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Blechblasinstrumente aus der Musikstadt Graslitz

Von Graslitz des 18. Jahrhunderts bis ins Nachkriegsbayern entsteht mit Miraphone eine neu aufgebaute Blasinstrumententradition zwischen Exil und Handwerk.
Blechblasinstrumente aus der Musikstadt Graslitz

In Graslitz im Erzgebirge (heute Kraslice, CSSR) gab es schon 1771 drei Trompetenmacher. 1847 waren es 20 Meister, die 40 Gehilfen beschäftigten. Der Grundstein zum musikalischen Niveau der Graslitzer Musikinstrumentenbauer wurde schliesslich 1865 mit der Eröffnung einer Musikschule gelegt. Graslitz hat sich im Laufe einer 300jährigen Entwicklung einen Namen geschaffen, der einen guten Klang hatte bei allen, die im Welthandel mit Musikinstrumenten zu tun hatten. So gingen allein von Graslitz im Jahre 1937 nicht weniger als 98 896 Blechblasinstrumente, 13 772 Holzblasinstrumente und 4553 Saxophone in das Ausland.

In den besten Orchestern der Welt waren und sind Graslitzer Instrumente anzutreffen. Die Gewissenhaftigkeit und alte Erfahrung jedes Herstellers und letzten Endes der Ehrgeiz, nur das Beste zu liefern, machten Graslitz zur weltweit bekannten Musikstadt.

In der Schallstückmacherei einer Graslitzer Blechblasinstrumenten-Fabrik.

In der Schallstückmacherei einer Graslitzer Blechblasinstrumenten-Fabrik.

Der Exodus der Graslitzer Bewohner schuf zwangsläufig neue Ansatzpunkte für die Musikinstrumenten-Industrie. Nach dem Krieg haben sich in Westdeutschland etwa 30 Fachleute aus dem ehemaligen Graslitz, wo sie in verschiedenen Musikinstrumenten-Fabriken beschäftigt waren, zu einer Produktiv-Genossenschaft zusammengeschlossen. Mit einigen wenigen mitgebrachten Werkzeugen und dem festen Willen, die Graslitzer Qualität fortleben zu lassen, gründeten sie 1946 in Waldkraiburg in Oberbayern (BRD) die Produktiv-Genossenschaft der Graslitzer Musikinstrumentenerzeuger e. G. Ihre Erzeugnisse kamen unter der Marke «Miraphone» auf den Markt.

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Brass Bulletin 29, I / 1980 Seiten 41–48

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