Brass Bulletin 13, I / 1976 (Seite 59–62) · 2 Min. Lesezeit
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Über die Posaunenstimme des Boléro von Ravel

Teil 1

Von Jean Douay

Wie spielt man Boléro heute? Nach 100 Aufführungen geht Jean Douay über Stilfragen hinaus und plädiert für ein flexibles, homogenes und kontrolliertes Spiel.

Nach 15 Jahren als erster Posaunist und etwa 100 Konzerten mit dem Boléro auf dem Programm kann uns Jean Douay einiges zu diesem Thema mitteilen (Red.).

Jeder erste Posaunist wird in seinem Orchester vor die Aufgabe gestellt, Ravels Boléro zu spielen. Dieses Werk, das eine der schwierigsten Solostimmen des Repertoires enthält, wird von den Dirigenten, für die es eine Erfolgsgarantie bedeutet, gerne aufs Programm gesetzt: brillante Musik, die mühelos auswendig dirigiert wird. Auf Konzerttourneen ist es sogar vorgekommen, dass es als Zugabe gewählt wurde (siehe Bernstein mit dem Orchestre National de France).

Analysiert man die verschiedenen Aufführungen des Boléro, so fällt Folgendes auf:

— zuerst die unterschiedlichen Tempi: Unter Pierre Dervaux dauert das Werk 19 Minuten, während Paul Paray es in 14 Minuten spielen lässt. Zwischen diesen Extremen liegen die vernünftigen Spielzeiten anderer Meister wie Bernstein, Martinon, Karajan u.a.

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