschaften sind überragend», erklärte mir Mr. Merle Johnson, der Besitzer der Firma, der mir Gelegenheit gab, bei der Besichtigung der Fabrik den gut geführten Betrieb etwas kennenzulernen. Auf meine zahlreichen Fragen war er eher zurückhaltend und meinte: «Alle Firmen unserer Branche produzieren im Prinzip auf sehr ähnliche Weise; da und dort gelingen einzelne Verbesserungen, und da hat wohl jeder seine kleinen Geheimnisse!» Sehr offen ist die Firma dagegen für ihre Kunden. «Jedem Musiker, der eines unserer Instrumente spielt und ein Problem hat, geben wir jederzeit gerne einen Termin für ein persönliches Gespräch. Selbstverständlich reparieren wir auch unsere Instrumente, sollte einmal ein Malheur passieren!»

Praktisch sämtliche Einzelteile werden im eigenen Betrieb fabriziert und ausgerüstet. Eine Ausnahme macht das Versilbern, mit welchem man die bekannte Spezialfirma Andersen betraut, die ebenfalls Sitz in Elkhart hat.

E.K. Blessing Co. Inc.  Elkhart, Indiana

E.K. Blessing Co. Inc.  Elkhart, Indiana

Die Instrumente der laufenden Produktion werden durch Mr. Johnson jr., Randy, getestet; Neuentwicklungen lässt man zusätzlich durch Berufsmusiker begutachten.

Die etwa 60 Angestellten sind fast alle in der Firma selbst ausgebildet worden.

Wir haben lieber Leute, die von nichts eine Ahnung haben; so können wir sie am besten in unsere Methoden einarbeiten! Wechsel haben wir kaum, schon unserer guten Altersvorsorge wegen.

Zusammenlöten einer Trompete

Zusammenlöten einer Trompete

Mr. Merle Johnson

Mr. Merle Johnson

Letztes Einpassen der Ventile

Letztes Einpassen der Ventile

Der Verkauf geht ausschliesslich über Händler, mit denen man ständig im Austausch von Informationen über den Marktverlauf steht.

Wie mir Mr. Johnson erläuterte, geht die Gründung des Hauses auf Mr. Eno K. Blessing zurück, der in den Dreissigerjahren aus Deutschland in die Staaten übersiedelt war. Er begann mit dem Bau von Ventilen, u.a. für die Firma Conn. Auch die ersten Instrumente von Vincent Bach sollen dem Vernehmen nach aus seiner Werkstatt gekommen sein. Nach Blessings Tod im Jahre 1953 führten die Söhne das Geschäft weiter, wobei sie mit der einige Jahre später eingegangenen Verbindung mit Richard’s Music Co. wenig Erfolg hatten. Im Jahre 1964 wurde das Unternehmen von Mr. Merle Johnson übernommen, der damals bereits seit 10 Jahren Mitarbeiter der Firma gewesen war. Er hat es verstanden, sie inzwischen zur heutigen Blüte zu führen. «Wenn wir immer noch existieren, verdanken wir dies der Qualität unserer Instrumente», meinte er, und auf die Zukunft angesprochen, fügte er bei:

Unsere Produkte möglichst noch weiter vervollkommnen und den Händlern noch mehr Service geben: wenn das klappt, geht der Rest von allein!

E.K. Blessing Co., Inc.
1306 W. Beardsley
Elkhart, Indiana, USA 46514
Interview mit Merle Johnson, Owner
Angestellte: ca. 60
Verkauf: über Händler
Reparaturen: nur eigene Instrumente

Brass Bulletin 56, I / 1986 Seiten 105–107

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1986–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Wie kommt die Digitalisierung voran?

Wir machen Brass Bulletin nach und nach online zugänglich, Artikel für Artikel. Neu digitalisierte Artikel können Sie lesen, sobald sie verfügbar sind – auch wenn die gesamte Ausgabe noch nicht fertig ist.

Unser Digitalisierungsplan zeigt die neuesten Ergänzungen und die voraussichtlichen Verfügbarkeitstermine der kommenden Ausgaben. Diese Schätzungen basieren auf unserem jüngsten Arbeitstempo und können sich ändern.

Brass Bulletin durchsuchen.