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Mein neu entwickeltes Diskantdoppelhorn

Mein neu entwickeltes Diskantdoppelhorn

Theo Westhof, Hornist der Utrechter Symphoniker (Holland), berichtet über das von ihm entwickelte Diskantdoppelhorn.

Die Auswahl des richtigen Instruments ist sicher das Hauptproblem des Hornisten von heute, werden ihm doch allein von den namhaften Firmen eine verwirrende Anzahl verschiedener Modelle angeboten. Gesucht ist in der Regel ein Instrument, das den folgenden Ansprüchen gerecht wird: leichte und sichere Ansprache in allen Lagen bei ausgeglichener, warmer Tonqualität.

Sucht man nach einem solchen Instrument, so wird man, trotz des grossen Angebots, keines finden, das all diesen Anforderungen entspricht. Es gibt zwar seit vielen Jahren sehr gute Instrumente, und die Perfektion des B♭/F-Doppelhorns schien erreicht. Doch genügt dieser Typ nicht allen Anforderungen des heutigen Hornisten.

Das Diskantdoppelhorn (eventuell auch als Tripelhorn mit tiefer F-Hornseite) wäre — wenigstens für den hohen Hornisten — eigentlich ideal, wenn (wie bei den derzeit angebotenen Modellen) das hohe F-Horn nicht
a) die bekannten Stimmungsprobleme und
b) auf der tiefen Hornseite die verringerte Tonqualität infolge des konstruktionsbedingt kurzen Mundrohres aufweisen würde.

Folglich ist dieses Diskantdoppelhorn nur beschränkt verwendbar, und viele Hornisten greifen wieder auf das klanglich deutlich bessere B♭- oder Doppelhorn zurück, obwohl es in der Höhe etwas unsicher ist.

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Als Orchestermusiker habe ich mich in meiner langjährigen Praxis bei den Utrechter Symphonikern intensiv mit diesen Problemen beschäftigt und glaube nun, nach jahrelangem Experimentieren, zu einer guten Lösung gelangt zu sein:

Das Diskantdoppelhorn ist in seiner Grundkonstruktion so zu verändern, dass das B♭-Horn (beim Tripelhorn B♭- und tiefes F-Horn) unverändert bleibt — also auch mit dem langen, schlanken konischen Mundrohr. Eines der beiden Schaltventile wird unmittelbar hinter der Mundstückaufnahme eingelötet (also nicht mehr im Ventilblock). Von diesem Ventil wird das hohe F-Horn abgeleitet; es mündet erst hinter der Maschine über das zweite Schaltventil in den Korpus ein (siehe Abbildung).

Vorteile:
a) Die Mundrohre sind voneinander unabhängig (beide Hornseiten haben lediglich das Schallstück gemeinsam);
b) jede Hornseite erzeugt das ihrer Mensur entsprechende Klangvolumen;
c) jede Hornseite besitzt einen eigenen Hauptstimmzug, da die Ventilzüge getrennt sind.

Inzwischen habe ich dieses Horn zusammen mit der Firma Finke in Vlotho-Exter gebaut. Dabei war uns das Akustische Institut der P.T.B. in Braunschweig (Dr. Klaus Wogram) mit Anblasvorrichtungen und Computerprogrammen bei der Lösung der Stimmungsprobleme eine grosse Hilfe.

Ich glaube sagen zu dürfen, dass das Instrument nicht nur klanglich, sondern auch konstruktiv (übersichtlich, klar, ohne das sonst übliche Röhrengewirr der Doppelhörner) ein voller Erfolg ist.

Theo Westhof, Helmut Finke
Theo Westhof, Helmut Finke

Brass Bulletin 13, I / 1976 Seiten 52–55

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