Vincent DiMartino and Manny Laureano at Black Dyke Mills Band Concert – Graham Nicholson
Hakan Hardenberger – Paris Trumpet Quintet
John Wallace, Solotrompeter des wichtigsten Londoner Orchesters, der Philharmonia, war für die meisten Delegierten der Star der Konferenz. Er trat in mancherlei Funktionen auf: als dritter Trompeter im Orchesterstellen-Wettbewerb, als Leiter der grossartigen Wallace Collection of trumpeters, als Leiter des Equale Brass und in einem Solorezital mit elektronischer Musik. Seine Anwesenheit schenkte den Ereignissen Adel und Humor, und seine Anpassungsfähigkeit und reine Virtuosität brachte ihn allen Herzen näher.
Eine Reihe von Ensembles trat an der Konferenz auf, und die beste Schlussfolgerung, die man ziehen kann, ist, dass Ensembles, noch mehr als einzelne Spieler, nicht verglichen werden können. Als Blechbläserquintett überzeugte das Equale Brass mit dem besten Sinn für Ensemblespiel, während das Pariser Trompetenquintett ein anspruchsvolles und schillerndes Programm überzeugend darzubieten vermochte. Populärere Ensembleaufführungen bestritten das Chicago Brass Quintet und das Fine Arts Brass Ensemble, welche beide vom Canadian Brass gelernt zu haben scheinen, dass Unterhaltung ebenso geschätzt sein kann wie reine Musikaufführung.
John Wallace – Gavin S. Wells, U.S.A. winner of 1986 ITG Solo Competition
Fine Arts Brass Quintet – Chicago Brass Quintet
Die Studentenwettbewerbe waren etwas enttäuschend, sie zeigten ein ordentliches, aber langweiliges Niveau. Drei Wettbewerbe wurden abgehalten — ein Orchesterstellen-Wettbewerb, Jazz-Improvisation und ein Solowettbewerb.
Die meisten Trompetenbauer waren anwesend, aber man konnte nichts kaufen! Die Versammlung so vieler Instrumentenbauer unter einem Dach verschaffte mindestens eine einmalige Gelegenheit zum Vergleich und besonders zum Ausprobieren neuer Instrumente. Gewisse Fabrikanten verfolgen immer noch die naive und seltsame Verkaufstechnik, die Kopien von Trompeten berühmter Spieler anzupreisen. Es ist glücklicherweise nicht länger wahr, dass die besten Trompeten auch die teuersten sind, und es ist klar, dass der Wettbewerb dem Niveau gut tut. Besonders interessante neue Instrumente waren die italienische A & R Trompete, die Richard Smith Trompeten und die Pro-Brass Barocktrompete, die Crispian Steele-Perkins entworfen hat.
Die Abwesenheit berühmter Namen war zuerst ein Ärgernis, aber nach reiflicher Überlegung trug sie wohl zu einer besser ausgewogenen und interessanteren Woche bei. Eine Kritik, die man anbringen muss ist, dass das Interesse eher in Richtung Quantität als Qualität zu gehen scheint. Was kann denn der Wert eines Arrangements für 50 Trompeten des Dies Irae aus Verdis Requiem; ist es nicht viel erhebender, Gaeton Bertons Enesco oder Hardenbergers Henze anzuhören? Die Gewohnheit vieler Trompeter, anspruchsvollen Diskussionen über Musik aus dem Wege zu gehen kommt natürlich überall vor; in diesem Sinne war die Konferenz ein genauer Spiegel des künstlerischen Niveaus und der Interessen der Trompeter.
Festival of Trumpets