Auszüge 1¹
Die Musikinstrumente sind Geräte, die durch die Kunstfertigkeit des Instrumentenmachers erfunden und gestaltet worden sind, um Töne zu erzeugen, wo die Stimmen ermangeln, oder um die natürliche menschliche Stimme nachzuahmen, oder auch sie zu begleiten und zu verschönern. Es gibt auch Instrumente, die eher lärmig als harmonisch sind, die man für öffentliche Bekanntmachungen verwendet, und andere, die den Truppen bei ihren Märschen und im Kampf Mut einflössen sollen.
Die Musik, die auf dieser Art Maschinen ausgeführt werden soll, heisst Instrumentalmusik.
[…]
2. Die Blasinstrumente, die man mit dem Munde zum sprechen bringt, wie Flöten, Trompeten, Oboen, Fagotte, Serpente usw. oder solche mit Blasbälgen wie Dudelsäcke, sowie die Schalmeien und Luren und die Orgel.
[…]
Wir wollen hier nur bemerken, dass jedes Instrument seinen eigenen Umfang hat, seinen Ausdruck und seinen Charakter, den der Musiker gut kennen muss. Wenn er das Instrument über seinen eigentlichen Umfang hinaus zwingt, macht er es schrill, dumpf oder schreiend.
Musikinstrumente, alte, neuzeitliche, fremde, Blas-, Mundstück-, oder Blatt-Instrumente
Werkzeuge des Blasinstrumentenmachers
Wenn er den Ausdruck nicht kennt, wird er es nicht in den effektvollsten Gelegenheiten einsetzen. Das Studium des Charakters der Instrumente ist ein sehr wichtiger Teil der Ausbildung eines Komponisten, da sie die Stimmen sind, mittels derer er zu unseren Ohren spricht.
Aber es genügt nicht, jedes Instrument einzeln zu kennen, man muss ausserdem auch die Mischung ihrer Klänge erfahren haben — manchmal genügt ein gut gesetzter Hornton, um tiefste Bewegung des Gemütes zu erzielen.
Es gibt keine Erscheinungen in der Natur, keine Gefühle, keine Leidenschaften im Herzen des Menschen, die man nicht mit Instrumenten wiedergeben könnte, aber nicht alle sind gleich geeignet zu derlei Nachahmungen.
Wenn der Klang der kleinen Flöte streckenweise in der Beschreibung eines Sturms auftaucht, wird diese sehr wahrheitsnahe. Die tiefen und unheilschwangeren Töne der Hörner kündigen auf furchterregende Weise das Herannahen der Gespenster und Schatten an, den Ton der Streicher dagegen muss man manchmal aushalten, manchmal bloss zupfen usw.