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Instrumentenbau in USA
Lawson Horns
Von Stephan Suter
Paul, Bruce, Walter und Duane Lawson
Alles, was bei Walter A. Lawson passiert, ist lang und gründlich vorbereitet, und so ist es 1980 geworden, bis er der Öffentlichkeit sein erstes Horn vorstellen konnte.
Von 1949 bis 1975 war Lawson 2. Hornist am Baltimore Sinfonie-Orchester, kennt also aus der Praxis alles, was mit Hornblasen zu tun hat. Daneben — die damals kurze jährliche Spielzeit des Orchesters erlaubte nicht mehr als eine sehr knappe Entlöhnung — arbeitete er einige Zeit in einem Musikgeschäft in Baltimore, wo er Gelegenheit hatte, das Reparieren von Blechblasinstrumenten zu erlernen. Schon bald begann er Horn-Mundstücke zu drehen. Vor allem aber faszinierte ihn alles, was mit der Weiterentwicklung von Horn-Mundrohren zu tun hat. Im Verlauf seiner jahrelangen Studien untersuchte er die Mundrohre der bekanntesten Hersteller, wie Alexander, Conn, Holton, King, Kruspe, u.a., goss sie mit einer Speziallegierung aus und vermass die resultierenden Kerne aufs genaueste. Den erhaltenen Ergebnissen — je nach Herkunft unterschieden sie sich sehr beträchtlich — folgten Varianten dazu, es entstanden neue Prototypen, und schliesslich kristallisierte sich aus dem Ganzen ein Set von 11 verschiedenen Mundrohren heraus, deren Charakteristiken sich als am erfolgversprechendsten gezeigt hatten. Walter Lawson verteilte diese Prototypen mit vorgedruckten Bewertungstabellen unter bekannten Orchestern und Musikern, mit der Bitte um ihr Urteil. Die erhaltenen Resultate wurden wiederum ausgewertet, und nach und nach entstanden die Grundlagen für die heutigen Lawson-Mundrohre.
Das besondere Interesse von Walter Lawson beschränkt sich aber bei weitem nicht auf die Mundrohre allein. Seit der Gründung der «Lawson Brass Instruments» im Jahre 1956 wird auch jeder andere Teil des Waldhorns systematisch untersucht und dessen Konstruktion neu überdacht. Normale und abschraubbare Becher werden in ihren Wirkungen verglichen, es laufen Versuche über den Einfluss auf die Tonqualität bei Verwendung verschiedener Legierungen und deren Bearbeitung, wie auch Untersuchungen über die Zweckmässigkeit von Lack und Versilberung als Schutzbehandlung des Instruments. «Der Spieler frisst das Material förmlich weg», meinte Walter Lawson, «und besonders bedroht sind dabei das Mundrohr und die Handauflage am Schallstück.» Mit einer Lösung, welche an Aggressivität dem menschlichen Schweiss und Speichel entspricht, hat er sämtliche Legierungen durchgetestet. Am widerstandsfähigsten haben sich dabei Messinglegierungen mit geringem Zinkanteil, sowie Neusilber, erwiesen. «Die kaum feststellbare Klangeinbusse, die das Instrumente durch eine Schutzlackierung erfährt, wird oft überbewertet. Für mich fällt dieser kleine Nachteil überhaupt nicht ins Gewicht. Wie viel mehr hängt da nicht z.B. von einer besseren oder schlechteren Plazierung im Orchester ab, über die kaum gesprochen wird! Auch eine Wasserklappe kann einen Ton etwas beeinflussen, doch auch hier zählt es für einen Solisten mehr, wenn er damit das Instrument während einer kurzen Pause im Vortrag unauffällig entleeren kann.»
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Brass Bulletin 52, IV / 1985 Seiten 15–19
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