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19th-century brass instruments at the Shrine to Music Museum Vermillion

19th-century brass instruments at the Shrine to Music Museum Vermillion

Margaret Downie Brown, Kuratorin
Fotografien von Simon Spicer, Zentrum für Bildungsmedien, Universität von Süd-Dakota, Vermillion, SD, USA.

Ausserordentliche Sammlungen mit insgesamt mehr als 4000 Musikinstrumenten können im «Shrine to Music»-Museum in Vermillion, South Dakota, USA besichtigt werden.

Vermillion, eine kleine Universitätsstadt des mittleren Westens, liegt in der südöstlichen Ecke des Staates an der touristischen Hauptroute zu den schwarzen Bergen von Süd-Dakota und ihrem bekannten «Gral der Demokratie», dem Mt. Rushmore.

Das «Shrine to Music»-Museum und Zentrum für das Studium historischer Musikinstrumente wurde 1973 als akademische Zusatzeinheit der Universität von Süd-Dakota gegründet und kann den Grad eines Master of Music verleihen mit Schwerpunkt auf die Geschichte der Musikinstrumente, was in den Vereinigten Staaten das einzige Angebot eines solchen Programms darstellt. In den 14 Jahren seit seiner Gründung hat das Museum enorm expandiert, und seine Bestände sind nun in Grösse und Wichtigkeit mit den grossen europäischen Sammlungen vergleichbar.

Das von der amerikanischen Museenvereinigung akkreditierte «Shrine to Music»-Museum weist sechs grössere Galerien auf, eine Forschungsbibliothek, ein voll ausgerüstetes Restaurationslabor, Studienerleichterungen im Magazin und einen intimen, hundertplätzigen Konzert- bzw. Vortragssaal mit grossartiger Akustik. Das von fünf Leuten geleitete Museum ist sieben Tage in der Woche geöffnet und kostet keinen Eintritt.

Die Bestände des Museums umfassen hauptsächlich drei Sammlungen: Die Sammlung von Musikinstrumenten und Büchern von Arne B. Larson, die Sammlung von Holzblasinstrumenten aus dem 19. Jahrhundert von Wayne Sorensen und die Sammlung italienischer Streichinstrumente aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert von Witten-Rawlins. Ausserdem kommen ständig zahlreiche Instrumente hinzu, sei es als Geschenke oder Käufe. Die Instrumentensammlungen werden flankiert von einer grossen Bibliothek aus Büchern und Periodica, Fotografien, Noten, Tonaufnahmen und dazu in Beziehung stehenden Gegenständen der musikalischen Erinnerung.

Die Blechblasinstrumente machen ungefähr 38 % (1540 Instrumente) der Bestände des Museums aus. Besonders gut vertreten sind Blechblasinstrumente aus der Zeit von 1875 bis 1950, die in amerikanischen Bands und Orchestern gespielt wurden. Die aggressive Einkaufspolitik der letzten fünf Jahre hat die Bestände des Museums an europäischen Blechblasinstrumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert namhaft erhöht. Ein kürzlich erstelltes Inventar der Blechblasinstrumente im Museum ergab folgende Statistik: 272 Tuben, Helicons und Sousaphone; 260 Posaunen; 186 Tenorhörner, Baritone und Euphonien; 316 Althörner, Mellophone und Waldhörner; 440 Trompeten, Kornette und Flügelhörner; 37 Klappenblechblasinstrumente und 29 Blechblasinstrumente aus nicht okzidentalen Ländern. Eine Anzahl von Artikeln, Katalogen, Seminararbeiten und Doktorarbeiten wurden über die Blechblasinstrumente des Museums geschrieben; sie sind in der Bibliografie am Ende dieses Artikels aufgeführt.

Unter den bemerkenswerten Blechblasinstrumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert im «Shrine to Music»-Museum befinden sich folgende:

Zink

Nr. 3451. Tenorzink aus Deutschland, mitte 17. Jahrhundert. Ehemals Sammlung Canon Francis W. Galpin. Achteckiger Holzkörper mit Leder bezogen; freistehender, silberner Fischschwanz-Hebel und Klappe; Silberzwinge. Totale Länge des Korpus 96 cm. Durchmesser des Schallstückes 7 cm. (Foto 1).

Foto 1Nr. 3451. Zink aus Deutschland, Mitte 17. Jahrhundert.

Foto 1
Nr. 3451. Zink aus Deutschland, Mitte 17. Jahrhundert.

Posaune

Nr. 3592. Tenorzugposaune von Michael Nagel, Nürnberg, 1656. Ehemals Sammlung Bohland & Fuchs, Graslitz, Böhmen. Gravur auf dem Schallstückkranz: MACHT MICHAEL NAGEL NVR 1656. Die Initialen M N befinden sich über einem Vogelwappen zwischen dem ersten und zweiten Namen der Signatur. Der Zug könnte ein Ersatz aus dem frühen 18. Jahrhundert sein. Restauriert von Ursula Menzel, München, Westdeutschland, 1984. Rohrlänge 267,4 cm. Durchmesser des Schallstückes 10,5 cm. (Foto 2).

Foto 2Nr. 3592. Posaune von Michael Nagel, Nürnberg, 1656.

Foto 2
Nr. 3592. Posaune von Michael Nagel, Nürnberg, 1656.

Trompeten

Nr. 3873. Trompete von Paul Hainlein, Nürnberg, 1666. Gravur auf dem Schallstückkranz: MACHT PAVL/HAINLEIN IN NVRNBERG/ANNO 1666. Hahnenwappen über den Initialen P.H. zwischen den Worten HAINLEIN und IN. Zusammengesetztes Instrument, wahrscheinlich aus Teilen von zwei oder mehr Instrumenten dieser Zeit; Schallstück original. Restauriert von Gary M. Stewart, Konservator, «Shrine to Music»-Museum, 1986. Gesamtlänge 207,7 cm. Gewundene Länge 60,6 cm. Durchmesser des Schallstückes 10,2 cm. (Foto 3b).

Nr. 3600. Trompete von Johann Wilhelm Haas, Nürnberg, etwa 1690 bis 1710. Gravur auf dem Schallstückkranz: I W HAAS, FEC. NORIBER. Über fec ist ein vorwärtsblickender, hoppelnder Hase eingraviert. Nach Noriber ist ein Wappen mit darunter eingraviertem N angebracht. Restauriert von Ursula Menzel, 1984. Gesamtlänge 207,9 cm. Gewundene Länge 68,6 cm. Schallstückdurchmesser 10,8 cm. (Foto 3a).

Nr. 3601. Trompete von Johann Wilhelm Haas, Nürnberg, etwa 1700 bis 1720. Auf dem Schallstückkranz eingraviert: IOHANN/WILHELM/HAAS/NÜRNBERG und Initialen IWH über einer Gravur eines vorwärtsblickenden, hoppelnden Hasen. Der Schallstückkranz ist ausserdem mit Engelsköpfen und gepunztem Muschelmuster verziert. Restauriert von Ursula Menzel, 1984. Gesamtlänge 210 cm. Gewundene Länge 70 cm. Schallstückdurchmesser 11,1 cm. (Foto 3c).

Foto 3aNr. 3600. Trompete von Johann Wilhelm Haas, Nürnberg, ca. 1690-1710.Foto 3bNr. 3873. Trompete von Paul Hainlein,...

Foto 3a
Nr. 3600. Trompete von Johann Wilhelm Haas, Nürnberg, ca. 1690-1710.

Foto 3b
Nr. 3873. Trompete von Paul Hainlein, Nürnberg, 1666.

Foto 3c
Nr. 3601. Trompete von Johann Wilhelm Haas, Nürnberg, ca. 1700-1720.

Hörner

Nr. 3488. Jagdhorn von Wolf Wilhelm Haas, Nürnberg, nach 1706. Gravur auf dem Schallstückkranz: MACHT IOHANN/WILHELM/HAAS/INNVRNBERG und Initialen IWH über einer Gravur eines rückwärtsblickenden, hoppelnden Hasen. Am Kranz angelötet ist ein Löwenkopf mit Nasenring, ein Reiter zu Pferd und zwei Hunde, die einen Hasen und einen Hirsch jagen. Der Schallstückkranz ist dekoriert mit gepunztem Muschelmuster und eingravierten Bäumen und Arabesken. Restauriert von Ursula Menzel, 1984. Gesamtlänge 178,6 cm. Durchmesser der äusseren Windung 32,7 cm. Durchmesser des Schallstückes 15,24 cm. Bibliografie: Herbert Heyde, ”Zwischen Hörnern und Jägertrompeten”, BRASS BULLETIN 55, No. 3 (1986): 48 & 50. Foto 4.

Foto 4Nr. 3488. Jagdhorn von Wolf Wilhelm Haas, Nürnberg, nach 1706.

Foto 4
Nr. 3488. Jagdhorn von Wolf Wilhelm Haas, Nürnberg, nach 1706.

Nr. 3347. Jagdhorn von Paulus Schmidt, Nürnberg, ca. 1750. Gravur auf dem Schallstückkranz: MACHT PAULUS/SCHMIDT. IN/NÜRNB und ein Hahnenwappen zwischen den Initialen P S. Der Schallstückkranz ist verziert mit Gravuren von sechs gekrönten, doppelköpfigen Adlern mit ausgespannten Schwingen. Das Innere des Bechers ist schwarz bemalt. Gesamtlänge 224,79 cm. Durchmesser der äusseren Windung 30,48 cm. Durchmesser des Schallstücks 16,7 cm. (Foto 5).

Foto 5Nr. 3347. Jagdhorn von Paulus Schmidt, Nürnberg, etwa 1750.

Foto 5
Nr. 3347. Jagdhorn von Paulus Schmidt, Nürnberg, etwa 1750.

Nr. 4013. Jagdhorn von Georg Friedrich Steinmez, Nürnberg, vor 1740. Gravur auf dem versilberten Schallstückkranz: MACHT GEORG FRIEDRICH STEINMEZ IN NÜRNBERG und einem Strahlenkranzwappen unter den Initialen G F S. Der Schallstückkranz ist verziert mit eingravierten Blumen und Blättern sowie gepunztem Muschelmuster. Mundstück aus der Epoche. Restauriert von Gary M. Stewart, 1986. Gesamtlänge 309,88 cm. Durchmesser der äusseren Windung 31,12 cm. Schallstückdurchmesser 19,3 cm. (Fotos 6 und 7).

Foto 6Nr. 4013. Jagdhorn von Georg Friedrich Steinmez, Nürnberg, vor 1740.

Foto 6
Nr. 4013. Jagdhorn von Georg Friedrich Steinmez, Nürnberg, vor 1740.

Foto 7Nr. 4013. Schallstückkranz des Jagdhornes von Georg Friedrich Steinmez, Nürnberg, vor 1740.

Foto 7
Nr. 4013. Schallstückkranz des Jagdhornes von Georg Friedrich Steinmez, Nürnberg, vor 1740.

Nr. 2488. Jagdhorn von Joseph Raoux, rue Ticquetonne, Paris, um 1769 bis 1776. Gravur auf dem Schallstückkranz: FAIT À PARIS PAR RAOUX/.ORDINAIRE.DU.ROY.RUE.TICQUETONNE. Restauriert von Gary M. Stewart, 1979. Gesamtlänge 438,15 cm. Durchmesser der äusseren Windung 54,61 cm. Schallstückdurchmesser 26,35 cm. (Foto 8).

Nr. 1466. Jagdhorn von Balthas Fürst, Ellwangen, 1783. Gravur auf dem Schallstückkranz: MACHT BALTHAS FÜRST IN ELLWANG/1783. Innenseite des Schallstücks schwarz lackiert. Restauriert von Gary M. Stewart, 1978. Gesamtlänge 292 cm. Durchmesser der äusseren Windung 26,5 cm. Schallstückdurchmesser 22 cm.

Foto 8Nr. 2488. Jagdhorn von Joseph Raoux, Paris, ca 1769-1776.

Foto 8
Nr. 2488. Jagdhorn von Joseph Raoux, Paris, ca 1769-1776.

Adresse des Museums

The Shrine to Music Museum 414, East Clark Street Vermillion, SD 57069 USA Telefon: (605) 677-5306

Direkte Forschungsanfragen an: Dr. André P. Larson, Direktor, oder Dr. Margaret D. Banks, Kuratorin.

Eintritt und Öffnungszeiten

Freier öffentlicher Eintritt. Sieben Tage pro Woche geöffnet (ausser am Neujahrstag, am Erntedankfest und an Weihnachten). Öffnungszeiten: Montag-Freitag, 9:00-16:30; Samstag 10:00-16:30; Sonntag 14:00-16:30.

Bibliografie

Kataloge

Cross, Thomas E., ”Instruments of Burma, India, Nepal, Thailand, and Tibet.” The Shrine to Music Museum Catalog of the Collections, Vol. II. André P. Larson, ed. Vermillion, SD: The Shrine to Music Museum Foundation, 1982. 32 pp.

Stewart, Gary M., ”Keyed Brass Instruments in the Arne B. Larson Collection.” The Shrine to Music Museum Catalog of the Collections, Vol I. André P. Larson, ed. Vermillion, SD: The Shrine to Music Museum Foundation, 1980. 34 pp.

Diese Kataloge sind erhältlich vom «Shrine to Music»-Museum. Preise: USA und Kanada ₁ 6.50; Europa ₁ 9.50 (Luftpost) und Afrika, Asien und Südamerika ₁ 10.00 (Luftpost).

Dissertationen und Monografien

*Kitzel, Larry. ”The Trombones of the Shrine to Music Museum.” D.M.A. dissertation. Norman, OK: University of Oklahoma, 1985. 284 pp.

*Larson, André P. ”Catalog of the Nineteenth-Century British Brass Instruments in the Arne B. Larson Collection.” Ph.D. dissertation. Morgantown, WV: West Virginia University, 1974. 158 pp.

Larson, Mary Hueschen. ”Catalog of the Baritones and Euphoniums in the Arne B. Larson Collection of Musical Instruments.” M.M. thesis. Vermillion, SD: University of South Dakota, 1978. 245 pp.

*Moege, Gary Ray. ”A Catalog of the Alto Brass Instruments in the Arne B. Larson Collection of Musical Instruments.” D.M.A. dissertation. Norman, OK: University of Oklahoma, 1985. 639 pp.

Stewart, Gary M. ”The Restoration and Cataloging of Four Serpents in the Arne B. Larson Collection of Musical Instruments.” M.M. thesis. Vermillion, SD: University of South Dakota, 1978. 73 pp.

*Swain, John Joseph. ”A Catalog of the E-flat Tubas in the Arne B. Larson Collection at the University of South Dakota.” Ph.D. dissertation. East Lansing, MI: Michigan State University, 1985. 383 pp.

Artikel

Petersen, Mary [Larson] ”The Arne B. Larson Collection,” T.U.B.A. Journal, Vol. VIII, No. 2 (Fall 1980): 5-7.

——— ”The Arne B. Larson Collection, Part Two”, T.U.B.A. Journal, Vol. VIII, No. 3. (Winter 1980): 15-18.

——— ”Baritones and Euphoniums of European Origins in the Arne B. Larson Collection”, T.U.B.A. Journal, Vol. IX, No. 1 (Summer 1981): 3-7.

——— ”A Brief History of the Euphonium”, Instrumentalist, Vol. 35, No. 10 (May 1981): 16-17.

——— ”Double-Bell Euphoniums in the Arne B. Larson Collection”, T.U.B.A. Journal, Vol. VIII, No 4 (Spring 1981): 4-7.

⁎ Dissertationen sind käuflich erhältlich vom Mikrofilmdienst der Universität, 300 North Zeeb Road, Ann Arbor, MI 48106 USA.

Brass Bulletin 58, II / 1987 Seiten 50–59

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