Brass Bulletin 39, III / 1982 Seite 4–5 · 1 Min. Lesezeit

Vorwort

Vorwort

Das Instrument eines Blechbläsers, sein Werkzeug, ist ein äusserst wertvoller Gegenstand. Die Qualität seiner Herstellung jedoch hängt von einer Kombination von Umständen ab, die oft auf seltsame Weise dem Zufall überlassen ist.

Ein einzelner Mensch, eine Arbeitsgemeinschaft, ein empfindungsfähiges Ohr, gutes Material, Intelligenz, Geschicklichkeit, ein breites Wissen, Erfindungsgabe, Beharrungsvermögen, kaufmännischer Erfolg, ein stetes Hinhören auf das, was sich in der Welt der Blechbläser tut — all das ist vonnöten, und erst noch in der richtigen Dosierung, wenn gute Instrumente geschaffen werden sollen.

Als ich kürzlich Yamaha besuchte, den japanischen Riesen in der Instrumentenherstellung, musste ich mir darüber Rechenschaft ablegen, dass die Schlacht erbarmungslos ist, die sich die amerikanischen, europäischen und japanischen Unternehmen liefern, und dass sich die Waffen der einen von denen der andern sehr unterscheiden. Vergessen wir nicht, dass es das Endziel dieses Kampfes ist, uns dazu zu bringen, ein bestimmtes Instrument einer bestimmten Marke zu spielen, weil es besser ist, weil es dem Geschmack der Zeit entspricht, weil es den Anforderungen der Künstler entgegenkommt. Ein Instrument, dessen Qualitäten nicht sofort ins Auge — und ins Ohr — springen, wird die Hürde zu den Künstlern auch bei erstklassiger Werbung nie nehmen können.

Brass Bulletin wird sich freuen, seinen Lesern von nun an eine Serie von Artikeln anzubieten, die in der Form von Reportagen einer nach dem andern diese Leute vorstellen, die für uns arbeiten: die Instrumentenmacher und die Handwerker, seien sie gross oder klein.

Den ersten Beitrag zu dieser Serie publizieren wir in der nächsten Nummer (Nr. 40, November 1982) mit einer Beschreibung des Hauses Yamaha, das wir Ihnen gerne vorstellen würden. Diese Wahl beruht ihrerseits auf Zufall. In Nummer 41 (Februar 1983) werden wir Sie zu einem andern Instrumentenmacher einladen.

Yamaha verfolgt ehrgeizige Ziele und versieht sich auch mit den Mitteln, diese zu erreichen. Sie werden die unglaubliche Struktur dieses Unternehmens entdecken, die Willenskraft und Entschlussfreudigkeit seiner Leitung. Yamaha hat sich aufgemacht, die Welt der Bläser zu erobern; dessen können wir gewiss sein.

«Yamaha Musikinstrumente» ist vor lediglich siebzehn Jahren gegründet worden! Sie werden Yoshihiro Kaji kennenlernen, die eindrückliche Persönlichkeit, die der Abteilung der Blasinstrumente vorsteht, sowie einige seiner Mitarbeiter, die es verstanden haben, mit den Besten unter uns in fruchtbaren Kontakt zu treten.

Yoshihiro Kaji, ein eindrücklicher Mann, vielseitiger Ingenieur, Musiker, Dirigent (er dirigiert das Symphonie-Orchester von Hamamatsu), seines Erfolgs sicher, aber dennoch bescheiden und höflich. Der Mann, dessen Vorgehen von allen seinen Konkurrenten genau studiert werden sollte...

Diese Reportagen werden nicht nur dazu dienen, die Musiker zu informieren, sondern gleicherweise die Instrumentenhändler und die andern Instrumentenmacher.

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