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3 Min. Lesezeit

Serie Blechbläser-Technik • Teil 1

Das Gehrin

Das Gehrin

Eine neue interessante Rubrik:

Instrumentale Techniken der Blechbläser

(Die Selbstbeherrschung und die instrumentale Beherrschung sind eine Aufklärung)

Die grosse Artikelserie, die unter dem Titel «Instrumentale Techniken der Blechbläser» erscheinen wird, hat zum Ziel, das Nachdenken jedes einzelnen über die Grundprobleme zu fördern, die sich jedem Blechbläser stellen, der anfängt, studiert, sich vervollkommnet, Fortschritte macht, stagniert, sein Spiel zu korrigieren versucht.

Erster Schritt

Zu Beginn geht es darum, die Probleme zu unterscheiden, sie einzuteilen, sie so klar wie möglich darzustellen, zuerst isoliert (mit dem Bewusstsein, dass nur die totale und subtile Koordination sämtlicher Elemente ein musikalisches Spiel ermöglicht!), und schliesslich sie nach und nach in Zusammenhang zu bringen.

Zweiter Schritt

Gleichzeitige Eröffnung der Diskussion (kontradiktorisch oder bestätigend) über die verschiedenen angeschnittenen Themen und Veröffentlichung der Ideen, Systeme, «Tricks» oder Methoden, welche sie, geschätzte Freunde und Kollegen uns mitteilen werden.

Jeder Artikel wird ergänzt durch die Titel einiger Referenzwerke.

Wie kann man sinnvoll mitarbeiten?

Fassen Sie Ihre Meinungen, Antworten, Vorschläge oder Überzeugungen in grösstmögliche Genauigkeit (vermeiden wir Geschwätz!). Suchen Sie die einleuchtende Darstellung.

Halten Sie bei Ihren Zuschriften immer genau fest, über welches der in folgender Aufstellung genannte Thema Sie schreiben.

Mit Ihrem Beitrag zu dieser Rubrik unterstützen Sie die Aufklärung der Entwicklung der Instrumentaltechnik und des musikalischen Bewusstsein eines jeden.

Programm der technischen Artikel

(Gegenstände die wir in chronologischer Reihenfolge behandeln werden)

  1. Das Gehirn
  2. Der Körper
  3. Das Ohr (aussen/innen)
  4. Der Atem (Einatmung, Ausatmung, Kompression, usw.)
  5. Die Lippen (Gesichtsmuskulatur)
  6. Die Positionen
  7. Die Augen
  8. Die Finger (Arme, Hände)
  9. Das Mundstück (Funktion, Auswahl, Machart)
  10. Das Instrument (Akustik, Machart, Klangcharakter, Auswahl)
  11. Techniken (Wie man sie entwickelt, wie man Fortschritte macht):
    • Tonansprache
    • Ausdauer
    • Nuancen
    • Intervalle
    • Artikulationen
  12. Kenntnisse
    • Geschichte
    • Musiktheorie
    • pädagogische Literatur
    • künstlerische Musikliteratur (Interpretation, usw.)
    • Stilarten
    • Erziehung (Allgemeinbildung)
  13. Analysen
    • Interpretationen
    • Konzertliteratur
  14. Ausnahmen
    • künstlerische Freiheiten
    • ausserordentliche Begabungen
    • Fehler = Qualitäten?

Das Gehirn steuert alle Bewegungen unseres Körpers.

Diese Aussage mag selbstverständlich erscheinen, aber es ist nicht gewiss, dass man wirklich daran denkt, während man ein Instrument spielt.

Es wäre logisch, die Arbeit bei diesem Punkt zu beginnen:

  • Überzeugt sein von der tiefen Motivation, die uns treibt, Musiker zu werden und, wenn wir es bleiben wollen, eingedenk der Verpflichtung, die uns zur ständigen Verfeinerung unserer Kunst zwingt.
  • Eine Organisation der Untersuchung und der Analyse finden, in der man Traum und Realität auseinander halten kann (z.B. durch korrektes Zusammenfügen der Anweisungen der Lehrer mit unseren Motivationen).
  • Immer bessere Beherrschung der Konzentration (z.B. um sich anzuhören, sich zu kontrollieren, sich zu vergleichen, sich einzuschätzen, zu beurteilen, was wir oder andere machen).
  • Schaffung einer friedlichen und ruhigen Arbeits- und Studienatmosphäre (Selbstkontrolle, Geduld).
  • Wachbleiben, um alle neuen Einflüsse aufnehmen zu können (Disponibilität, geistige Beweglichkeit).

Unser Gehirn ist eine unermessliche Welt, in welche wir die spezielle und fruchtbare Formel unserer musikalischen Aktivität einprägen müssen (zu jener des Lebens).

Man kann sich unsere Innenwelt als einen gigantischen Urwald vorstellen, dessen Grenzen wir zwar nicht wahrnehmen, den wir aber ständig erforschen, kodifizieren, memorieren müssen.

Ungeheure Regionen bleiben unbekannt (und werden es immer bleiben, manchmal blockiert durch die Ignoranz, durch die Emotionen, durch den Mangel an Energie oder besondere psychologische Probleme.

Die Entdeckung dieser Welt, die unsere Persönlichkeit bildet (bilden wird) erfordert die Organisation einer Expedition, die von Neugier, Fantasie, Beobachtungsgabe und Überlegung getragen wird. Dies ist in gewissem Sinn die Basistechnik.

Entwicklungspläne entwerfen. Wege, Durchgänge durch den fantastischen Dschungel unserer Gedanken bahnen.

Auch muss man die Neugier, die Fantasie, die Beobachtungsgabe und die Überlegung mit Elementen allgemeiner Kultur ernähren (der kollektiven Kultur unserer Zivilisationen): zuhören, lesen, die anderen studieren, welche weiter weg, weiter vorn sind, anders oder verschieden von uns.

Einige Quellen:

  • seine Einsamkeit annehmen (innere Zwiesprache zwischen dem was man ist und dem, was man werden möchte)
  • träumen, planen, sich identifizieren
  • lesen (Sophrologie, Yoga, Psychologie)
  • diskutieren, austauschen, konfrontieren, vergleichen
  • erlebte Erfahrungen ins Gedächtnis einprägen und richtig einordnen
  • bewusst leben, seiner Umwelt gegenüber aufmerksam bleiben

Schreiben Sie uns! Geben Sie Ihre Erfahrungen den Lesern von BRASS BULLETIN weiter (unsere Leser wollen ja mehr wissen!). Sagen Sie uns, welche Literatur oder welcher Lehrer Ihnen speziell in diesem besonderen Gebiet der Meisterschaft Ihrer selbst geholfen haben.

Einige Referenzwerke:

Michel Ricquier: «Traité Méthodique de Pédagogie Instrumentale» (Paris, Billaudot, 1982)

Michel Ricquier: «L’Utilisation de vos ressources intérieures» (Paris, Billaudot, 1984)

Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 29, «Entspannung und Instrumentaltechnik»

Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 30, «Die Anwendung geistiger Kräfte in der Instrumentalpraxis»

Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 33, «Das Unterbewusstsein»

Robert Ischer: «Sophrologie und Musik» siehe Seite 29 dieser Nummer

Brass Bulletin 54, / 1986 Seiten 24–27

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