Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1974–2026
Gedanken zum Horn
Von Francis Orval
Der Klangcharakter wird zu einem grossen Teil von der Luftsäule bestimmt, von der Atemtechnik, von der Entspannung vor dem Tonansatz, von der Qualität der Lippengewebe, kurz, unendlich viel mehr von der Ganzheit des Bläsers als von der Instrumentenmarke. Ich hörte einen Hornisten mit einem unglaublichen Tonvolumen auf einem eng gebohrten Instrument. Es war ein siebzigjähriger (!) Musiker, dessen Name heute leider den jungen Hornisten nicht mehr geläufig ist: Van Boextael.
Es sind kaum 15 Jahre her, dass die beiden grossen französischen und deutschen Schulen eine Versöhnung angestrebt haben nach der grossen « Tonschlacht », die seit Jahrzehnten dauerte. Endlich haben sie begriffen, dass es vor allem darum geht, das zu nehmen oder beizubehalten, was eben am besten ist:
Die französische Schule: klares Spiel (eine etwas trockene Artikulation), Vibrato (gerechtfertigt, wenn es nicht übertrieben wird), sehr geschmeidiges Legato, eher kleiner und heller Ton, aber oft recht anziehend (entzückend), enge Bohrung.
Die deutsche Schule: weniger klar umrissenes Spiel, fast kein Vibrato, ein etwas erzwungenes Legato, oft nachgedrückte Töne, aber offener und voller Klang, breite Bohrung.
Weiterlesen
Zugang zum vollständigen digitalisierten Brass Bulletin Archiv • CHF 5.– / Monat · jederzeit kündbar