Viele der Bewerber haben schon eine Stelle, sei es in einem anderen Orchester oder als Lehrer an Musikschulen, aber viele werden dieses Probespiel als ihre vielleicht einzige große Chance sehen. Im Vergleich dazu kann die Aussicht auf Tuba-Weihnachtsfeiern, Quartettjobs in der Pizzeria und hängige Tuba-Symposien kaum Erfüllung bringen. Viele werden, zu ihrer Lehrstelle zurückgekehrt, ihre Liste von Hauptfach-Tubisten in anderem Lichte sehen.
Können wir bei diesem schiefen Verhältnis von Angebot und Nachfrage weiterhin mit gutem Gewissen professionelle Qualitäts-Tubisten ausbilden? Natürlich müssen wir allen fähigen und willigen Schülern Unterricht ermöglichen, aber dazu gehört auch ein realistisches Bild des Arbeitsmarktes und der Chancen für ehrgeizige Tubisten. Wer an einer großen Musikschule unterrichtet oder als Schulleiter eine große Zahl von Berufsschülern mit Hauptfach Tuba zulässt, täte gut daran, sich die Lage nochmals vor Augen zu halten.
Die 94, was sagen wir ihnen? Auf diesem Planeten sind viele Berufe überlaufen. Alle paar Jahre wird es wieder Stellen geben, gelegentlich sogar in einem der großen Orchester. Es gibt verwandte Berufe, die den stellenlosen Tubisten anziehen mögen: Instrumentenbau und -reparatur, Komposition, Dirigieren, verschiedene musikalische Verwaltungsarbeiten und sogar das zunehmend kontroverse Gebiet der Tubapädagogik.
Kopf hoch und viel Glück !