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Die ungewöhliche Trompete aus dem Nürnberger Verkehrsmuseum

Die ungewöhliche Trompete aus dem Nürnberger Verkehrsmuseum

Dreiwindige Trompete mit kreisrundem Korpus, Messing,
∅ Schalltrichter: 9,7 cm;
∅ Korpus (aussen): 24,5 cm;
Länge Mundstückrohr-Schalltrichter: 33,5 cm;
Mundstück fehlt;
(Foto: Helmut Thiel, Nürnberg)

Die Abteilung für Postgeschichte des Verkehrsmuseums in Nürnberg besitzt in Deutschland wohl die grösste Notensammlung zum Thema «Post». Daneben gibt es auch noch eine kleine Sammlung von Posthörnern.

Als ich im Herbst 1983 mit der Materialsammlung für mein Posthornbuch begann, war ich deshalb sehr dankbar für die freundliche Einladung von Helmut Thiel, dem Leiter der Abteilung für Postgeschichte. Herr Thiel unterstützte mich zwei Tage mit allen Kräften bei meinen Arbeiten und da er auch ein ausgezeichneter Amateur-Fotograph ist, fertigte er für mich Aufnahmen von allen Instrumenten der von ihm verwalteten Posthörner-Sammlung an.

Diese Instrumentensammlung setzt sich vor allem aus Hörnern der Königlich Bayerischen Post zusammen. Ausserdem befindet sich in dieser Sammlung eine Trompete mit drei kreisrunden Windungen, bei der der Schalltrichter und das Mundstückrohr — im Gegensatz zu den sonst bekannten «Jägertrompeten» — auf einer Geraden liegen. Dieses Instrument wurde wohl irgendwann einmal versehentlich für ein Posthorn gehalten und kam so in die Nürnberger Sammlung.

Wie auch anhand der Fotografien ersichtlich ist, ist die Trompete leider so verbeult, dass ich nicht mehr darauf blasen konnte um die Stimmung festzustellen. Rein rechnerisch ergäbe sich aus den Abmessungen eine Rohrlänge von ca. 240 bis 250 cm. Dies entspräche nach dem heute gültigen Kammerton einer tiefen C- oder einer H-Stimmung.

Auf dem Instrument befinden sich auch keinerlei Zeichen, die auf den Hersteller oder die Entstehungszeit hinweisen. Da von mir befragte anerkannte Trompeter und Musikwissenschaftler — darunter auch Edward H. Tarr — noch nie eine derartige Trompete vorher gesehen hatten, bleibt nur zu hoffen, dass uns vielleicht zufällig einer der Leser dieses Aufsatzes weitere Informationen zu dieser ungewöhnlichen Trompete liefern kann.

Brass Bulletin 52, IV / 1985 Seiten 72–73

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