Die Preisträger
Gabriele Cassone wurde am 6. September 1959 in Udine geboren. Diplome für Trompete (1976) und Komposition (1984). Seit 1976 ist er erster Trompeter des Orchesters «Pomeriggi Musicali» in Mailand und unterrichtet in dieser Stadt Trompete. 1985 erhielt er den ersten Preis für Trompete des Wettbewerbs von Cagliari.
Sein Stil ist elegant, raffiniert und originell, und seine ausserordentliche Technik machen aus ihm einen der interessantesten Repräsentanten der jungen Generation von Solisten.
Gerd Fischer wurde am 25. Oktober 1961 in Bad Elster geboren. Er hat hintereinander bei Albrecht Herrmann (Markneukirchen), an der spezialisierten Musikschule von Halle (1975) und schliesslich an der Musikhochschule F. Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig bei Kurt Ramm studiert. Seit 1985 ist er Solotrompeter und zuständig für hohe Trompete im berühmten Gewandhausorchester in Leipzig.
Mit ausserordentlicher Kraft und Ausdauer begabt ist er ein wirklicher Orchestersolist, der ein Orchester von hundert Musikern führen und überstrahlen kann... Ein ausserordentlicher Musiker.
Michael Mulcahy wurde am 23. Januar 1958 in Sidney (Australien) geboren. Er studierte in seiner Geburtsstadt am New South Wales Conservatory bei Geoffrey Bailey. Gegenwärtig ist er Soloposaunist im Orchester des Westdeutschen Rundfunks in Köln. 1981 erhielt er einen zweiten Preis am internationalen Wettbewerb in München und im selben Jahr einen ersten Preis am Wettbewerb von Vercelli (Italien).
Er besitzt die Leichtigkeit des grossen Solisten! Ton, Phrasierung und Musikalität sind die grossen Trümpfe dieses sympathischen Künstlers, von dem man in den nächsten Jahren sicherlich noch viel hören wird.
Miclós Nagy wurde am 17. Mai 1963 in Budapest geboren. Er studierte bei Adam Friedrich an der Franz Liszt Akademie der ungarischen Hauptstadt seit fünf Jahren. Er hat bereits ein Lehrdiplom (1984) und erhielt am Genfer Wettbewerb 1985 einen dritten Preis.
Noch ein Produkt der berühmten ungarischen Schule. Eine vollendete Virtuosität im Dienste der Musik.
Der Posaunenwettbewerb von Markneukirchen
ROLAND SCHNORHK *
Ein internationaler Wettbewerb ist für jeden Teilnehmer ein wichtiges Ereignis, das Krönung einer langen Arbeit ist und den meisten die Möglichkeit gibt, sich den anderen gegenüber zu situieren und vor allem klar festzustellen, wie weit man selbst ist, wie gut die technische und psychologische Vorbereitung war und wie gut vielleicht auch die musikalischen und instrumentalen Konzepte sind.
Der Wettbewerb von Markneukirchen war für die Posaunisten um so wichtiger, als es der erste Wettbewerb seit drei Jahren war, der letzte hatte 1983 in Toulon stattgefunden. Ausserdem ist er Beginn einer neuen Serie: Prag (87), Genf und München (88).
Der Wettbewerb als Ort der Begegnung vermittelt all diesen jungen Musikern verschiedener Schulen, Kulturen, Sprachen und Mentalitäten bereichernde Erlebnisse dank der Begegnungen und freundschaftlichen Bande, die bei dieser Gelegenheit geknüpft werden. In Markneukirchen, einer kleinen Stadt mit reicher, lebendiger Musikkultur, begünstigen die örtlichen Gegebenheiten besonders die Begegnung. Der Empfang aller Teilnehmer, sowohl durch das Organisationskomitee und die lokalen Behörden als auch durch die Bevölkerung im allgemeinen ist warmherzig, freundschaftlich und aufmerksam.
Der Posaunenwettbewerb
Von 47 eingeschriebenen Kandidaten waren 28 anwesend, sie repräsentierten 13 Länder: 16 aus dem Ostblock, 8 aus dem Westen und je einer aus Australien, aus Brasilien, Kuba und Japan. 14 kamen in die zweite Runde (8 Länder) und 5 in das Finale.
Eine der Besonderheiten des Wettbewerbs von Markneukirchen besteht darin, dass die in jedem Durchgang erzielten Punkte zusammengezählt werden; n.b. hätte das im Reglement erwähnt werden sollen. So werden die Rangordnungen nach dem zweiten Durchgang und nach dem Finale durch Zusammenzählen der zwei bzw. drei Prüfungen ermittelt. Das verlangt von den Kandidaten eine optimale Vorbereitung und ein totales Engagement bei jedem Durchgang. Jene, die gewöhnt sind oder Lust haben, sich aufzusparen, ihre Anstrengung zu dosieren, haben kaum Chancen, in die letzte Runde zu kommen. Immerhin sollte die Finalrunde mit Orchesterbegleitung, zwangsläufig vor einem grösseren Publikum, höher bewertet werden als die erste Runde.
Eine andere Klausel des Reglementes, welche hingegen deutlich erwähnt wurde, war die, das Konzert mit Orchesterbegleitung auswendig zu spielen. Man unterstützt dies umso lieber, als es sich um das Konzert von Albrechtsberger handelte. Man kann sich gut vorstellen, dass dies in jedem Wettbewerb so gehandhabt würde, sei es mit dem Konzert von Wagenseil oder dem von Albrechtsberger, unseren beiden klassischen Konzerten. Allerdings ging nicht alles so leicht für alle, denn einer der fünf Finalisten musst forfait erklären. Aber die Reglemente sind dazu da, angewandt zu werden, sogar wenn sie diskutabel und diskutiert sind. Lassen wir deshalb jedem Wettbewerb seine Besonderheiten und sagen wir uns, dass, wenn es ein perfektes Reglement gäbe, würde es schon seit langem überall angewandt.
In Bezug auf das Programm ist zu berichten, dass in jedem Durchgang ein Pflichtstück (David, Schenker, Albrechtsberger) und ein Selbstwahlstück vorgeschrieben waren:
- Runde: Martin (10x gewählt), Serocki «Sonatine» (9x), Hindemith (7x), Matej «Sonate» (1x), Saint-Saens (1x).
- Runde: Pauer «Trombonetta» (3x), Dutilleux (3x), Milhaud (8x).
- Runde: Serocki «Concerto» (3x), Tomasi (2x), Spisak.
Trotz des allgemein guten Niveaus dieses Wettbewerbs wurde kein erster Preis verliehen. Ein zweiter Preis wurde einstimmig dem Australier Michael Mulcahy verliehen und zwei dritte Preise gingen an Michael Jasko (CSSR) und Andrea Bandini (Italien).
Wie immer gab es auf einige Glückliche viele Enttäuschte. Mögen diese und jene aus dieser mehr oder weniger glücklichen Erfahrung Gewinn ziehen und die guten Momente der Kameraderie und der Freundschaft, die sie in Markneukirchen erlebten, nicht vergessen.