1977 trat ich ins New England Konservatorium ein, wo ich privaten Hornunterricht bekam, in einer stärkeren Jazzabteilung spielen und in städtischer Umgebung leben konnte. Ich studierte bei Peter Gordon und Thomas Newell, welcher mir bei meinem Spiel allgemein sehr behilflich war. Bei Ran Blake, George Russel und Jaki Byand betrieb ich weitere Studien. In Boston wurde ich Leader einer Gruppe. Nach Abschluss meiner Studien zog ich nach New York, wo ich drei Jahre später immer noch lebe.
Als Leader stand ich meistens Gruppen ohne Klavier vor, einfach Horn, Saxophon, Bass und Schlagzeug. Es ist so schwierig für das Horn, sich neben Bass und Schlagzeug zu behaupten, und ohne Klavier bleibt ihm noch etwas mehr Raum. Es ist eine Klangmischung, die ich vorziehe. Das Hauptproblem für einen Jazz-Hornisten ist meiner Meinung nach ein starkes, aber geschmeidiges Gefühl für Swing, um die Steife des Instruments zu überwinden. Als ich beim Saxophonisten Dave Leibman Stunden nahm, sagte er: «Ich weiss nichts über das Horn, aber das ist Ihr Problem, nicht meines; Sie müssen es zum Swingen bringen wie ein Saxophon.» Es ist sehr nützlich, Soli für Tenorsaxophon — Sonny Rollins und John Coltrane — und für Trompete (z.B. Miles und Clifford Brown) umzuschreiben und zu üben. Es ist auch sehr wichtig, Melodiebogen spielen zu lernen, ohne die Noten anzustossen; denn die Steifheit rührt zum Teil davon her, dass man die Noten anstossen muss, wenn sie klar sein sollen. Alle Tonleitern, Modi und Melodiemuster ohne Zungenstoss zu spielen, hilft einem weiter, wie auch das Üben mit dem Metronom dem rhythmischen Gefühl zugute kommt. Falls es jemanden interessieren sollte: die Serie N Conn 8D spiele ich mit einem Lawson FB 114 Mundrohr und einem Giardinelli C12 Mundstück. Gewisse Spieler ziehen ein Triple Horn (z.B. John Clark) oder ein B-hohes F (Peter Gordon) vor.
Mit meiner Gruppe spiele ich ungefähr einmal pro Monat. Sogar nach Erscheinen meiner Schallplatte ist es beinahe unmöglich, für meine Gruppe bezahlte Aufträge zu erhalten, weil wir ziemlich jung und unbekannt sind und in New York City wohnen. Bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage ist die Situation in Studio und Broadway völlig unbeweglich, und neue Musiker haben es deshalb nicht leicht, Arbeit zu finden. Ich konzentriere mich jetzt ganz auf meine eigene Musik und kümmere mich nur noch um den Jazz. Das tägliche Brot verdiene ich mir bei Zabon, indem ich an drei Tagen in der Woche Gipfel backe. Im kommenden Herbst werde ich vermutlich in Amsterdam und Paris spielen. In mancherlei Hinsicht scheint Europa für Jazz-Musiker ein günstigeres Pflaster zu sein. Zudem sollte mein zweites Album über Soul Note bald auf dem Markt sein — eine live Aufnahme mit der gleichen Instrumentation.
Jazz auf dem Waldhorn ist zweifelsohne ein offenes Gebiet. Ich glaube, dass Julius der Forschung und Entwicklung, die soeben begann, die Bahn geebnet hat. Ich werde einfach weiterarbeiten, bis ich ein wirklicher Jazz-Musiker bin; ich werde beweisen, dass das Horn ein zähes Jazz-Instrument ist und werde auf diese Art die Leute mit meiner Musik ansprechen.»