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Meir Rimon
Porträt und Gespräch
Von Jeffrey Agrell
Meir Rimon
Der Enthusiasmus, mit dem sich der Stimmführer der Hornisten des Israel Philharmonic Orchestra für Horn und Hornspiel einsetzt, ist unwiderstehlich und ansteckend. Als das Orchester kürzlich in Japan auf Tournee war, traf sich Meir Rimon mit einer Gruppe von japanischen Hornisten. Kurz danach erhielt der Sekretär der Internationalen Horn-Gesellschaft aus Japan zwanzig neue Gesuche um Mitgliedschaft.
Meir Rimon begann seine musikalischen Studien 1952 im Alter von sechs Jahren auf der Violine. 1957 emigrierte seine Familie aus Vilna, Litauen, über Polen nach Israel. Er setzte sein Geigenstudium fort, bis er siebzehn war. Dann standen ihm die drei Jahre obligatorischer Militärdienst bevor. Zufälligerweise war der Dirigent des Jugendorchesters auch der Dirigent der Militärkapelle, und er versprach, ihn aufzunehmen, wenn er ein Blechblasinstrument erlernte.
Ich erstand mir also ein F-Horn, ohne viel davon zu verstehen, und begann bei Horst Salomon, 1. Hornist beim IPO, zu studieren. Nach sechs Monaten trat ich in die Militärkapelle ein. Das Hornspielen fiel mir damals sehr leicht. Und heute ist es sehr schwierig. Nach all den vielen schwarzen Noten in den schwierigen Violin-Konzerten schienen die einfachen Noten sehr leicht. Ich musste auch weniger üben. Auf der Geige muss man ja stundenlang üben, aber beim Horn gibt es eine physische Grenze; man kann gar nicht so viel üben. Und der Klang gefiel mir auch. Er fesselte mich richtig. Mein Lehrer vermittelte mir die Liebe zum Horn. In den Lektionen spielten wir Duette, Trios, Quartette... Hornisten treffen sich gerne.
Nachdem er ganze 3 1/2 Jahre gespielt hatte, bewarb sich Rimon für die Stelle als viertes Horn im Radio-Orchester und erhielt sie. «Das Niveau war tief, seien wir ehrlich». Er wurde bald zum zweiten Horn befördert, verliess Israel aber, als er ein Stipendium der Israel-American Culture Foundation gewann. So begannen seine Studien der Hornstile vieler verschiedener Länder. Sein zweiter Lehrer in Israel war Pierre de Vescovo gewesen; und jetzt konnte er durch das Stipendium bei Alan Civil in England und Jan Bos in Holland studieren.
1969 besuchte ich dann den Wettbewerb von München. Da fand ich heraus, wie sehr ich mit meinem Hornspiel im Rückstand war. Aber ich war ja hier, um zu hören und zu lernen. Unter jenen phantastischen Musikern gewann ich viele gute Freunde: Frøydis, Bob Rouch, Dennis Tilsher, Johannes Ritzkowski.
Daran schloss sich eine Tour durch Skandinavien. In Stockholm traf er Ib Lanzky-Otto, in Copenhagen Ingbert Michelsen.
Meir Rimon & Maestro Zubin Mehta (Okt. 1982) während einer Aufführung von R. Glier in Tel Aviv mit dem Israel Philharmonic Orchestra
1970 bewarben sich zwanzig Hornisten für die Stelle des ausserordentlichen ersten Horn im IPO.
Ich glaube nicht, dass ich technisch am qualifiziertesten war, aber in musikalischer Hinsicht gefiel ich ihnen, und sie sahen Entwicklungsmöglichkeiten in mir. Ich bekam die Stelle... und erkannte, dass ich viel zu lernen hätte.
Meir Rimon war stets der Meinung, dass er über das Horn noch viel lernen musste. Sogar als er schon eine volle Anstellung bei einem grossen Orchester innehatte, verfolgte er noch weitere Studien. 1972 ging er während drei Wochen zu Hermann Baumann in den Unterricht. 1973 besuchte er einen Meisterkurs bei Baumann in Essen, und 1974 als Myron Bloom von Cleveland Israel besuchte, kam er zum ersten Mal in Kontakt mit einer amerikanischen Hornschule.
Die Verbindung mit Bloom ergab die Möglichkeit, 1975 mit dem Marlboro Music Festival zu spielen und Aufnahmen zu machen (und wieder in den Jahren 1977 und 1978). Es ist typisch für Rimon, dass er noch einen zusätzlichen Monat bezog, um mit Mitgliedern der Cleveland und Chicago Symphony Orchestras zu musizieren.
Wenn ich damals ein Alexander B-Horn benützte, war es leichter für mich, mit der Chicago-Gruppe zu spielen. Die Cleveland Spieler benützen Conn 8Ds, und die von Chicago Schmidt-Hörner; das war eher mein Ton.
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Brass Bulletin 46, II / 1984 Seiten 36–41
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