Brass Bulletin 2, I / 1972 (Seite 16–24) · 5 Min. Lesezeit
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Nationale Arbeitstagung für Posaunisten (USA)

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Zwischen dem 31. Mai und dem 4. Juni 1971 ist die erste nationale Arbeitstagung für amerikanische Posaunisten am Peabody College in Nashville, Tennessee, durchgeführt worden. Hundertfünfzig Posaunisten besuchten die Arbeitstagung. Vier der fünf Tage wurden möglich gemacht durch die Peabody Musikschule. Posaunisten, die im Berufsleben stehen oder die das Instrument noch lernen bzw. lehren, kamen aus allen Landesteilen und aus Kanada. Die Fakultät bestand aus hervorragenden Künstler-Pädagogen, die ein breites Spektrum von Wissen, Können und Ideenreichtum vertraten.

Hundertfünfzig Posaunisten besuchten die Arbeitstagung. Vier der fünf Tage wurden Meisterklassen, Sondersitzungen mit jedem Fakultätsmitglied, dem Ensemblespiel und dem Studieren ausgezeichneter Ausstellungen von Posaunen und Noten gewidmet. Der fünfte Tag war ein Ehrentag für Emory Remington, in dem viele den Meisterpädagogen unserer Zeit sehen. Folgende Instrumentenfirmen haben ausgestellt:

  • Chicago Musical Instrument Company – Olds Division
  • King Band Instrument Company
  • C. G. Conn Ltd.
  • G. LeBlanc Corporation – Holton Instrument Company Division
  • H. & A. Selmer, Incorporated

Neben der normalen Posaunenliteratur, mit vollständigen Katalogen von jedem Musikverlag, besorgte der kalifornische Posaunist Dick Noel eine Sonderausstellung mit Jazzkompositionen.

Er stellte nicht nur die Noten seiner eigenen Plattenaufnahmen, sondern auch schwer auffindbare Schallplatten mit Jazzwerken für Posaune zur Verfügung.

Während der Arbeitstagung leitete jedes Fakultätsmitglied eine Sondersitzung für alle Besucher; diese Sitzungen fanden entweder am Ende des Vormittags oder am Beginn des Nachmittags statt. Neben der Sondersitzung gab jeder Lehrer zwei oder drei Meisterklassen pro Tag. Die restliche Zeit wurde mit Einzelunterricht, ungezwungener Unterhaltung mit Schülern oder mit Ensembleproben verbracht.

Zwei grosse Ensembles wurden gebildet; sie trafen sich jeden Vormittag bzw. Nachmittag. Bernard Pressler und Ernest Lyon waren die Dirigenten. Da die Fakultätsmitglieder am Tag höchstens drei Stunden Unterricht erteilten, wurden auch sie zeitweise eingeladen, eines dieser grossen Ensembles zu dirigieren.

Jeden Tag um sechzehn Uhr besuchten die Schüler die Ausstellungen, studierten die neuen Noten oder trafen sich mit einem Lehrer für eine Ensembleprobe. Hier wurden Stücke mit verschiedenen Besetzungen, von Duetten bis zu 10-stimmigen Jazzkompositionen, erarbeitet.

Der tägliche Ablauf wurde so entwickelt, dass jeder Student, der die Arbeitstagung besuchte, Gelegenheit hatte, mindestens eine Stunde mit jedem Lehrer zu verbringen. Diese Besuche wurden im Voraus fixiert. Ausserdem gab es an einem weiteren Tag Gelegenheit, zu einem beliebigen Lehrer für eine zweite Unterrichtsstunde zurückzukehren.

An den Abenden spielten eingeladene Gruppen vor, wie das Posaunenensemble der Ball-State-Universität unter der Leitung von Bernard Pressler und das Posaunenensemble der East-Texas-State-Universität unter der Leitung von Neill Humfeld. In den Abendkonzerten spielten auch Ensembles, die in den Nachmittagssitzungen geprobt hatten; es wurden auch Recitals von den Fakultätsmitgliedern gegeben. Am letzten Vormittag gaben Studenten, die sich für das Solorepertoire interessierten, ein Programm.

Der Hauptteil des letzten Tages wurde der Ehrung von Emory Remington gewidmet. Remington dirigierte ein Ensemble an diesem letzten Tag, das aus den gesamten Kräften der Arbeitstagung bestand – nahezu 150 Posaunisten. Dieses Ereignis wird vielen lange in Erinnerung bleiben, umso mehr, da dieser berühmte Lehrer im Dezember 1971 verschied.

Eine 2-Platten-Schallplattenkassette wurde produziert, auf der Ausschnitte aus Proben und Konzerten der Arbeitstagung zu hören sind. Soweit möglich wurden auch Bemerkungen und Diskussionen aufgenommen; aus ihnen kann man die die ganze Woche herrschende begeisterte Atmosphäre heraushören. Eine der beiden Platten wurde hauptsächlich der Präsentation von Herrn Remington gewidmet, auf der anderen hört man einen Querschnitt der Ereignisse aus der Tagung.

Die Fakultät der ersten Nationalen Arbeitstagung für Posaunisten bestand aus folgenden Herren:

BUDDY BAKER — spielte mit dem Indianapolis Philharmonischen Orchester; machte Tourneen mit Stan Kenton, spielte mit Woody Herman, Henry Mancini und Warren Covington. Lehrte an Sonderkursen, die von Stan Kenton veranstaltet wurden. Gegenwärtig Professor an der Indiana University und an der University of Northern Colorado. Spielt gegenwärtig mit dem Greeley Philharmonischen Orchester und dem Greeley Lab Band. Jurymitglied bei Wettbewerben. Berater für die Firma Conn.

NEILL H. HUMFELD — besuchte die Eastman Musikschule, studierte bei Emory Remington. Musikprofessor und Leiter der Instrumentalmusikabteilung des Music Department der East Texas State University; Director of Bands dort; Jurymitglied bei Wettbewerben und Leiter von Sonderkursen.

ERNEST LYON — studierte bei Emory Remington, bekam das Diplom von der Eastman Musikschule; vormals erste Posaune des Louisville Philharmonischen Orchesters; gegenwärtig Professor an der Universität von Louisville. Hat wiederholt in eigenen Programmen und mit seinen Schülern neue Posaunenliteratur vorgeführt. Seine Studenten sind in vielen Orchestern in mehreren Ländern vertreten. Berater für die Firma Bach.

BERNARD PRESSLER — studierte bei Emory Remington; vormals Mitglied der Symphonieorchester in Richmond, Indiana und Hamilton, Ohio sowie des Opernorchesters in Dayton, Ohio. Heute erster Posaunist beim Muncie Symphonieorchester, Mitglied des DaCamera Brass Quintetts; Professor an der Ball State University. Berater für die Firma Conn.

ALAN RAPH — führender Bassposaunist in den Aufnahmestudios von New York. Studierte bei S. Karasick und Gabriel Masson. Solist und Leiter von Sonderkursen. Professor am Teachers College, Columbia University Music Education Department, New York University. Berater für King.

EMORY REMINGTON — anerkannter Meisterpädagoge unserer Zeit für Posaune. Während seiner Lehrtätigkeit an der Eastman Musikschule hat er seine Schüler in beinahe jedem grossen Symphonieorchester der Vereinigten Staaten sowie in vielen Studios untergebracht. Der „Chef“, wie man ihn nannte, war Ehrengast der Nationalen Arbeitstagung.

GEORGE ROBERTS — spielte bei Stan Kenton, Nelson Riddle, Henry Mancini, Billy May, David Rose und Frank DeVol. Spielte in den Studioorchestern der Radiogesellschaften NBC, ABC und des CBS-Fernsehens. Solist und Leiter von Sonderkursen, wird „Mr. Bass Trombone“ genannt. Berater für Olds.

LEWIS VAN HANEY — Bassposaunist beim New York Philharmonic Orchestra seit 17 Jahren, Professor an der Indiana University; studierte bei Emory Remington und William Bell. Vorsitzender der Abteilung für Blechblasinstrumente der Musikakademie des Westens in Santa Barbara, California. Solist und Leiter von Sonderkursen. Berater für Holton.

Eine zweite Arbeitstagung wird für die Zeit vom 29. Mai bis 2. Juni 1972 geplant. Alle Auskünfte können durch das unten angegebene Büro bezogen werden. Ausserdem wird eine Internationale Arbeitstagung für Posaunisten im kommenden Sommer erwogen. Alle Anfragen sollten an folgende Stelle gerichtet werden:

Mr. Henry Romersa
NARAS INSTITUTE
Postfach 12469
Nashville, Tennessee 37212

Die beiden erwähnten Platten sind in Europa durch BIM, Postfach 12, CH-1510 Moudon (Schweiz) erhältlich.

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