Als Orchestermusiker habe ich mich in meiner langjährigen Praxis bei den Utrechter Symphonikern intensiv mit diesen Problemen beschäftigt und glaube nun, nach jahrelangem Experimentieren, zu einer guten Lösung gelangt zu sein:
Das Diskantdoppelhorn ist in seiner Grundkonstruktion so zu verändern, dass das B♭-Horn (beim Tripelhorn B♭- und tiefes F-Horn) unverändert bleibt — also auch mit dem langen, schlanken konischen Mundrohr. Eines der beiden Schaltventile wird unmittelbar hinter der Mundstückaufnahme eingelötet (also nicht mehr im Ventilblock). Von diesem Ventil wird das hohe F-Horn abgeleitet; es mündet erst hinter der Maschine über das zweite Schaltventil in den Korpus ein (siehe Abbildung).
Vorteile:
a) Die Mundrohre sind voneinander unabhängig (beide Hornseiten haben lediglich das Schallstück gemeinsam);
b) jede Hornseite erzeugt das ihrer Mensur entsprechende Klangvolumen;
c) jede Hornseite besitzt einen eigenen Hauptstimmzug, da die Ventilzüge getrennt sind.
Inzwischen habe ich dieses Horn zusammen mit der Firma Finke in Vlotho-Exter gebaut. Dabei war uns das Akustische Institut der P.T.B. in Braunschweig (Dr. Klaus Wogram) mit Anblasvorrichtungen und Computerprogrammen bei der Lösung der Stimmungsprobleme eine grosse Hilfe.
Ich glaube sagen zu dürfen, dass das Instrument nicht nur klanglich, sondern auch konstruktiv (übersichtlich, klar, ohne das sonst übliche Röhrengewirr der Doppelhörner) ein voller Erfolg ist.