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Aimé Barelli
Der Sänger der Trompete
Von Michel Laplace
Aimé Barelli
Aimé Barelli ist und bleibt einer der grössten französischen Stars. Seine Berühmtheit ausserhalb unserer Grenzen entspricht zwar nicht seinem Wert, und, schlimmer noch, eine sinistre «Angelegenheit Borelly» verwirrt namentlich in den USA die Geister.
Aimé Barelli wurde am 1. März 1917 in Loda-de-Lantosque geboren und erhielt ersten Musikunterricht in einer Blasmusik in Nizza («La Jeunesse Niçoise»), deren Dirigent, Herr Simon, ihn in Solfège unterrichtet. Aimé beginnt mit Trommel, dann spielt er Alt-Saxhorn und Posaune, bevor sein Vater ihm eine Trompete schenkt. («Die Trompete, das war, wie wenn ich einen Stern am Himmel hätte leuchten sehen!»¹) Er lernt autodidaktisch Trompete, wenn man von einigen Stunden bei einem gewissen Gauthier absieht. Allein wird er die Luftsäule entdecken, trotzdem er auf diesem Gebiet den Einfluss seines Kollegen, des Posaunisten Guy Paquinet, anerkennt: «Ich habe die Luftsäule durch zuhören gelernt, und weil ich sie erlernen wollte¹.»
Dizzy Gillespie, Sydney Bechet, Aimé Barelli (freundlichst von J. Mauclaire überreicht)
Seinen Beginn im Beruf machte er im Savoy in Nizza. Während seines Militärdienstes in einem Gebirgsjägerregiment kann er jeden Morgen drei Stunden Trompete üben¹. Später flieht er aus der Kriegsgefangenschaft und taucht im Januar 1940 in Paris auf. Arthur Briggs, der schwarze Trompeter, der in jener finsteren Zeit Berufsverbot hat, leiht ihm seine Trompete. Das ermöglicht dem jungen Künstler, neben Raymond Sabarich (mit dem ihn eine gegenseitige Achtung verband) im Orchester von Raymond Legrand als Chorusman zu debütieren.
1940 (und nicht 1938) wurden die Platten bei Pathé vom «Victor-Jazzorchester» aufgenommen, in denen die Trompete von Aimé, voller Feuer, an Louis Armstrong und Harry James erinnert (Tiger Rag, St. Louis Blues…). 1940-41 arbeitet er auch bei Fred Adison und Raymond Wraskoff. Zu jener Zeit nimmt er auch mit dem «Jazz de Paris» von Alix Combelle auf und leitet mit Hubert Rostaing eine Gruppe (Aufnahme vom 22.10.40). 1941 spielt er im «Normandie», immer an der Seite Raymond Sabarichs, im Orchester von Jacques Météhen. Die Gruppe nimmt einige Platten als Begleitorchester der Sängerin Eda Busch auf. Aber 1941 ist vor allem das Jahr von «Verlaine», dieses schöne Lied von Charles Trenet ist das Sprungbrett für einen Chorus von Barelli, der das Publikum fesselt².
Louis Armstrong (1930), wichtigster Einfluss für Barelli: «Er hatte alles: Freude, Gefühl, Herz» (Sammlung M. Laplace)
Orchester Raymond Legrand: erste berühmte Band, die Barelli engagierte (freundlichst von J. Mauclaire überreicht)
Er nimmt im selben Jahr auch mit Maceo Jefferson, André Ekyan im ABC-Jazzclub auf und auch unter seinem Namen. Am 14.10.41 nimmt er ein Stück namens «Lucienne» auf (Swing 132), es handelt sich zweifelsohne um eine Widmung an die geliebte Frau: Lucienne Delyle. Wahrscheinlich ist die delikate gedämpfte Trompete auf den Platten bei Columbia Ende 1943, Anfang 1944, die Delyles Stimme kontrapunktiert, jene von Aimé (mit dem Orchester von Marius Coste).
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Brass Bulletin 50, II / 1985 Seiten 22–29
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