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Vorwort

Vorwort

Den Verstand ergreifen

Eine wirksame Instrumentaltechnik entwickeln, heisst eine strenge und systematische Arbeitsdisziplin aufbringen. Je lebendiger die Intelligenz, umso mehr werden Genauigkeit und System der Persönlichkeit angepasst sein.

Den «Irrsinn» ergreifen

Unsere Persönlichkeit und unsere Ausdrucksmöglichkeit entwickeln, heisst der Einbildungskraft freien Lauf im Unbewusstsein lassen. Sich von den tiefen Impulsen an die Grenzen des Unbewussten leiten lassen, auf die direkten Zeichen unserer Sinne aufmerksam sein, ohne Komplexe mit den verworrenen Vererbungen leben, die uns unsere diversen Ahnen in unseren Genen und Chromosomen übermittelt haben.

Aus dieser wunderbaren Mischung unserer Vernunft und unseres «Irrsinns» werden unsere Musiksprache und unser musikalischer Ausdruck entstehen, unser geniales Esperanto.

Man hat genügend Institutionen geschaffen, um den Verstand zu fördern und anzuregen.

An den «Irrsinn» wagt man sich nicht zu nahe heran. Er kann zu einer so rohen Wahrheit führen, dass die schönste Tuba oder die schönste Trompete der Welt nie genügend Macht haben, um dessen verwirrenden Klang zu übertragen.

Es tut wohl, in unserer oberflächlich hektischen Welt, lange und tief in die Flammen des Feuers zu schauen, die Sternbilder, weit verloren an unserer Sehgrenze, zu betrachten. Es tut wohl, die Musik anderer zu hören und die eigene zu denken.

In solch euphorischen Augenblicken lässt die Wahrnehmung der Unermesslichkeit unsere Einbildungskraft keimen, lässt sie uns unsere Schwächen entdecken und enthüllt sie unsere Kräfte.

Nachher sind die Tonleitern und Arpeggi nur noch routinierte Gesten wie jene des Gärtners gegenüber den Jahreszeiten, dem Regen, der Sonne.

Blasen wir in unsere goldene und silberne Röhren den fantastischen Gesang des Lebens und rennen wir etwas weniger nach Noten...

Das Leben ist nicht hinten links im Flur, es ist in uns, nur in uns, verbunden mit unserem Atmen, dessen Wellen wie Seifenblasen in die Lüfte heben um ihre Aussage in die Ohren unsersgleichen zu flüstern.

Musiker sein, welch friedliche Herausforderung, welch unendlicher Schwung...

Errata:

Kommentar des Intern. Posaunenwettbewerbs in Toulon (BRASS BULLETIN Nr. 43) wurde nicht von Benny Sluchin redigiert sondern von Andrew Jacobs.

Brass Bulletin 45, I / 1984 Seiten 8–9

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