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Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Willkürliche Veränderungen
Von Peter Damm
Bevor ich mich den Praktiken der Ausschmückung von Hornstimmen zuwende, einige Bemerkungen zur Blastechnik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Auf dem offenen, d.h. ohne Hand im Schallstück, angeblasenen Naturhorn lassen sich nur die Töne der Naturtonreihe erzeugen.
1.
+ = als f zu hoch, als fis zu tief
- = etwas zu tief
Eine diatonische Tonfolge ist erst ab Naturton 7, der etwas zu matt intoniert, möglich. Eine chromatische Tonfolge gar erst ab Naturton 13. Auf dem Naturhorn ist deshalb in der zweigestrichenen Oktave eine Melodiebildung möglich. Wir bezeichnen diese Lage in Anlehnung an die Trompetentechnik dieser Zeit als die Clarinlage des Instrumentes.
Es gilt als sicher, dass die Bläser des Corno da caccia für die Ausführung ihrer teilweise sehr hohen Partien bis zu den Naturtönen 16, 18, 20, vereinzelt bis 22 und 24, von der Technik des Clarinblasens der Trompeter profitiert haben. Auch lässt sich eine Personalunion von «Clarinist und Hornist» bis Ende des 18. Jahrhunderts vereinzelt in Böhmen nachweisen, was den Schluss zulässt, dass die aus Böhmen stammenden oder dort ausgebildeten Hornisten sicherlich von Trompetern unterrichtet wurden.⁹
Die Clarinblaskunst war häufig Anlass zu Spekulationen über geheimgehaltene Blaskünste.
Von ausschlaggebender Bedeutung ist zwar das individuelle Können des Bläsers, doch resultiert dies letztlich aus dem Ansatz des Mundstückes auf die Lippen. Eine Verwandtschaft mit dem heutigen druckschwachen Ansatz dürfte naheliegend sein. Es ist vielleicht auch gar nicht so abwegig, hier von einem sorgfältig gehüteten Zunftgeheimnis zu sprechen.
Mit der Entwicklung der Handhorntechnik um 1750 und dem Rückgang der Clarinblaskunst, auch auf dem Horn, gerieten viele Kompositionen in Vergessenheit und werden erst heute wieder entdeckt. Doch sie gehören bei aller Schönheit zum Schwierigsten, was für Horn oder Trompete komponiert wurde.
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Brass Bulletin 43, III / 1983 Seiten 34–43
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