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Das Unterbewusstsein, unser mächtiger Freund

Von yogischen Praktiken bis zur Selbsthypnose werden mentale Konditionierung und Visualisierung mit Leistung, Selbstkontrolle und verborgenen Körperreaktionen verbunden.
Das Unterbewusstsein, unser mächtiger Freund

Das Unterbewusstsein ist derjenige Teil unseres Unbewussten, der fähig ist, ins Bewusstsein aufzusteigen und unser Verhalten sowie unsere Persönlichkeit zu beeinflussen. Es scheint über die Fähigkeit zu verfügen, eigenständig zu denken, mit den Informationen, die man ihm zukommen lassen kann, zu jonglieren und daraus logische Schlüsse zu ziehen.

Das Unterbewusstsein bewahrt in perfektem und vollständigem Zustand alle unsere objektiven und subjektiven, bewussten und unbewussten Erfahrungen, alle unsere Handlungen, alle unsere Bewegungen (von unserer Schrift und ihrer Entwicklung bis zu unseren verschiedenen mimischen Eigenarten) in Erinnerung, und zwar von frühester Kindheit an.

Unter objektiven Erfahrungen verstehen wir alles, was wir erlebt haben, mit allen dazugehörenden Einzelheiten. Mit subjektiven Erfahrungen meinen wir die Ergebnisse unseres Innenlebens; alle unsere Gedanken, Überlegungen, Betrachtungen werden ins Unterbewusstsein verdrängt und bleiben dort. So werden wir unbewusst von den positiven und negativen Vorstellungen beeinflusst, die wir im Unterbewusstsein speichern. Die so gespeicherten Vorstellungen tragen zu unserer Persönlichkeitsbildung bei (daher die Wichtigkeit des positiven Denkens, wie im letzten Beitrag dargetan).

Die objektiven und die subjektiven Erfahrungen bilden unser bewusstes Gedächtnis. Unser unterbewusster Erfahrungsschatz besteht aus all dem, was unser Geist ohne unser Wissen aufgenommen hat: Leute oder Schaufenster, die wir sehen, ohne sie uns anzusehen, Werbung, die wir mechanisch lesen, ohne auf ihren Inhalt achtzugeben, weil unsere Gedanken woanders weilen, alles was wir hören, ohne hinzuhören usw.

Es hat auch alles registriert, was in unserer frühesten Kindheit vorgefallen ist, diesem Lebensabschnitt, der uns nicht «bewusst» ist, den wir vergessen zu haben wähnen. Es hat sogar die Empfindungen aufgezeichnet, die wir als Föten, Monate vor unserer Geburt, hatten. Gleich einem Computer verfügt unser Unterbewusstsein über eine Unmenge Informationen, die aus unserer vergangenen Erfahrung, aus unserem bisherigen Leben stammen.

Ausserdem bildet es den Kanal, über den wir Informationen erhalten, die wir nicht über einen unserer Sinne wahrgenommen haben (aussersinnliche Wahrnehmung: Telepathie, Hellseherei, Vorhersage, Psychometrie usw.).

Das Unterbewusstsein leitet die verschiedenen Aktivitäten des neurovegetativen Systems, d. h. diejenigen Tätigkeiten unserer Organe, die nicht dem Willen unterworfen sind (Funktion des Herzmuskels, der Leber, des Magens, der Nieren usw.).

Wir haben alle von Yogis gehört, die fähig sind, einige dieser Organfunktionen zu beeinflussen. Einige vermögen ihren Herzschlag willentlich zu verlangsamen (unter anderen hat Yvon Yva mehrmals unter medizinischer Kontrolle einen Herzstillstand hervorgerufen), einige beschleunigen auf Befehl die peristaltische Bewegung des Gedärmes, andere wiederum beschleunigen den Blutkreislauf in diesem oder jenem Körperteil; nicht zu sprechen von jenen Yogis, die sich mit einem feuchten Handtuch als einzigem Kleidungsstück auf dem Himalaya absetzen liessen und ihre Körpertemperatur soweit zu erhöhen vermochten, dass das Tuch trocknete und der Schnee unter ihnen schmolz...

Wenn Yogis solche Wunder vollbringen, versetzen sie sich feststellbar in eine besondere Geistesverfassung: sie entspannen sich, schliessen die Augen, konzentrieren sich und erreichen so diesen «besonderen» Zustand, der in der Tat auf einer anderen Bewusstseinsebene liegt als der gewöhnlichen.

Dank diesem Bewusstseinszustand (das objektive Bewusstsein wird stillgelegt) können sie direkt ins Unterbewusstsein vordringen, um auf das neurovegetative System und die von ihm abhängigen Organ- oder Drüsenfunktionen Einfluss zu nehmen.

Das liefert uns den unumstösslichen Beweis der geistigen Beeinflussbarkeit der Körpertätigkeit.

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Brass Bulletin 33, I / 1981 Seiten 53–58

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