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Die ersten Posaunen oder harmonischen Trompeten

Aus Pierre Trichets Traité des Instruments de Musique (um 1640)

Im 17. Jahrhundert erscheint die Posaune bereits mit Zug, chromatischer Freiheit und klarer Bassfunktion – erstaunlich präzise für eine Zeit ihrer frühen Entwicklung.
Die ersten Posaunen oder harmonischen Trompeten

Die Editions Minkoff in Genf haben sehr zahlreiche Neudrucke von wertvollen historischen Werken aufgelegt, deren Kenntnis bis heute den Gelehrten vorbehalten war, die zu den Archiven und Bibliotheken Zugang hatten.

Abgesehen von den bekannteren musikalischen Werken für Blechbläser haben die Editions Minkoff 1978 das «Traité des Instruments de Musique» neu verlegt, welches 1640 von Pierre Trichet geschrieben wurde; es wurde 1957 mit einer Einleitung und Anmerkungen von François Lesure veröffentlicht (212 Seiten, auf Französisch).

Wie F. Lesure in seiner ausgezeichneten Einleitung erklärt, befand sich diese Abhandlung seit 1753 in der Bibliothek der Abtei Sainte-Geneviève. Bis anhin wurde sie von den Musikologen kaum verwendet und von den Organologen praktisch ignoriert. Das Manuskript — es beinhaltet 152 Blätter — ist autograph.

Dieses Werk entstand zur Zeit desjenigen von Père Mersenne¹ und ergänzt dieses, indem es zahlreiche neue Informationen über Blechblas- und verwandte Instrumente jener Zeit vorlegt wie auch über deren Verwendung.

Lesure formuliert: «Wenn man seine Abhandlung liest, erscheint einem Trichet als das Gegenteil des humanistischen Pedanten. Er macht sich keine falschen Vorstellungen über die «Reichweite seiner Leistung» (Vorwort) oder die «Fähigkeiten seines Geistes» (Brief an Mersenne). Zwischen Mersenne und Trichet liegt die Distanz, die den grossen Enzyklopädisten, der mit der gesamten gebildeten Welt auf gutem Fuss steht, vom ehrlichen Provinzgelehrten trennt, dem eine ganz Menge Entdeckungen durch die Latte gehen. Aber sein gesunder Menschenverstand macht sein Zeugnis für den Historiker manchmal wertvoller als dasjenige von Mersenne.»

Was das Blech und seine Verwandten anbetrifft, weisen wir auf die Kapitel 12 («Vom Zink und vom Serpent»), 13 («Von den Jagd-Hörner und anderen, ähnlichen Instrumenten»), 16 («Du Tornebout» [Lituus]), 17 («Von den Trompeten»), 18 («Von der Posaune oder der harmonischen Trompete») hin. Es dünkt uns lohnenswert, diese verschiedenen Kapitel in den nächsten Nummern des BRASS BULLETIN wiederzugeben, und wir beginnen hier mit demjenigen, das von der Posaune handelt.

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Brass Bulletin 45, I / 1984 Seiten 10–12

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