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Serie Jazz und das Horn • Teil 6
Jazz und das Horn
Peter Gordon
Von Jeffrey Agrell
Das Horn kann ein volkstümliches Instrument sein, und als volkstümliches Instrument tönt es gut...
Wie diejenige der meisten Hornisten ist auch Peter Gordons musikalische Ausbildung fest in der klassischen Tradition verwurzelt. Er gehört jedoch zu den wenigen Hornisten, deren Interessen und Talente ihn als Berufshornisten vor allem zum Jazz und zur volkstümlichen Musik führten.
« Ich stamme aus einer musikalischen Familie », sagt er bescheiden. Denn sein Vater ist Violinist in der Detroit Symphony, seine Mutter Opernsängerin und Gesangslehrerin, und einmal spielten 16 seiner Verwandten gleichzeitig in der NBC Symphony. Als vierjähriger Knabe begann er Klavier zu spielen und mit sechs Jahren Violine. Mit vierzehn dachte er daran, dass er in ein paar Jahren eingezogen werden könnte, und er entschloss sich für ein Blasinstrument, um seine Zeit in einer Militärkapelle besser absolvieren zu können.
Von allen Instrumenten gefiel mir das Horn am besten, und es dünkte mich, es sei leicht zu spielen. Aber ich täuschte mich, es war nicht leicht. Als ich das endlich herausfand, war es zu spät...
Schliesslich wurde er dann nicht eingezogen, sondern ging an die Indiana University, um während vier Jahren bei Phillip Farkas Horn zu studieren. Nach dem Diplom wurde er 1. Hornist in der Toledo Symphony (1967-1968) und trat dann der Philadelphia Chamber Symphony bei. Diese wurde kurz danach aufgelöst, und so versuchte er sein Glück in New York. Während ein paar Monaten spielte er für verschiedene Opern- und Ballett-Gesellschaften und fand dann eine Stelle bei der Metropolitan Opera. Nach drei Jahren jedoch
hatte ich eine Offenbarung: wenn ich an der Met bliebe, müsste ich in musikalischer Hinsicht sterben. Es war schrecklich. Die Bedingungen waren furchtbar; die Leute im Orchester hassten Musik. Das war so deprimierend. Wenn ich der Musik treu bleiben wollte, so musste ich die Met verlassen. Das tat ich auch und erntete zunächst «Blut, Schweiss und Tränen». Ich hatte schon verschiedentlich mit kleinen Jazz-Gruppen musiziert: dem Neophonic Orchestra, Brownie’s Revenge, Dancer’s Inferno. Dave Bargeron, den ich von den Studios her kannte, schlug mich als Nachfolger von Tom Malone vor. So meldete ich mich für ein Probespiel bei BS&T. Mein Spiel gefiel ihnen, und wir gingen zusammen drei Monate auf Tournee. Danach trat ich Gil Evans Band und Paul Harrys Band bei und spielte während mehreren Jahren mit ihnen.
Zu dieser Zeit nahm ich auch Studio-Arbeit an, Broadway und hie und da eine Aufgabe in einem Orchester, aber nichts Beständiges. Nachdem ich 1973 die Met verlassen hatte, machte ich während zwei Jahren ausschliesslich volkstümliche Musik. Aber so viele Leute wollten mich für so verschiedene Jobs, dass ich mich zu sehr zerstreute und nicht mehr wusste, was ich wollte. Mir wurde so schwindlig, dass ich das wirklich Wichtige aus den Augen verlor und meinen Weg nicht mehr wusste.
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Brass Bulletin 50, II / 1985 Seiten 31–34
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