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Serie Jazz und das Horn • Teil 7
Jazz und das Horn
John Clark
Von Jeffrey Agrell
John Clark
(Interview von Tom Varner geführt)
Seit 33 Jahren ist der jetzt 40-jährige New Yorker Jazzhornist John Clark Musiker. Seit dreizehn Jahren spielt er hauptsächlich Jazz, und heute wird er als der beste Jazzhornist bezeichnet und als der sicher bekannteste seit Julius Watkins. Er wurde in der Wertung der Downbeat-Kritik 1979, 80 und 81 ausgezeichnet und 82 gewann er die Wertung sogar, ein tolles Resultat für einen Musiker, dessen Instrument von den meisten Leuten nicht einmal als Jazzinstrument angesehen wird.
Clark begann früh zu musizieren. Mit 7 lernte er Klavier, mit 9 Trompete, mit 10 Horn und mit 15 Gitarre. Meist trat er in seinen Teenagerjahren in Schul- und Rockbands als Trompeter oder Gitarrist auf. Während seiner Collegezeit an der Universität Rochester, wo er bei Verne Reynolds Horn studierte, spielte er Horn und Gitarre. Er trat mit vielen Formationen auf, aber sein Interesse für Jazz war erst in den Anfängen.
Nach dem College verbrachte er vier Jahre in der Band der Küstenwache und studierte Horn bei Paul Ingraham von Yale. Dann, nach einem Sommer am Musikfestival in Tanglewood, begann er ein Studium am New England Conservatory in Boston mit dem Ziel, Orchestermusiker zu werden.
Seine Erfahrungen an diesem Institut führten ihn aber zu ganz anderen Zielsetzungen. Trotzdem er recht viel klassisch spielte, war er nun in einer Umgebung, in der er ständig Jazz hören, spielen und studieren konnte. «Wir hatten jede Nacht Jam-Sessions, die ganze Nacht lang. Nach einem Jahr dieser Betätigung entfernte ich mich vom klassischen Spiel und merkte, dass ich vor allem improvisieren wollte.»
Der Unterricht und die Ermutigung durch Gunther Schuller, George Russell, Ran Blake und Jaki Byard bewegten ihn zum Entschluss, Jazzmusiker zu werden.
Wie lernte er, zu improvisieren?
«Neben Georges Theorie (George Russells «Lydian Chromatic Concept») nahm ich Privatstunden bei Jaki. Ich lernte Melodien, hörte viel zu, transkribierte Soli und lernte sie auswendig, lernte Muster in allen Tonarten. Ich übte viel in jenen Tagen. Manchmal verbrachte ich 4, 5, 6 Stunden in einem Übraum, spielte eine Weile Horn, dann Klavier, dann wieder Horn usw. Nie schien mir das Waldhorn ein schwieriges Instrument, so spielte ich einfach. Ich glaube immer noch, dass das meiste, was man auf einer Trompete spielen kann, auch auf einem Horn möglich ist... nur etwas schwieriger.»
Nach seinem Abschluss am Konservatorium arbeitete Clark als freischaffender Musiker im Raum Boston. Aber erst nach seinem Umzug nach New York konnte er sich als Jazzhornist etablieren. Nach kurzer Zeit spielte er in den Bigbands von Gil Evans, Carla Bley und anderen, auch in Leroy Jenkins gemischtem Quintett. Und neben klassischen Geschäften und Broadway-Shows bahnte er sich seinen Weg in die Spitzengruppe jener wenigen Musiker, die alle Studiogeschäfte machen.
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Brass Bulletin 52, IV / 1985 Seiten 61–65
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