Beispiel 1
C-Dur Tonart
Der Schüler sollte dieses Beispiel ausschreiben und in alle Durtonarten transponieren. Die vier daraus resultierenden Akkordarten sind folgende: Der grosse Septakkord (maj. 7), der immer vom Grundton oder Wurzel aus gezählt, aus einer Schichtung grosser Terzen besteht; der kleine Septakkord (−7) der aus kleiner Terz, grosser Terz und kleiner Terz besteht; der Dominant-Septakkord (einfach mit 7 bezeichnet) der aus grosser Terz, grosser Terz und kleiner Terz besteht und der kleine Septakkord mit vertiefter Quint (−7 ⁵♭), den manche Musiker einen halbverminderten Akkord nennen (Ø). Es ist zu bemerken, dass die vier Akkordtypen in allen Tonarten gleich nummeriert werden (I=grosse Sept (maj. 7), II=kleine Sept (−7), usw. (Beispiel 2).
Beispiel 2
Intervallübung
Nun, da wir wissen, wie die vier Grundakkorde aufgebaut werden, begreifen wir die Wichtigkeit einer tatsächlichen Kenntnis der Intervalle. Ich habe eine Übung entwickelt, die dafür hilfreich sein sollte (Beispiel 3).
Tonart
| A | C | F | B♭ | E♭ | A♭ | D♭ | G♭ | H | E | A | D | G |
Stufe
| B | 1 | ♯1 | ♭2 | 2 | ♯2 | ♭3 | 3 | 4 | ♯4 | ♭5 | 5 | ♯5 | ♭6 | 6 | ♭7 | 7 | (1) |
Der Schüler sollte seinen Daumen auf eine Zahl der Gruppe B setzen (Leiterstufennummern) dann soll er einen Finger auf einen der Buchstaben der Gruppe A (Tonarten) setzen. Die Aufgabe besteht darin, die richtige Stufe so schnell wie möglich zu finden. Z.B. ist die richtige Stufe, wenn der Daumen auf Nr. 6 steht und der Finger auf C in der oberen Gruppe, «A», denn dies ist die sechste Stufe in der C-Dur Leiter. Wenn der Daumen auf Nr. 4 steht und der Finger auf F, ist der richtige Ton «B», da er das Quartintervall von F aufsteigend ist. Man kann dieses Verfahren auch umkehren. Man kann z.B. den Finger auf B setzen und den Daumen auf die vertiefte Nr. 7 (♭7) der Gruppe darunter. Die richtige Stufe wäre «As». Diese Übung sollte geübt werden, bis kein Zögern mehr beim Erkennen jedes Intervalls in jeder der zwölf in der Tabelle aufgelisteten Tonarten mehr besteht.
Beziehungen zwischen Akkorden und Leitern
Es gibt keine Akkorde, weder einfache noch komplizierte, die nicht aus einer Art von Tonleiter hervorgehen. Deshalb ist die Fähigkeit, irgendeinen Akkord zu sehen und zu wissen, welche Tonleiter ihm entspricht, von enormer Wichtigkeit. Ich habe von den vier verschiedenen Typen von Grundakkorden in der Dur-Tonleiter gesprochen und den Positionen, welche sie darin einnehmen. Man sollte die Grundakkordstellungen auswendig lernen als ersten Schritt zur Kenntnis der Harmonielehre, die man zur Improvisation braucht (Tabelle).
| C-dur 7 | (1. Akkord der C-dur Tonleiter; 4. Akkord der G-dur Tonleiter) |
| F-dur 7 | (1. Akkord der F-dur Tonleiter; 4. Akkord der C-dur Tonleiter) |
| B-dur 7 | (1. Akkord der B-dur Tonleiter; 4. Akkord der F-dur Tonleiter) |
| E♭-dur 7 | (1. Akkord der Es-dur Tonleiter; 4. Akkord der B-dur Tonleiter) |
| A♭-dur 7 | (1. Akkord der As-dur Tonleiter; 4. Akkord der E♭-dur Tonleiter) |
| D♭-dur 7 | (1. Akkord der D♭-dur Tonleiter; 4. Akkord der A♭-dur Tonleiter) |
| G♭-dur 7 | (1. Akkord der G♭-dur Tonleiter; 4. Akkord der D♭-dur Tonleiter) |
| H-dur 7 | (1. Akkord der H-dur Tonleiter; 4. Akkord der G♭-dur Tonleiter) |
| E-dur 7 | (1. Akkord der E-dur Tonleiter; 4. Akkord der H-dur Tonleiter) |
| A-dur 7 | (1. Akkord der A-dur Tonleiter; 4. Akkord der E-dur Tonleiter) |
| D-dur 7 | (1. Akkord der D-dur Tonleiter; 4. Akkord der A-dur Tonleiter) |
| G-dur 7 | (1. Akkord der G-dur Tonleiter; 4. Akkord der D-dur Tonleiter) |
Dies bedeutet, dass wenn Sie einen grossen Septakkord in irgendeinem Musikstück sehen, haben Sie die Möglichkeit, aufgrund von zwei richtigen Dur-Tonleitern ihre Improvisation aufzubauen. Ich habe zwei Beispiele bekannter Jazzkünstler beigefügt, Art Farmer und Phil Woods, die zeigen, wie dies funktioniert (Beispiel 4). Farmer behandelt die grosse Sept von Des-Dur als Akkord der vierten Stufe von As-Dur, während Woods Töne benützt, die sowohl aus der G-Dur als aus der D-Dur Leiter über der grossen Sept zu G-Dur kommen.
Beispiel 4
Bis hierher wird einiges noch leicht abstrakt erscheinen, aber die Dinge werden sich hoffentlich mit fortschreitender Serie klären. Wer weiss? Vielleicht wird es auch noch verwirrender! Es fällt mir sehr schwer, ein System niederzuschreiben, das so sehr auf der Interaktion zwischen Lehrer und Schüler beruht, aber ich werde mein Bestes versuchen!
(Fortsetzung folgt)