Ein Vorarbeiter mit fertig gedrücktem vorderen Becherteil und dem Stahlmodell
Lackieren eines Waldhorns
Schallstück abschleifen
Die Fabrik in Abilene ist ein einstöckiges, langes Gebäude. Im «Machine Product Department» werden die Kleinteile hergestellt, Aussen- und Innenzüge, Zwingen, Stützen, etc., bei Serien von mehr als 1500 Einheiten ausschliesslich auf Vollautomaten. Bei den Mundstücken z.B. muss nachträglich einzig die Stiftbohrung noch geschnitten werden. In der nächsten Abteilung, dem «Fabrication Dept.» werden die konischen Rohre hergestellt und mit Pechfüllung gebogen. Daneben entstehen in grösseren Serien die Roh-Schallstücke, die in mehreren Arbeitsgängen, ausgehend von 2 Messingblechzuschnitten, einer Scheibe und einem stumpfen Kegel, geformt, zusammengeschweisst, ausgeglüht und nachkorrigiert werden. Die im «Assembly Dept.» zusammengebauten Instrumente werden nach dem Polieren, das mir im «Buffing Dept.» gezeigt wurde, in Ultraschall-Bädern gereinigt. Dann werden die Instrumente zerlegt, die Öffnungen sorgfältig verschlossen, bevor die einzelnen Teile einen Finish aus Epoxidlack erhalten. Anschliessend werden sie zwischen Infrarotwänden durchgeführt, wo die aufgespritzte Lackhaut bei einer Temperatur um 150° C. eingebrannt wird. In der letzten Abteilung, dem «Final Assembly Dept.» erfolgt das Wiederzusammensetzen, das Justieren und die Kontrolle der fertiggestellten Instrumente.
Zusammenlöten eines Waldhorns
Die Belegschaft stammt aus der Gegend. Wechsel von einer Abteilung in die andere erfolgen nicht häufig, die meisten bleiben dort, wo sie beim Eintritt in die Firma angelehrt worden sind. Man hat mir freundlicherweise ein Exemplar der Vereinbarung der Firma mit der zuständigen Gewerkschaft überlassen, worin die Beziehungen zwischen dem Unternehmen und der Belegschaft minutiös geregelt sind. Das Abkommen umfasst sämtliche in der Produktion eingesetzten Mitarbeiter, vom Pförtner bis zu den Spezial- und Vorarbeitern, wobei die einzelnen Bestimmungen ohne jede Diskriminierung betreffend Geschlecht, Alter, Rasse, Farbe, Glaube, Abstammung, physische und psychische Behinderung oder Gewerkschaftszugehörigkeit Anwendung finden sollen.
Drehen einer Kleinserie
Eine Neueinstellung wird fest nach 60 Tagen Probezeit. Normal wird wöchentlich 40 Stunden gearbeitet, von Montag bis Freitag. Die Stundenlöhne, mit Zuschlägen für Schichtarbeit, werden für die einzelnen Arbeitsgänge in Dreijahresperioden im voraus festgelegt und zwar für die Probezeit und daran anschliessend für eine Betriebszugehörigkeit ab 2 bzw. 6 Monaten. Die Gehälter zwischen den einfachsten und den anspruchsvollsten Arbeiten stehen ungefähr im Verhältnis von 1:2. Die Gewerkschaft verzichtet auf Streik, das Unternehmen auf Aussperrung. Bei Entlassungen und in Streitfällen tritt ein genau festgelegtes Schlichtungsverfahren in Funktion. Wichtig ist für jeden Mitarbeiter das eigene Dienstalter im Betrieb, denn im Falle von Personalabbau trifft es zuerst die Zuletzteingetretenen. An Ferien werden in den ersten 2 Dienstjahren 1-2 Wochen, vom 9. Dienstjahr an 3 Wochen gewährt. Dazu kommen 10 bezahlte Feiertage im Jahr; einer davon ist der eigene Geburtstag. Zugunsten ihrer Angestellten finanziert die Fa. Conn eine paritätisch mit der Gewerkschaft verwaltete Pensionskasse, welche im Alter und bei Invalidität eine bescheidene Rente gewährleistet.
Die obigen Angaben stellen die Verhältnisse natürlich in sehr summarischer Form dar. Sie dürften aber doch ein gewisses Bild über die in einer derartigen Unternehmung im Süden der Vereinigten Staaten üblichen Anstellungsbedingungen geben.
C.G. Conn, Ltd.
5520 North First Street, Abilene, Texas 79603
Interview mit: Lyndia Oman, General Manager
Mitarbeiter: 125
Jahresproduktion: 12 - 15’000 Instrumente
Die Firma C.G. Conn, Ltd. gehört zur Mardan Corporation, Elkhart, Indiana in welcher folgende Firmen vereinigt sind:
C.G. Conn, Ltd., Abilene und Nogales
Artley Flutes, Nogales, Arizona
Goshen Case, Goshen, Indiana
Scherl & Roth, Cleveland, Ohio
Continental Music, Atlanta, Georgia und Reno, Nevada
King Music Co., Cleveland, Ohio
W.T. Armstrong, Elkhart, Indiana