Das zweite Problem sind die Versetzungszeichen (Akzidentien ♭, ♯, ♮), die sowohl am Anfang des Notensystems für die betreffende Tonart stehen können als auch zufällig vor jeder Note, wie sie ausschließlich von Komponisten unserer Zeit gesetzt werden. Um Akzidentien, Phrasierungsbögen, auch dynamische Zeichen prima vista erfassen zu können, bedarf es einer gewissen Konzentration. Wer am Anfang seiner Ausbildung versäumt hat, solche Zeichen bewußt zu lesen, kann dies nur durch intensives Studium nachholen. Dafür bieten die hier vorliegenden Studien reichlich Material.
Der Wille zum Aufnehmen des Lehrstoffes, persönlicher Einsatz, Art und Umfang des Studienmaterials entscheiden neben anderen Bedingungen über den Erfolg eines Ausbildungsganges. Unlust, Leichtfertigkeit, aber auch Übereifer und falscher Ehrgeiz sind schlechte Ausbildungsbegleiter. Üben Sie systematisch. Sondern Sie zu schwierige Aufgaben aus, stellen Sie sie zurück. Zerlegen Sie die bleibenden Probleme in kleinste Einzelheiten; versuchen Sie so die Lösung zu finden. Halten Sie trotz aller Anforderungen Arbeit und Freizeit in angemessenem Verhältnis, indem Sie nur überschaubare Lehrstoffmengen aus eigenem Antrieb erarbeiten.
Werden diese Ratschläge beachtet, so wird in der Regel ein bläserisches Niveau erworben, das sicher gewisse Standardleistungen übersteigt und eine solide Basis für den späteren Beruf, vielleicht auch für eine solistische Karriere bildet.