Das Hauptproblem ist natürlich die Organisation. Man muss ein Lokal für alle Veranstaltungen finden, für Übungsräume sorgen, Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten bereitstellen und über einen guten und tatkräftigen Stab von Mitarbeitern verfügen, welcher alle die verrückten Probleme, die auftauchen können, zu lösen versteht. Auch die künstlerische Leitung ist nicht leicht: man muss die richtigen Persönlichkeiten finden und eine vernünftige Mischung aus alt und neu herstellen. Dies gilt auch für die Konzerte. In finanzieller Hinsicht, werden den Dozenten in Nashville gewöhnlich nur ihre Spesen ersetzt. Dies schafft Sympathie bei allen Teilnehmern, und man weiss, dass die Dozenten da sind, weil sie die Teilnahme als persönliches Privileg und als Bereicherung empfinden.
Lob gebührt Tom Everett, dem Koordinator des Seminars, für den grossen Erfolg, aber auch der ausgezeichnete Stab und die engagierten Teilnehmer sollen nicht vergessen werden.
Im Oktober 1984 wurde das erste dänische Seminar in der Nähe von Kopenhagen abgehalten. Es war der Initiative von Carsten Svanberg zu verdanken, dass es stattfinden konnte. Es glich der amerikanischen Veranstaltung, aber in kleinerem Massstab: ein zweitägiges Seminar mit einem kleinen Dozenten-Kollegium. Nichtsdestoweniger war die Qualität dieses Seminars ausserordentlich hoch.
Man muss in Erinnerung rufen, dass diese beiden Seminarien für ein Publikum von Berufsmusikern bestimmt waren. Daher scheint es besser, diese Art Veranstaltung in einer ländlichen Umgebung abzuhalten, wo die Teilnehmer zu 100% für alle Aktivitäten disponibel sind.
Die «Internationale Woche für Posaune und Tuba», welche im Juni in Metz stattfand, war in dieser Hinsicht verschieden. Die ostfranzösische Metropole ist bekannt für ihre musikalischen Aktivitäten. Alle Veranstaltungen wurden in der Stadt abgehalten und waren so dem allgemeinen Publikum zugänglich. Das musikalische Programm war hochinteressant, mehr auf Konzerte ausgerichtet (vielleicht oft sogar zu lang), aber die erwartete Beteiligung konnte nicht realisiert werden. Die Werbung erschien zu spät, und die Leute ausserhalb Frankreichs wussten von solch einer wichtigen Veranstaltung erst kurz vorher.
Auch dieses Seminar war eine ein-Mann-Veranstaltung. Gilles Senon, der Posaunenlehrer in Metz, machte sich die Tatsache zunutze, dass 1985 das «europäische Jahr der Musik» war, und dabei vom Europarat finanzielle Hilfe zur Realisierung eines persönlichen Traumes zur Verfügung stand. Künstlerisch gesehen war das Programm grossartig, und man konnte ein international bekanntes Dozenten-Kollegium begrüssen. Leider waren nicht genug Teilnehmer für so einen grossen Anlass anwesend, das lokale Publikum war nicht enthusiastisch genug, und sogar das Interesse gewisser Dozenten galt überraschenderweise zu sehr finanziellen Belangen... Dies ist umso bedauerlicher, als der menschliche und persönliche Aspekt solcher Seminare ebensowichtig ist wie der musikalische.
Der gemeinsame Nenner aller dieser Seminare war gleichbleibend hohe Qualität und gehaltvolle künstlerische Programme, welche zweifellos allen Teilnehmern zum Gewinn gereichten.