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Ungarn-Spezial
Die Blechbläserkammermusik in Ungarn
Der ungarische Musiker und Pädagoge wurde 1930 geboren. Er war Schüler von Imre Lubik an der Franz-Liszt-Musikakademie. Seit 1963 unterrichtet er an diesem Institut.Seit mehr als 30 Jahren hat er mit ungarischen Spitzenorchestern gespielt. Er ist Gründungsmitglied des ungarischen Blechbläserquartetts. Ausserdem unterrichtet er Kammermusik für Blechbläser an der Akademie und im Musiklager von Barcs. Er hat auch verschiedene Werke veröffentlicht: Anfänger Trompeten- und Kammermusik, Kammermusikliteratur usw.Die Ungaren liessen sich zur Zeit der Völkerwanderung um 986 in ihrer heutigen Umgebung am Fusse der Karpaten nieder. Trotzdem gibt es musikalische Überlieferungen aus jener Gegend lange vor dieser Zeit. Beim Plattensee wurde ein Haus aus der Bronzezeit ausgegraben, etwa 2000 v. Chr., unter dessen zahlreichen Fundgegenständen sich auch ein schneckenförmiges Muschelhorn befand. Dies und zwei andere in Ungarn aufgefundene Schneckenhörner sind die ältesten im Lande aufgefundenen Verwandten der Blechblasinstrumente.In der Römerzeit wurden in unserem Land viele Städte und Garnisonen gegründet, die während der letzten 50 Jahre laufend ausgegraben wurden. Eine der Entdeckungen war eine perfekt erhaltene römische Tuba, die heute im Budapester Nationalmuseum ist. Neben diesen Musikinstrumentenfunden bezeugen auch geschriebene Dokumente dass die Ungaren schon in der Völkerwanderungszeit Blechblasinstrumenten-ähnliche Instrumente verwendeten. Nach der Besetzung ihres neuen Landes marodierten sie weiter westwärts und kamen 926 bis St. Gallen südlich des Bodensees. Dies erzählt der Chronist über die Ungaren: «Ihre Vorhut und Kundschafter signalisierten mit Claironsignalen und Schüssen, dass Feinde in der Gegend seien.» Auch: «Nachdem sie das Kloster niedergebrannt hatten, hörten die Ungaren mit dem Hornlärm auf, beendeten ihr Kriegsgeschrei und zogen ab…» Dies beweist, dass die Ungaren schon während der Völkerwanderung Blechblasinstrumente benutzten.Viele Informationen sind uns aus den folgenden Jahrhunderten überliefert über die Verwendung der Blechblasinstrumente durch die Ungaren zu Kult- und Kriegszwecken — wie es ja auch die westeuropäischen Völker zu jener Zeit zu tun pflegten. Ein Inventar des Klosters Pannonhalma aus dem 11. Jahrhundert führt zwei Hörner aus Silber auf, eines davon vergoldet. Im Gebetbuch der heiligen Elisabeth von Ungarn aus dem 12./13. Jhdt. findet sich eine Miniatur, die ein zeitgenössisches Orchester zeigt. Eines der fünf abgebildeten Instrumente ist ein Horn. Vom 14. Jhdt. an teilten sich die Funktionen der Trompeter allmählich in Hof- und Militärmusik auf. Sozialstatus und Arbeit dieser Trompeter war gleich wie in Westeuropa. Deshalb möchte ich hier nicht weiter ins Detail gehen und bloss eine kleine illustrative Anekdote aus jener Zeit erzählen: Anlässlich der Hochzeitszeremonie von König Mathias und Beatrix von Arragonien wird viel von Trompetern berichtet. Interessanter aber ist noch, dass Königin Beatrix ihren eigenen Lieblingsposaunisten aus Neapel mitbrachte, der plötzlich am Weihnachtsabend verstarb. Er wurde mit grossem Pomp in Buda begraben, und seine Posaune und seine Lieblingsblasinstrumente wurden auf seinem Katafalk aufgebahrt.Blasorchester entwickelten sich aus den Trompetenensembles der Armee. Von Blechbläserkammermusik spricht man in unserem Land erst seit 1948. Damals begann mein leider frühverstorbener Lehrer, der Trompetenkünstler Imre Lubik, seine Versuche. Erst heute, dreissig Jahre später, können wir seine Weitsicht richtig einschätzen, dass er, obwohl von der Welt abgeschnitten, die Wichtigkeit der Kammermusik erfasste und versuchte, sie auf unsere Instrumente zu übertragen. Sein Ensemble war das erste Blechbläser-Kammerensemble unseres Landes. Sein Enthusiasmus teilte er auch seinen Schülern mit, welche seine Arbeit dann weiterführten.
Von Frigyes Varasdy
Teil 1
Die Tuben im Jazz und der Unterhaltungsmusik I
Von Michel Laplace
Frei
Die finnischeTradition des Blechbläserseptetts
Eine verborgene Tradition: Über 200 Blechseptette prägten Finnlands Musikleben – zwischen Militärtradition, Festen und Komponisten wie Sibelius.
Von Kauko Karjalainen
Teil 3
Jazz Improvisation III: die melodische Molltonleiter
Von Charlie Shoemake
Flügelhörner, Kornette und Trompeten mit Klappen oder Ventilen in den grossen französischen Opern
Von William E. Runyan
Frei
Gedanken- und Erinnerungssplitter zu “Passages” für Trompete und Streicher
Mundstück, Instrument, Methode? Oder liegt das Problem woanders? Eine Reflexion über Zweifel, Wettbewerb und das innere Gleichgewicht des Musikers.
Von Victor Fenigstein
Unbestimmte Instrumentation
ein Mittel, die Instrumentaltechnik zu erweitern
Kann Technik über die Notation hinausgehen? James Fulkerson untersucht neue instrumentale Möglichkeiten und betont die zentrale Rolle der Improvisation für deren Entwicklung.
Von James Fulkerson
Die Tuba im Blechbläserquintett (Interview)
Von Mel Culbertson
Unbekannte Werke für Trompete - J. Riepel (1709-1782)
Von Albert Hiller
Robert Davis King (1914-1999)
Von Jean-Pierre Mathez
Frei
Warum so tun als wäre man Mozart? Antwort and B. Krol
Soll man in der Kadenz Mozart imitieren? Peter Damm plädiert für stilistische Treue ohne Nachahmung — im Dialog mit Bernhard Krol.
Von Peter Damm
Jan Koetsier
Komponist zum Ruhme der Blechblasinstrumente
Von Jean-Pierre Mathez
Teil 2
Eine sensationelle Entdeckung: 12 Blechbläserquintette (1850) von Jean Bellon
Von Raymond Lapie
Teil 1
Hat Bach die corno da caccia Partie der Messe für Reiche geschrieben? I
Von Peter Damm
Teil 3
Hat Bach die Partie für Corne der Messe für G. Reiche geschrieben? III
Von Peter Damm
Sinfonisches Tubablasen
Ein Appell an das Orchester: Lewis Waldeck warnt vor solistischem Tubaklang und fordert die Rückkehr zu einem dunklen, verschmelzenden Orchestersound.
Von Lewis Waldeck
Generalkatalog für Blechbläser
Eine Spezialausgabe für die Blechbläserwelt: Der Gesamtkatalog bündelt Instrumente, Noten und Zubehör — ein einzigartiger internationaler Überblick.
Sigismund Neukomm (1778-1858) und die Posaune
Von Raymond Lapie
Mitglied
Ein Hornduo von Händel in Südamerika aufgefunden
Eine über Südamerika wiedergefundene Hornschule des 18. Jahrhunderts ergänzt ein Händel-Duett und überliefert erstaunlich zeitgemässe Spielratschläge.
Von Edward H. Tarr
Teil 2
Einfluss von Berlioz auf den Gebrauch der Blechblasinstrumente II
Von Ernest H. Gross
Savoir de quelle note on parle [nur in Französisch]
Wie lässt sich Tonhöhe klar bestimmen ohne gemeinsame Referenz? Ischer zeigt die Verwirrung (Oktaven, Teiltöne/Harmonische) und fordert eine akustische Basis.
Von Robert Ischer
Vinko Globokar
Der Aufständische
Von Jean-Pierre Mathez
Mitglied
Teil 2
Verzierungen in Hornkonzerten des 18. Jahrhunderts?
Willkürliche Veränderungen
Das Naturhorn ließ wenig Raum für Übermaß: Peter Damm stellt die Verzierungspraxis des 18. Jahrhunderts den Grenzen von Umfang, Stil und Notation gegenüber.
Von Peter Damm
Cyfartha Castle: Ursprung einer Gattung
Das Repertoire der Cyfartha Band ist unter allen bekannte Quellen der Blechbläser-musik einzigartig
Von Herbert Trevor