Brass Bulletin 37, I / 1982 Seite 4–6 · 3 Min. Lesezeit

Vorwort

Angesichts der Industrialisierung der Musik plädiert Jean-Pierre Mathez für lokale Musikgemeinschaften, in denen Komponisten, Interpreten und Publikum Identität neu gestalten.
Vorwort

Editorial inspiriert von einigen Gedanken, die Alvin Toffler in seinem Buch The Third Wave (W. Morrow & Co., New York 1980) entwickelt hat.

Wer heute ein künstlerisches Métier ausübt, muß bestrebt sein, den Entwicklungstendenzen der verschiedenen Ausdrucksweisen in den verschiedenen Gesellschaften auf der Spur zu bleiben. Den im Unterhaltungssektor tätigen Musikern ist diese Notwendigkeit der Anpassung als lebenswichtig vertraut. Im sogenannt «klassischen» Sektor werden solche Tendenzen nicht durch die Gefolgschaft der Massen (der potentiellen Kundschaft auf dem Musikmarkt) bestätigt. Deshalb haben es der Musiker und die ihn beschäftigenden Institutionen in der Hand, den von den Musikschaffenden (den zeitgenössischen Komponisten) «lancierten» Strömungen aktiv oder passiv zu widerstehen. Darin dürfte eine der grundlegendsten Ursachen für die Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Musikern und den gebildeten «klassischen» Komponisten liegen.

Dies führt uns zu einer anderen Frage: wohin führt man uns, die Interpreten? Was sagt der musikalische Diskurs der heutigen Komponisten aus? Welches sind die Wechselwirkungen zwischen der «Ästhetik» und der «Botschaft» als Überträgern der kompositorischen Gedanken einerseits und der gewählten musiksprachlichen «Formeln» und «Codes» andererseits?

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