Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

6 Min. Lesezeit

Wie und warum ich Musiker wurde

Teil 2

Von Edouard Gros

Im Lausanne der 1920er wird aus familiärem Widerstand, Pfadfinderorchester und ersten Gagen für einen jungen Kontrabassisten allmählich ein Beruf.
Wie und warum ich Musiker wurde

Edouard Gros kann auf eine bemerkenswerte Karriere als Kontrabassist und Tubist in der Schweiz zurückblicken (auf letzterem Instrument galt er als ausserordentlicher Meister seines Faches). In BB 50 hatte er von seinen Anfängen berichtet — nun verfolgen wir seinen Eintritt ins Berufsleben.

Man schreibt 1921, ich bin 11 Jahre alt. Aus dem brillanten Primarschüler, der ich gewesen war, wurde plötzlich ein schlechter und aufsässiger Gymnasiast, der den Rektor des Gymnasiums zu folgendem Eintrag ins Zeugnis bewegte: «Fauler und unkonzentrierter Schüler! Wird die Geduld seiner Lehrer überstrapazieren!» Das erregte den väterlichen Zorn, und ohne mich weiter zu fragen schrieb mich mein Vater bei den Pfadfindern ein — sicherlich in der Annahme, mich damit auf den rechten Weg zurückzuführen.

Der geneigte Leser wird sich nun fragen, was die Zugehörigkeit zu einem Pfadfindercorps wohl in Hinblick auf eine Musikerlaufbahn Entscheidendes an sich hat. Nun, so unwahrscheinlich dies klingen mag, dank der Pfadfinderei bin ich Kontrabassist geworden, anstatt Cellist, Pianist oder Beamter — hören Sie, warum.

Der Chef der Pfadfindergruppe organisierte jährlich einen Unterhaltungsabend. Zu diesem Zweck hatte er, neben den üblichen schlechten Theaterstückchen, auch ein Orchester gegründet, das die Pausen und Vorhänge musikalisch überbrücken sollte, und in dem er selbst Klavier spielte. Natürlich fehlte der Kontrabass. Man muss wissen, dass zu jener Zeit auch bescheidene Familien ihre Kinder Klavier, Geige, Cello oder seltener ein anderes Instrument lernen liessen — aber um Gottes Willen nie Kontrabass. Und so klingelte besagter Pfadfinderführer eines Tages, ohne mich weiter zu fragen, an unserer Türe und sagte ohne weitere Einleitung folgendes zu meinem Vater: «Es wäre grossartig, wenn Sie ihrem Sohn einige Stunden auf dem Kontrabass geben könnten. Blos einige wenige Stunden, damit er in unserem Orchester Kontrabass spielen kann.» Wobei er überzeugt war, dass der Kontrabass bloss Bum-Bum zu machen braucht, wie einige ignorante Spassvögel meinen. Mein Vater, der schon ahnte, welchen Weg sein Sprössling einschlagen würde, willigte ein, in der Hoffnung, dass ich schnell genug haben würde die Geschichte damit erledigt wäre. Bald trieb er ein recht kleines Instrument auf, dem man den Stachel abnahm und Hoppla, E, A, D, G, die vier Saiten erklangen. Erste Lage, Fis, H, E, A — so fing alles an, anfangs noch rittlings auf einem Schemel hockend.

Weiterlesen

Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.

Brass Bulletin 51, III / 1985 Seiten 5–13

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1985–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Brass Bulletin durchsuchen.