Die Leningrader Hornschule
Mit der Gründung St. Petersburgs im Jahre 1703 entstand in Russland ein neues Kulturzentrum. Petersburg blieb ihrer Schwesterstadt Moskau eng verbunden, der bisherigen Kapitale, welche sich zu einem wichtigen Handelszentrum entwickelte und weiterhin das berühmte Bolschoitheater und die grosse Tradition seiner Bühnenkunst hochhielt.
Zu jener Zeit begann die Kunst in Russland eine immer aktivere und angesehenere Rolle zu spielen. Der schon immer kunstbeflissene Adel unterstützte in vermehrtem Masse Theater und Kammerorchester. Der Kaiserhof in Petersburg hielt sich eine Hof-«Kapella», welche auch musikalische Grundlagen vermittelte, nach traditionellen, aber unsystematischen russischen Methoden. Viele begabte ausländische Künstler und Studenten dieser «Kapella» haben die Entwicklung des heute weltweit anerkannten «russischen Stils» beeinflusst.
Das Petersburger Konservatorium — das erste in Russland — wurde 1862 gegründet, und da sind auch die ersten Anfänge der russischen Schule des Hornspiels zu suchen, wie sie im heutigen Leningrad gepflegt wird.
Die Fortsetzung schildert die Entwicklung der Hornklasse in St. Petersburg mit Homilius, Tamm und der prägenden Buyanovskij-Tradition.
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