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Die Trompete und das Kornett im Jazz und in der Volksmusik
Die Atemtechnik
Von Michel Laplace
Wir sind der Meinung, dass dies erst der zweite Schritt ist. Damit widersprechen wir zahlreichen Publikationen seit 1945, wo auf die «psychische Fixation» des «tü» diejenige der «Luftsäule» folgt. Nicht nur die «Klassiker» verleiten zu dieser pädagogischen Linie; auch Jazzmen wie Christian Bellest und heute Tony Russo betrachten die Atemtechnik als das grundlegende Prinzip des Trompetenspiels und verbannen alles bisher Besprochene in eine Nebenrolle. Es scheint uns jedoch, dass das richtige Atmen nicht viel nützt, wenn die Kontaktstelle Instrument-Mund aus irgendeinem Grund «verklemmt» ist!! Natürlich tut es jedem von uns gut, wenn er richtig atmet, und niemand bestreitet, dass es beim Trompetenspiel das einzige bekannte Mittel ist, um die Lippen zum Vibrieren zu bringen. Im Grunde handelt es sich nur um einen Streit über den Grad der Wichtigkeit. Schema Nr. 3 zeigt uns den Weg der Luft von der Lunge zu den Bronchien durch die Luftröhre und den Kehlkopf in die Mundhöhle hinein, die zur Verbindung Lippen-Mundstück führt. Diese Schema macht die wichtige Rolle des Kehlkopfs deutlich, welchen René Périnelli und Jean-Jacques Greffin von Marseille dem Reduzierventil einer Gasflasche vergleichen (ihr Buch «Methodologie pour instruments à vent (cuivres)» erscheint demnächst bei EDITIONS BIM). Seit den Artikeln von Dr. Dulac von der Fondation Curie (1954) kennen die Radiologen die Bedeutung des Kehlkopfs für die Einatmung und die Lautbildung sehr gut. Wir zitieren Dr. Dulac: «Der Kehlkopf ist eine Membranröhre mit vielen Muskeln, die von einem osteo-fibro-cartilaginösen Panzer gestützt wird; sie verbindet den Rachen mit der Luftröhre. Seine veränderbare Öffnung trägt zur Regulierung der Atemdurchflussmenge bei. Er enthält einen Phonations-Apparat und einen Deckelmechanismus, der sich während des Schluckaktes verschliesst.» (EMC).
Schema 3
Schema 3bis
Der Phonations-Apparat oder die Glottis besteht aus zwei Stimmbändern. Gemäss Dulac bildet der Kehlkopf beim Einatmen und bei der Lautbildung von vorne gesehen ein «O». Dazu kommt im gleichen tomographischen Plan, der durch die hintere Kommissur und die arytenoiden Bereiche geht, ein «Valsalva»-Aspekt (Schema Nr. 4).
Schema 4
Um 1959 entdeckte Faulkner, dass das Trompetenspiel einem Valsalva-Vorgang gleicht (mit Nebenwirkungen auf den Blutkreislauf, die bei Lead-Trompetern «Synkopen» hervorrufen können). Der Kehlkopf unter den Bedingungen des Trompetenspiels kann während des Valsalva-Vorgangs untersucht werden (in eine Füllhalterkappe blasen, die am andern Ende mit einer Nadel durchbohrt worden ist). Im Vergleich zu den «gewöhnlich Sterblichen» ist bei den Berufstrompetern diese Amplitude grösser; wir haben sie neben dem Aspekt der Lautbildung schematisiert (Schema 3 bis). Der glottische Bereich ist beim Einatmen gross und arbeitet in bezug auf die darunterliegenden Bereiche wie eine Sanduhr (die subglottischen «Schultern» gesenkt). Bei Lautbildung und Valsalva ist der glottische Bereich eng (vor allem bei der Lautbildung), und die sub-glottischen «Schultern» liegen horizontal. Diese Aspekte sind jedoch nicht identisch und sollen dem Parallelismus zwischen Gesang und Trompetenspiel in physiotechnischer Hinsicht einen Riegel schieben. Bei Valsalva ist die Stimmritze eng genug, um dem Luftdruck Widerstand entgegenzusetzen, und die Sinus piriformes werden, wenn sie voll Luft sind, viel weiter ausgespannt als bei der Lautbildung (deshalb scheinen gewisse Trompeter einen geschwollenen Hals zu haben).
Wie atmet man ein?
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Brass Bulletin 46, II / 1984 Seiten 23–30
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