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Akim Alexeyevich Kozlov
Künstlerprofil eines Posaunisten
Akim Alexeyevich Kozlov ist nicht nur Verdienter Künstler der Russischen Föderation sondern auch Professor und zudem Solo-Posaunist am Honoured Academic Symphony Orchestra der Leningrader Philharmonie. Er kann deshalb zu Recht als einer der hervorragendsten Posaunisten des XX. Jahrhunderts betrachtet werden. Im Vergleich mit den Karrieren anderer praktischer Musiker ist die seine ein einzigartiges Phänomen. Dem Instrument auch noch im Alter von 74 Jahren seinen frischen, schönen, glanzvollen Ton zu entlocken, ist nur wenigen Auserwählten möglich.
Der künstlerische Leiter der Leningrader Philharmonie, V. Fomin, beschrieb kürzlich die gegenwärtigen kreativen Möglichkeiten des Orchesters und lobte dabei die von A. A. Kozlov geführte Posaunengruppe mit den folgenden Worten: «Die Posaunengruppe ist eine der stärksten Gruppen des heutigen Orchesters. Ihr Führer, der Verdiente Künstler der Russischen Föderation A. Kozlov, ist ein alteingesessener Philharmoniker, der seit beinahe vier Jahrzehnten in unserem Orchester spielt. Es ist von ihm stets nur erstklassiges Spiel zu hören, vor allem in verantwortungsvollen Solo-Partien (Ravels «Bolero», die Siebte Symphonie von Sibelius, die Fünfzehnte von Schostakowitsch)».¹ E. A. Mravinsky sagt: «Wenn A. Kozlov an einem Konzert teilnimmt, so ist das gute Zusammenspiel der Blechbläser sichergestellt.» Aufgrund dieser Aussagen ist es möglich, die Bedeutung und Grösse eines Künstlers zu verstehen, dessen Leben und dessen kreative Tätigkeit sowohl für den Berufsmusiker wie den Zuhörer von tiefem Interesse sind.
Akim Alexeyevich war in eine grosse und ganz unmusikalische Handwerkerfamilie hineingeboren worden, die im Dorf von Yarygino im Staate Smolensk an der Obukhov Fabrik tätig war. Wie so viele andere kam er durch Amateur-Unternehmungen zum ersten Mal mit Musik in Berührung: er hörte gerne Militärkapellen zu, von denen es damals recht viele gab. Im Alter von zwölf Jahren begann Akim zum ersten Mal in einer Amateur-Blechblasgruppe zu spielen. Sie wurde vom Trompeter Petrov geleitet, und dieser brachte ihm auch bei, wie man dieses Instrument spielt. Akim spielte es während drei Jahren. Im Sommer verdiente sein Vater etwas zusätzlichen Lohn, indem er Kühe weidete, und sein Sohn half ihm dabei, indem er ein Hornsignal blies, um die Kühe zusammenzutreiben.
Im Jahre 1923 wurde er bei einer Eisenbahn-Abteilung eingeschrieben als Mitglied der Kapelle, die unter Fyodor Nikolayevich Yakovlev spielte. Dank seiner guten Leistungen in Amateur-Konzerten wurde ihm die erste Trompete übertragen, danach dann der Bariton. Da das Regiment in Oranienbaum stationiert war (heute Lomonosov), hatte der junge Musiker die Gelegenheit, in Petrograd (heute Leningrad) Symphonie-Konzerte zu besuchen. Dies ermöglichte ihm einen Zugang zu einer der bedeutendsten Musikformen. Zudem hatte das Kulturleben einer der glanzvollsten Städte der ganzen Welt notwendigerweise einen günstigen Einfluss auf die Prägung der kreativen Persönlichkeit dieses jungen Musikers, welcher sich fest vorgenommen hatte, sich eine musikalische Berufsausbildung zu verschaffen. Aussergewöhnliches Talent und Fleiss ermöglichten es ihm im Jahre 1931, einer besonderen Fakultät für Arbeiter (Rabfak) praktisch ohne jegliche berufliche Vorbereitung beizutreten. Die Fähigkeiten und die Individualität Akim Alexeyevich gewannen die Aufmerksamkeit des Vorstehers der Leningrader Posaunen-Schule, Professor P. N. Volkov, und dieser seinerzeit hervorragende Posaunist nahm Akim Alexeyevich unter seine Fittiche. Nach zweijährigem Studium unter diesem ehrwürdigen Professor wurde Akim Alexeyevich am Konservatorium zur Klasse von E. A. Reich zugelassen.
Während seiner Studien an der Rabfak kam er in Kontakt mit vielen berühmten Bläsern wie M. Buyanovsky, V. Kuznetsov, A. Berezin, V. Hensler, A. Gordon und vielen anderen, die die Glanzlichter der Petersburger-Leningrader-Schule waren. Dies übte zweifelsohne einen günstigen Einfluss auf den rasanten Weg von Akim Alexeyevich aus. Er meisterte sein Instrument bereits mit solcher Vollkommenheit, dass er ein Wettspiel gewann, das ihm einen Posten im Orchester des berühmten Mariinsky Opera Theaters eintrug. Arbeit und Studium zu kombinieren, erwies sich jedoch als zu schwierig, weshalb er das Theater leider aufgeben musste.
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Brass Bulletin 40, IV / 1982 Seiten 46–52
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