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Vladislav Mikhaïlovitch Blazhevitch (1881–1942)

Posaunist, Komponist und Pädagoge

Vladislav Mikhaïlovitch Blazhevitch (1881–1942)

Vladislav Mikhaylovich Blazhevich (1881–1942)

Wladislaw Michailowitsch Blaschewitsch, ein Musiker, den heute viele wohl eher als Komponisten kennen, der sich aber auch als Instrumentalist, Lehrer und Dirigent auszeichnete, hätte 1981 seinen hundertsten Geburtstag feiern können.

Wladislaw Michailowitsch wurde 1881 als Sohn eines ehemaligen politischen Gefangenen in Tregubovka, einem Dorf in der Herrschaft Smolensk (heute in der UdSSR), geboren. Im Alter von sechs Jahren war er verwaist; mit zwölf Jahren trat er als Baritonhornist in das Artilleriemusikkorps von Smolensk ein und wurde drei Jahre später Solohornist. In der Zeit hatte er die Möglichkeiten seines Instruments bereits voll ausgeschöpft und hatte sein musikalisches Können so weit entwickelt, dass er nur bei einer Neuorientierung weitere Fortschritte erzielen konnte.

Dementsprechend trat er 1900 ins Moskauer Konservatorium ein und nahm bei Christoph Borke, einem Musikprofessor deutscher Herkunft, der seit 1861 Soloposaunist im Orchester des Bolschoi-Theaters war, Posaunenunterricht. 1905 schloss Blaschewitsch seine Ausbildung in Posaune, Instrumentationslehre und Klavier erfolgreich ab und trat im folgenden Jahr selbst in das Orchester des Bolschoi-Theaters ein, wo sich sein musikalischer Stil noch weiter entwickelte.

In dieser vorrevolutionären Zeit wurde Blaschewitsch auch als Lehrer tätig. Er unterrichtete an einer privaten Musikschule und schrieb, von seinen Kollegen vom Bolschoi-Orchester Barshay, Linayev, Kroptov, Nikitin und Mandryka mit Begeisterung unterstützt, Bearbeitungen für Posaune und für Bläserensembles.

Nach der Revolution von 1917 spielte er zusammen mit dem Trompeter Tabakov, den Klarinettisten Rozanov und Volodin sowie den Hornisten Folodujev und Usov bei den Aufführungen des Theaters eine wichtige Rolle. Er arbeitete auch intensiv im hervorragenden Orchester mit dem Namen Persimfans mit. Persimfans ist das Kurzwort für Pervij simfoničeskij ansambl', das heisst «Erstes Sinfonieorchester» des Moskauer Sowjets. Dieses Orchester trat ohne Dirigent auf. Es war auf Betreiben des Konservatoriumsprofessors Zeitlin gegründet worden und setzte sich sowohl aus Solisten des Bolschoi-Orchesters als auch aus Musiklehrern und Studenten des Konservatoriums zusammen. Es trat von 1922 bis 1932 in Moskau auf.

Trotz dieser Erfolge als Musiker fühlte er sich mehr und mehr zum Unterricht hingezogen und wurde Professor für Posaune und für die Ausbildung von Militärkapellmeistern am Moskauer Konservatorium sowie Dirigent und künstlerischer Direktor der staatlichen Blaskapelle, die 1937 gegründet wurde.

Die Dreissigerjahre waren die ergiebigsten in seiner Lehrerlaufbahn. Sein Tätigkeitsbereich erstreckte sich von höchst praktischen Aufgaben — Erteilen von Posaunenunterricht und Vorführen der Posaunentechnik, wobei eines seiner Hauptinteressen dem Ansatz des Mundstückes an den Lippen galt — über die Bereitstellung von Material sowohl für den Unterricht (Lehrmethoden für Trompete, Posaune und andere Blasinstrumente) als auch für Konzertaufführungen (13 Posaunenkonzerte und zahlreiche Bearbeitungen) bis hin zu organisatorischen Aufgaben — Einführung der Kurse für Kapellmeister am Konservatorium und Gründung von Blaskapellen aller Art: eine für Studenten des Konservatoriums, andere für Amateure in Betrieben und schliesslich das staatliche Blasorchester.

So hat denn Wladislaw Michailowitsch den Liebhabern der Posaunenmusik ein breitgefächertes Vermächtnis hinterlassen: nicht nur seine Kompositionen, von denen heute viele zum festen Bestand des Standardrepertoires gehören, sondern auch die vorzüglichen Posaunisten, die er ausbildete (Schtscherbinin, Grigorjew und andere mehr), und die Impulse, die er dem Blasorchesterwesen in der Sowjetunion gab.

Brass Bulletin 38, II / 1982 Seiten 7–8

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