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Musik in einer Amerikanischen Grenzsiedlerkommune

Aurora Colony

Teil 3 – Ende

Von Deborah M. Olsen

In Aurora zeigen Bläser, Kammermusik und restaurierte Instrumente, wie gemeinsamer Glaube, deutsches Erbe und amerikanisches öffentliches Leben zusammenkamen.
Musik in einer Amerikanischen Grenzsiedlerkommune

Keils Sohn Frederick, der nicht genug Charisma besass, nach seines Vaters Tod die Kolonie anzuführen, war Mitglied und zeitweise Leiter der Koloniekapelle. Sein Name als Bearbeiter erscheint auf mehreren Stücken, darunter die Carlsbader Concert Polka und die Haimenskinder Polka.

Das Orchester in Aurora war keine so reguläre Institution wie die Pioneer Band. Koloniehistoriker Hendricks schreibt, daß Henry C. Finck «verschiedene Orchester» betreute,³⁴ doch gibt es wenig Aufschlüsse über Mitglieder, Proben, Aufführungen und Repertoire solcher Orchester. Kleine Kammermusikgruppen waren in Aurora verbreitet, besonders in Fincks Haus, und auf solche mag sich Hendricks bezogen haben.

Fincks Sohn beschreibt ein Beispiel in seiner Autobiographie: «Zwei junge Männer, Lawrence Ehlen und William Schwaderer, kamen uns oft Streichquartette spielen helfen. Wir begannen mit den leichten, gehaltvollen Stücken von Pleyel und drangen dann bis zu Haydn, Mozart und Beethoven vor. Ehlen und Schwaderer waren echte Enthusiasten. Nichts konnte sie davon abhalten, zu kommen, selbst wenn es wie aus Kübeln goss und ihr Wagen durch mehr als fußtiefen Morast gezogen werden musste.»³⁵

Henry T. Finck spielte Cello und Klavier (neben der kleinen Trommel in der Band) und sein Bruder Edward Flöte und Klavier. Ihr Vater, der ziemlich alle Instrumente spielen konnte, tat sich auf der Geige und der Gitarre hervor. Finck macht in seiner Autobiographie klar, dass er Kammermusik bevorzugte und dass kleine Kammerensembles das höchste musikalische Niveau in Aurora erreichten.

Er verachtete Leute, «denen Musik einerlei ist, außer Galopps und Polkas, denen die Gefühle tiefster Glückseligkeit und Ekstase fremd sind, welche die Seele eines feinfühligen Menschen erfüllen, wenn er hochstehende Musik hört; ja, da spielt man eine Beethoven-Sonate oder Mozart-Ouvertüre, und sie hören einen Moment lang zu, um dann aufzustehen und Marching Through Georgia zu pfeifen... und wenn man fertig gespielt hat, fragen sie sogleich, ob man nicht etwas «mit einer Melodie drin» spielen könne, etwas, was «richtige Musik» genannt werden könne, wie Captain Jinks oder so...».³⁶

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Brass Bulletin 36, IV / 1981 Seiten 64–77

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