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Teil 5
Instrumentenbau in USA
S. W. Lewis Orchestral Horns
Von Stephan Suter
Steven W. Lewis
«Was mich von jeher vor allem interessierte, war Hornspielen. Auch jetzt noch bedrückt es mich richtig,» erklärte mir Steven Lewis, «wenn ich so viel zu tun habe, dass ich das Horn vernachlässigen muss.» Trotzdem ist er heute vor allem Hornbauer.
Seine Werkstatt verfügt über einen ausgezeichneten Maschinenpark. Die Fertigungsmethoden folgen, allerdings sehr ausgefeilt, dem klassischen Vorgehen. Die einzelnen Teile der Instrumente stellt er aus nahtlos gezogenen Rohren her, die er auf seine speziellen Dorne aufzieht. Bemerkenswert ist die verwendete Biegmasse, eine Bleilegierung mit einem sehr tiefen Schmelzpunkt (ca. 70° C.), sodass die Rohre schon mit heissem Wasser ausgeschmolzen werden können. Normalerweise verwendet er eine Standardlegierung (CuZn 30, also 30% Zink und 70% Kupfer) und nur auf speziellen Wunsch ausnahmsweise auch Neusilber oder Goldmessing. «Schon aus der Tradition heraus ist doch Messing das Waldhornmaterial.»
Wie dies Jeffrey Agrell in seinem im BRASS BULLETIN Nr. 49 erschienenen Artikel erwähnt hat, konzentriert Steven Lewis seine Produktion auf wenige Modelle: Neben einfachen B-Hörnern, Natur- und Diskanthörnern baut er vor allem Geyer Doppelhörner mit Dreh- oder Piston-Umschaltventilen. Die Auswahl an Extras beschränkt er auf das Notwendigste, denn er ist der Ansicht, ein Angebot sehr zahlreicher Varianten verwirre eher, als dass es wesentlich zu einem guten Entscheid beitragen könnte. «Gefällt das von mir entwickelte und auf den Kunden sorgfältig abgestimmte Modell, freut es mich — und wenn dies einmal nicht der Fall ist, nun, dann warten wir gegenseitig als Freunde auf eine bessere Gelegenheit.»
Steven Lewis verfügt über eine ausgezeichnete Ausbildung. Er studierte zunächst Horn an der Universität von Nord-Colorado mit dem Hauptfach Vortrag; dann weiter bei Dale Clevenger, dem ersten Hornisten des Chicago Sinfonie-Orchesters, mit dem Ziel, in Chicago als Musiker tätig zu sein. Seine weitere Laufbahn, seine Anstellung bei der Firma Schilke und sein Zusammentreffen mit Jerry Lechniuk, dem hervorragenden ukrainischen Instrumentenbauer und Reparateur, findet sich im bereits erwähnten Artikel von Jeffrey Agrell ausführlich geschildert.
Es existiert heute eine lange Liste von besten Orchestern in der ganzen Welt, wo die bis jetzt von ihm gebauten etwa 120 Hörner gespielt werden. Jedes Jahr kommen 20 - 25 weitere dazu. Für die Restaurierung alter Instrumente und für Reparaturen steht ihm Roland Pinc zur Seite, der 10 Jahre Erfahrung bei der Firma Schilke mitgebracht hat.
Auf meine Frage, worin seiner Meinung nach der Hauptwert der Lewis-Hörner liege, wies er auf die handwerkliche Ausführung hin, auf die er — mit Recht — stolz ist; dann auf die Voraussetzung, selbst ein sehr guter Hornist zu sein, der aus eigener Erfahrung weiss, was man von einem Instrument erwartet, wenn man im Konzertsaal vor dem Publikum steht, und schliesslich komme auch seinen Mensuren und dem Design, beide ganz der Praxis entstammend, Bedeutung zu.
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Brass Bulletin 52, IV / 1985 Seiten 90–94
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