Das Gehirn steuert alle Bewegungen unseres Körpers.
Diese Aussage mag selbstverständlich erscheinen, aber es ist nicht gewiss, dass man wirklich daran denkt, während man ein Instrument spielt.
Es wäre logisch, die Arbeit bei diesem Punkt zu beginnen:
- Überzeugt sein von der tiefen Motivation, die uns treibt, Musiker zu werden und, wenn wir es bleiben wollen, eingedenk der Verpflichtung, die uns zur ständigen Verfeinerung unserer Kunst zwingt.
- Eine Organisation der Untersuchung und der Analyse finden, in der man Traum und Realität auseinander halten kann (z.B. durch korrektes Zusammenfügen der Anweisungen der Lehrer mit unseren Motivationen).
- Immer bessere Beherrschung der Konzentration (z.B. um sich anzuhören, sich zu kontrollieren, sich zu vergleichen, sich einzuschätzen, zu beurteilen, was wir oder andere machen).
- Schaffung einer friedlichen und ruhigen Arbeits- und Studienatmosphäre (Selbstkontrolle, Geduld).
- Wachbleiben, um alle neuen Einflüsse aufnehmen zu können (Disponibilität, geistige Beweglichkeit).
Unser Gehirn ist eine unermessliche Welt, in welche wir die spezielle und fruchtbare Formel unserer musikalischen Aktivität einprägen müssen (zu jener des Lebens).
Man kann sich unsere Innenwelt als einen gigantischen Urwald vorstellen, dessen Grenzen wir zwar nicht wahrnehmen, den wir aber ständig erforschen, kodifizieren, memorieren müssen.
Ungeheure Regionen bleiben unbekannt (und werden es immer bleiben, manchmal blockiert durch die Ignoranz, durch die Emotionen, durch den Mangel an Energie oder besondere psychologische Probleme.
Die Entdeckung dieser Welt, die unsere Persönlichkeit bildet (bilden wird) erfordert die Organisation einer Expedition, die von Neugier, Fantasie, Beobachtungsgabe und Überlegung getragen wird. Dies ist in gewissem Sinn die Basistechnik.
Entwicklungspläne entwerfen. Wege, Durchgänge durch den fantastischen Dschungel unserer Gedanken bahnen.
Auch muss man die Neugier, die Fantasie, die Beobachtungsgabe und die Überlegung mit Elementen allgemeiner Kultur ernähren (der kollektiven Kultur unserer Zivilisationen): zuhören, lesen, die anderen studieren, welche weiter weg, weiter vorn sind, anders oder verschieden von uns.
Einige Quellen:
- seine Einsamkeit annehmen (innere Zwiesprache zwischen dem was man ist und dem, was man werden möchte)
- träumen, planen, sich identifizieren
- lesen (Sophrologie, Yoga, Psychologie)
- diskutieren, austauschen, konfrontieren, vergleichen
- erlebte Erfahrungen ins Gedächtnis einprägen und richtig einordnen
- bewusst leben, seiner Umwelt gegenüber aufmerksam bleiben
Schreiben Sie uns! Geben Sie Ihre Erfahrungen den Lesern von BRASS BULLETIN weiter (unsere Leser wollen ja mehr wissen!). Sagen Sie uns, welche Literatur oder welcher Lehrer Ihnen speziell in diesem besonderen Gebiet der Meisterschaft Ihrer selbst geholfen haben.
Einige Referenzwerke:
Michel Ricquier: «Traité Méthodique de Pédagogie Instrumentale» (Paris, Billaudot, 1982)
Michel Ricquier: «L’Utilisation de vos ressources intérieures» (Paris, Billaudot, 1984)
Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 29, «Entspannung und Instrumentaltechnik»
Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 30, «Die Anwendung geistiger Kräfte in der Instrumentalpraxis»
Michel Ricquier: BRASS BULLETIN Nr. 33, «Das Unterbewusstsein»
Robert Ischer: «Sophrologie und Musik» siehe Seite 29 dieser Nummer