Peter Damm
Peter Damm ist ein deutscher Hornist, Pädagoge und Forscher, dessen Laufbahn Orchesterspiel, solistische Tätigkeit und ein kontinuierliches Interesse an der Geschichte des Horns und seiner Aufführungspraxis miteinander verbindet. Damm wurde 1937 in Meiningen, Thüringen, geboren und begann seine musikalische Ausbildung zunächst auf der Violine, bevor er bei Franz Nauber Hornunterricht…
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Peter Damm ist ein deutscher Hornist, Pädagoge und Forscher, dessen Laufbahn Orchesterspiel, solistische Tätigkeit und ein kontinuierliches Interesse an der Geschichte des Horns und seiner Aufführungspraxis miteinander verbindet.
Damm wurde 1937 in Meiningen, Thüringen, geboren und begann seine musikalische Ausbildung zunächst auf der Violine, bevor er bei Franz Nauber Hornunterricht erhielt. Anschließend studierte er bei Karl Biehlig an der Hochschule für Musik in Weimar. Seine professionelle Orchesterlaufbahn begann in Gera. 1959 wurde er Solohornist des Gewandhausorchesters Leipzig. Zehn Jahre später wechselte er als Solohornist zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, der er bis 2002 angehörte. Nach seinem Ausscheiden ernannte ihn die Staatskapelle zum Ehrenmitglied.
Parallel zu seiner Orchestertätigkeit entwickelte Damm eine umfangreiche Karriere als Solist und Kammermusiker und konzertierte in Europa sowie in Amerika und Japan. Sein Repertoire reichte von der Musik des 18. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Werken und umfasste auch Uraufführungen. Seine zahlreichen Aufnahmen dokumentieren sowohl das zentrale Hornrepertoire als auch seine langjährige Verbundenheit mit der Dresdner Orchestertradition.
Richard Strauss nahm in Damms Tätigkeit als Interpret und Forscher einen besonderen Platz ein. 1957 spielte er erstmals Strauss’ Erstes Hornkonzert und führte das Werk im Laufe seiner Karriere insgesamt 157-mal auf; die letzte dieser Aufführungen fand 2000 in Osaka statt. Seine Beschäftigung mit Strauss ging über die Konzertpraxis hinaus: Er erforschte auch die Hornmusik des Komponisten und verband dabei seine praktische Erfahrung mit Quellenstudium und aufführungspraktischen Fragestellungen.
Diese Verbindung von Interpretation und Forschung wurde auch darüber hinaus zu einem wichtigen Merkmal seiner Arbeit. Damm erarbeitete Editionen bedeutender Werke des Hornrepertoires und widmete sich insbesondere Fragen der historischen Aufführungspraxis, der Artikulation, der Ornamentik und der Entwicklung des Instruments. Sein Ansatz war der eines praktizierenden Musikers, der historische Quellen untersuchte, um besser zu verstehen, wie die Musik konzipiert und aufgeführt worden sein könnte.
Dieser Aspekt seiner Arbeit ist in Brass Bulletin besonders deutlich dokumentiert. In fünfzehn Beiträgen behandelte Damm Themen von der Artikulation in Mozarts Hornkonzerten über die Ornamentik des 18. Jahrhunderts bis zur Geschichte des Horns. Seine zweiteilige Studie 300 Years of the Horn untersuchte die Entwicklung des Instruments und die Dresdner Hoftradition, während sich eine spätere dreiteilige Untersuchung mit der Corne-da-caccia-Stimme in Bachs h-Moll-Messe und deren möglicher Verbindung zu Gottfried Reiche beschäftigte. Darüber hinaus schrieb er über die Staatskapelle Dresden, das Hornspiel in der DDR und seinen ehemaligen Lehrer Karl Biehlig.
Die Lehrtätigkeit bildete einen weiteren wichtigen Schwerpunkt von Damms Laufbahn. Viele Jahre unterrichtete er an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und gab Meisterkurse, Seminare und Workshops in Europa, Japan und Nordamerika. Seine pädagogische Arbeit beruhte ebenso wie seine Publikationen und Editionen auf der engen Verbindung von Orchestererfahrung, technischem Verständnis und historischer Forschung, die seine gesamte Laufbahn kennzeichnet.
Damm war zudem eng mit dem Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen verbunden, dessen Präsident er viele Jahre lang war, und wurde Ehrenmitglied der International Horn Society. Seine Laufbahn wurde durch verschiedene Wettbewerbspreise und berufliche Auszeichnungen gewürdigt, beginnend mit internationalen Wettbewerben in Moskau, München und Prag in den frühen Jahren seiner professionellen Tätigkeit.
Peter Damms Beitrag zum Horn reicht weit über seine langjährige Tätigkeit in zwei bedeutenden deutschen Orchestern hinaus. Durch sein Spiel, seine Lehrtätigkeit, Editionen, Aufnahmen und historischen Forschungen verband er die lebendige Orchestertradition des Instruments mit einer vertieften Auseinandersetzung mit seinem Repertoire und seiner Geschichte. Seine Beiträge für Brass Bulletin dokumentieren diese Verbindung von praktischer Musikalität und historischer Neugier in besonderer Weise.
15 Artikel von Peter Damm
Brass Bulletin 14 - 2 / 1976
Damm, Peter
Warum so tun als wäre man Mozart? Antwort and B. Krol
Soll man in der Kadenz Mozart imitieren? Peter Damm plädiert für stilistische Treue ohne Nachahmung — im Dialog mit Bernhard Krol.
S. 13–15
Brass Bulletin No 14 · 1976
Repertoire· Interpretation· Verzierungen
Brass Bulletin 22 - 2 / 1978
Damm, Peter
Zur Frage der Artikulationen in den Hornkonzerten von W.A. Mozart
Wie klingt Mozart wirklich? Peter Damm hinterfragt gängige Ausgaben und zeigt, wie Artikulation – oft fehlend – durch Stilgefühl, Hören und musikalisches Urteil neu gestaltet wird.
S. 19–25
Brass Bulletin No 22 · 1978
Horn· Repertoire· Technik· Artikulation· Interpretation
Brass Bulletin 31 - 3 / 1980
Damm, Peter
300 Jahre Waldhorn
1680-1980, Versuch einer Betrachtung
Von den Jagdsignalen von Versailles zum böhmischen Waldhorn entwickelt sich das Horn durch Instrumentenbauer und Virtuosen zur Orchesterstimme.
S. 19–33
Brass Bulletin No 31 · 1980
Horn· Geschichte· Ausrüstung· Historische Instrumente· Instrumentenbau
Brass Bulletin 32 - 4 / 1980
Damm, Peter
300 Jahre Waldhorn
In der Staatskapelle Dresden
Von den Dresdner Hofmusikern bis zu Hampels Handstopftechnik prägen Virtuosen und Repertoire einen entscheidenden Wandel von Spielweise und Satztechnik.
S. 19–41
Brass Bulletin No 32 · 1980
Horn· Geschichte· Ausrüstung· Historische Instrumente· Orchesterspiel
Brass Bulletin 42 - 2 / 1983
Damm, Peter
Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Zwischen Notentext und freier Gestaltung lag im 18. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit, die frühe Hornkonzerte bis heute anders hören lässt.
S. 12–15
Brass Bulletin No 42 · 1983
Horn· Repertoire· Geschichte· Verzierungen· Interpretation
Brass Bulletin 43 - 3 / 1983
Damm, Peter
Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Willkürliche Veränderungen
Das Naturhorn ließ wenig Raum für Übermaß: Peter Damm stellt die Verzierungspraxis des 18. Jahrhunderts den Grenzen von Umfang, Stil und Notation gegenüber.
S. 34–43
Brass Bulletin No 43 · 1983
Horn· Repertoire· Geschichte· Verzierungen· Interpretation
Brass Bulletin 44 - 4 / 1983
Damm, Peter
Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Auszierungen
Improvisation, Artikulation und Verzierung gehörten zusammen: Peter Damm erinnert an eine Hornpraxis des 18. Jahrhunderts, die präzisere Notation zunehmend einengte.
S. 48–52
Brass Bulletin No 44 · 1983
Horn· Geschichte· Repertoire· Verzierungen· Improvisation
Brass Bulletin 45 - 1 / 1984
Damm, Peter
Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Veränderungen und Modifikationen des Tempos
Tempo, Dynamik und Kadenzen zeigen, wie stark das Hornkonzert des 18. Jahrhunderts von Entscheidungen lebte, die moderne Notation und Instrumente leicht verdecken.
S. 46–54
Brass Bulletin No 45 · 1984
Horn· Geschichte· Repertoire· Verzierungen· Interpretation
Brass Bulletin 56 - 4 / 1986
Damm, Peter
Hat Bach die corno da caccia Partie der Messe für Reiche geschrieben? I
S. 61–73
Brass Bulletin No 56 · 1986
Horn· Geschichte· Repertoire· Historische Instrumente
Brass Bulletin 57 - 1 / 1987
Damm, Peter
Hat Bach die Horn-Partie der Mess für G. Reiche geschrieben? II
S. 67–79
Brass Bulletin No 57 · 1987
Horn· Geschichte· Repertoire· Historische Instrumente
Brass Bulletin 58 - 2 / 1987
Damm, Peter
Hat Bach die Partie für Corne der Messe für G. Reiche geschrieben? III
S. 63–69
Brass Bulletin No 58 · 1987
Horn· Geschichte· Repertoire· Historische Instrumente
Brass Bulletin 60 - 4 / 1987
Damm, Peter
Das Horn in der DDR - Ein Gespräch mit Peter Damm
S. 33–37
Brass Bulletin No 60 · 1987
Horn· Geschichte
Brass Bulletin 71 - 3 / 1990
Damm, Peter
Aus der Arbeit eines Solohornisten
S. 48–51
Brass Bulletin No 71 · 1990
Gesundheit· Orchesterspiel
Brass Bulletin 72 - 4 / 1990
Damm, Peter
Staatskapelle Dresden
Ein Orchester mit grossen Traditionen
S. 52–54
Brass Bulletin No 72 · 1990
Reportage· Geschichte
Brass Bulletin 102 - 2 / 1998
Damm, Peter
Karl Biehlig, das Horn in Trauer
S. 85–88
Brass Bulletin No 102 · 1998
Horn· Begegnungen