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Musik in einer Amerikanischen Grenzsiedlerkommune

Aurora Colony

In Aurora prägte Musik Feste, Feiern und öffentliche Anlässe, während eine Blaskapelle den Ruf der Kolonie weit über Oregon hinaustrug.
Musik in einer Amerikanischen Grenzsiedlerkommune

Die Proben waren anscheinend öffentlich. Nach einer zeitgenössischen Quelle pflegte die Band «an schönen Abenden zum Ergötzen der Reisenden zu üben.»¹⁴ Ob öffentlich oder nicht, man bestand auf Höchstleistungen. Der Bassist George Wolfer erinnert sich, dass alle Soli bis zur völligen Zufriedenheit aller Anwesenden zu spielen waren.

Die Pioneer Band war aus den Kolonieveranstaltungen wie Frühlings- und Sommerfest, Dr. Keils Geburtstagsfeier am 6. März, Beerdigungen und den meisten kirchlichen Feiertagen nicht wegzudenken.¹⁵ Oft spielte sie in den beiden Saalbauten konzertmässig oder zum Tanz, den Sommer über oftmals auf dem Podium im Aurora-Park. Die 5 Hektaren Land für diesen Park, in Fronarbeit gerodet und unterhalten, waren der Kolonie von Henry C. Finck eigens zu diesem Zweck überlassen worden.

Hendricks schreibt: «Die Kolonisten... bauten den Park aus und verschönerten ihn, bauten ein grosses Podium, erstellten Sitzgelegenheiten für ein zahlreiches Publikum sowie eine geräumige Küche und eine grosse Bäckerei für die Zubereitung von Mahlzeiten bei Festlichkeiten. Sie häuften Erdreich zu einem grossen Wall an, an geeigneter Stelle für das grosse Podium, das Amphitheater der Sitzreihen und den geräumigen Restaurationsbetrieb. Sie bepflanzten den Wall mit schönem Rasen, von Blumen eingefasst, und richteten zuoberst einen einzigartigen, schmuckvollen Platz für die Blaskapelle ein.»¹⁶

Auf Anregung Henry C. Fincks wurden am Kirchturm zwei Balkone angebaut, um das Wechselspiel zweier Gruppen zu ermöglichen,¹⁷ und oft spielte die Band von einem oder beiden Balkonen. Auch die Dachterrasse des Hotels (zwischen 1864 und 1867 gebaut) diente der Band bei festlichen Anlässen. Nach dem Bau einer Eisenbahn begrüsste sie gelegentlich ankommende Reisende mit kurzen Darbietungen von dieser Warte aus.¹⁸

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Brass Bulletin 35, III / 1981 Seiten 49–58

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