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Anton Hansen (1877-1947)
Der skandinavische Vater der Posaune
Von Per Gade
Zusammenfassung: Im ersten Beitrag über Anton Hansen, den Begründer der skandinavischen Zugposaunenschule (Brass Bulletin Nr. 27) hörten wir über seine Kindheit, Jugend und seine ersten Jahre als Orchestermusiker. Im zweiten Teil (Brass Bulletin Nr. 28) kommt Anton Hansen nach Berlin, um bei dem berühmten Posaunenvirtuosen Paul Weschke von der Berliner Oper zu studieren. Er zeichnet uns ein lebendiges Bild dieses Musikers, sowie des Berliner Musiklebens um 1911. Anton Hansen reist weiter nach Leipzig, wo wir Herrn Kammermusiker Bamberg vom Gewandhaus-Orchester treffen. Weiter erleben wir seine Reise nach Paris und das Treffen mit dem Tubisten Hellberg. Die zweite Folge endet mit Anton Hansens Erlebnissen mit dem Komponisten Carl Nielsen als Dirigent in der Königlichen Kapelle in Kopenhagen.
Um 1909. Anton Hansen im Quartett, beim Spielen von Ramsøes Werken. Mit Suhr, Lauritz Sørensen (Trompete), Jensen-Jørgensen (Tuba), Anton Hansen (Ventilposaune).
Jean Sibelius
Um die Jahrhundertwende hörte Anton Hansen zum erstenmal den Namen Jean Sibelius. Das war während der Probe seiner ersten oder zweiten Sinfonie, im ursprünglichen Konzertsaal des Tivoli-Gartens (es hat später ihrer mehrere gegeben).
Anton Hansen schreibt hierüber in seinen Erinnerungen:
Ehe wir anfingen, sagte Joachim Andersen [weltberühmter dänischer Flötist und Dirigent, Brass Bulletin Nr. 27]: «Jetzt werden wir die ausgeteilte Nummer probieren. Sie ist von einem jungen, talentierten finnischen Komponisten.
— Er ist leider Branntweinsäufer!» Ja, so hat er gesagt, und ich erinnere mich so deutlich, denn es hat sich tiefer und tiefer in mein Gedächtnis eingeprägt, je mehr Verständnis ich für Sibelius' bahnbrechende Werke aufbrachte.
Viele Jahre nachher lernte Anton Hansen Sibelius gründlich kennen, sowohl als Komponisten als auch als Menschen. Im Laufe der Zeit gab Sibelius oft Konzerte in Kopenhagen, sowohl im Konzertsaal des Tivoli-Gartens als auch im Konzertsaal des «Odd Fellow Palais», wo Anton Hansen unter der Leitung von Sibelius viele von dessen Werken spielte.
Anton Hansen schreibt hierüber:
Als Dirigent war er bezaubernd. Seine Stabführung hatte eine nervöse Spannung, die dem Inhalt des Werkes entsprach. Sibelius' Dirigieren war nicht willkürlich. «Finlandia» z.B., das Werk, das ich mehrmals unter seinem Taktstock gespielt habe, wurde immer im selben Tempo gespielt. Das «allegro assai» wurde in dieser Komposition (M.M. 𝅗𝅥 = 124) gespielt.
Beim Dirigieren zitterten Sibelius' Hände sehr stark, und es kam vor, dass — wenn die Komposition ein Verweilen forderte — er mit der linken Hand den Taktstock halten musste, bis er weiterfahren konnte. Die Zeit während der Proben flog, denn der Meister war alles andere als langweilig.
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