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300 Jahre Waldhorn
In der Staatskapelle Dresden
Von Peter Damm
Nun zur Geschichte des Hornes in der Dresdener Hofkapelle, der heutigen Staatskapelle Dresden²³
Unser Orchester gehört zu den ältesten Orchestern. Bereits 1548 wurde von Moritz von Sachsen die Stiftungsurkunde der Musikalischen Kapelle unterzeichnet. Nach wechselvoller Entwicklung erfuhr das Musikwesen am Dresdner Hof unter der Regierung Friedrich August I. einen neuen Aufschwung.
Während der Jahre 1709 bis 1719 wurde das Orchester vergrößert und neu organisiert. Besonders hervorzuheben sind die Verdienste des am französischen Hof erzogenen, 1709 in Dresden als Konzertmeister engagierten Jean Baptist Volumier (um 1670–1728). Volumier verband französische Perfektion mit italienischem Klangsinn, Eigenschaften, die auf das Orchester übergingen und dessen Spiel so berühmt machten. Durch Volumier wurde die auf Lully zurückgehende Orchesterdisziplin eingeführt.
Neben der Hofkapelle bestanden in Dresden noch weitere Musikchöre, deren Mitglieder gelegentlich zur Verstärkung der Hofkapelle herangezogen wurden. Über die in anderen «Banden» angestellten Musiker lassen sich mangels Unterlagen keine Angaben machen. Das trifft sowohl für die von H. Fitzpatrick mehrfach nach Dlabacz zitierten Brüder Czermak²⁴ als auch auf den von M. Fürstenau zitierten «Kurprinzl. Waldhornisten» Tobias Butz zu²⁵.
Auch die «Regimentshautboisten» der sächsischen Infanterie hatten bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts neben vier Oboen und zwei Fagotten zwei Waldhörner besetzt. Wurden sie zu Bällen und anderen Festlichkeiten hinzugezogen, musizierten sie in einer Besetzung von «2 Violinen, 1 Violon, 1 Flöte oder Oboe, 2 Waldhörner und 2 Lauten»²⁶.
Im Zeitraum beginnend mit der Verpflichtung J.B. Volumiers im Jahre 1709 bis über die Ära Johann Adolf Hasses hinaus gehörte die Kurfürstliche Hofkapelle zu den vollendetsten und am besten zusammengesetzten Ensembles dieser Zeit, wie Jean Jaques Rousseau berichtete²⁷.
In den Kapellverzeichnissen finden wir Namen von größtenteils europäischem Klang, unter ihnen Künstler aus Italien und Frankreich, zu denen sich auch Instrumentalisten aus Böhmen gesellten. Zu den aus Böhmen stammenden Künstlern gehört Johann Adalbert Fischer, der aus Preßnitz/Böhmen (Breznice) stammt. Franz Adam Samm ist kein Böhme, wie bisher angenommen, sondern stammt nach eigenhändigen Angaben aus Arnstein in Franken²⁸.
Führte der Einfluß des am französischen Hofe aufgewachsenen Konzertmeisters Jean Baptist Volumier, welcher von Frankreich den kultivierten Klang, die prächtige Wirkung der Hörner kannte, zum Engagement der beiden Hornisten? Oder sollte es wirkliches Interesse an der Kunst gewesen sein, die den jungen Kurfürsten Friedrich August I. (August II., König von Polen) veranlaßten, Hörner in seiner Hofkapelle einzuführen?
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