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Pyotr Naumovich Volkov (1877-1933)

Erster Posaunenlehrer am Konservatorium St. Petersburg

Von Petersburg bis Leningrad prägte Volkov eine eigenständige russische Posaunenschule durch sein Spiel, seinen Unterricht und mehrere Schülergenerationen.
Pyotr Naumovich Volkov (1877-1933)

Pyotr Naumovich Volkov

Piotr Naumovitsch Volkov, Professor für Posaune am Konservatorium von Petersburg, dem späteren Leningrad, ist eine der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten Russlands. Zum besseren Verständnis seiner Tätigkeit als Lehrer und ausübender Musiker müssen wir etwas weiter ausholen in der Geschichte des russischen Musiklebens.

Die Posaune gibt es in Russland seit Peter dem Grossen. Wie Jakob Stählin in seinem Buch Musik und Ballett in Russland schreibt, gefiel dem Zaren der pompöse Klang der Posaunen und der damals bereits ausser Mode gekommenen Zinken, welche er in Deutschland und Holland gehört hatte. Er liess eine Posaunengruppe aus Riga kommen, die am Hof die Aufgabe hatte, den Beginn der Mahlzeiten zu verkünden.

Darauf erschien die Posaune auch in der Militärmusik und in den damals noch leibeigenen Blaskapellen. Einige Namen berühmter russischer Posaunisten sind uns noch bekannt, so etwa Lukaschov aus dem Orchester des Fürsten Jussupov oder der Moskauer Posaunist Kegel.

In den Jahren 1876/1877 schuf Nikolai Rimskij-Korssakov ein Konzert für Posaune und Blasorchester, welches am 16. März 1878 unter seiner Leitung uraufgeführt wurde — Solist war der Sergeant Leonov.

Die Posaune war erst im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts im russischen Opernorchester heimisch geworden, im Sinfonieorchester sogar noch später. Die Posaunisten in den Kaiserlichen Orchestern waren zu jener Zeit allesamt Ausländer.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts kommt es zu einem raschen Aufschwung des nationalen Musiklebens in Russland. 1859 wird in Petersburg die Russische Musikgesellschaft gegründet, deren Ziel die Organisation von Konzerten und die Verbreitung der Musik auf weite Kreise ist. In diesem Zusammenhang entstand auch die Forderung nach Musikern aus dem eigenen Lande, welche an eigenen Musikschulen ausgebildet werden sollten. Anton G. Rubinstein war es, welcher 1862 in Petersburg das erste russische Konservatorium gründete. Die Lehrkräfte stammten allerdings noch meist aus dem Ausland.

Der erste Posaunenlehrer war der Österreicher Franz Josef Türner (1831-1909), welcher 1879 den Professorentitel verliehen bekam. Unter seinen Schülern war nun Pjotr Naumovitsch Volkov, der spätere Begründer der russischen Posaunenschule.

Volkov kam am 12. Januar 1877 im Dorf Golovtschino im Gouvernement Kursk zur Welt. Sein Vater war ein berühmter Hornist, welcher einst Tschaikovskij mit dem Solo in dessen zweiter Sinfonie in Erstaunen versetzt hatte.

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Brass Bulletin 37, I / 1982 Seiten 15–18

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