Machen Sie Brass Bulletin an Ihrer Hochschule, Ihrem Konservatorium oder Ihrer Bibliothek verfügbar Institutionellen Zugang entdecken

2 Min. Lesezeit

Kennen Sie George Swift?

In den 1930er-Jahren verband George Swift die Virtuosität des Kornetts mit Einflüssen des Jazz und prägte mit wenigen Aufnahmen das moderne Trompetenspiel.
Kennen Sie George Swift?

George Swift

Vor 10 Jahren erzählte mir Marcel Damant von einem ausserordentlichen Techniker der Trompete: George Swift. Anfang 1986 verstarb dieser Künstler und hinterliess viele Legenden, die aus einem Mangel an Information gesponnen worden sind. Glücklicherweise hatte ich Kontakt mit ihm aufgenommen als er in Marbella (Spanien) wohnte, und er vertraute mir eine Kassette mit seiner Lebensgeschichte an.

In Frankreich kennt man George Swift dank einer 78 Touren-Platte Odeon 279.083, die um 1936 erschien und im Radio gesendet wurde. Der Trompeter, nur am Klavier begleitet von Alec Templeton, interpretiert die «Airs Bohémiens» von Pablo de Sarasate und seine eigene Komposition «Sonia» (zwar Templeton zugeschrieben) die seiner Tochter gewidmet ist. Die unglaubliche Technik von Swift beeindruckte einige Kenner. Bis dorthin existierte die «konzertierende Trompete» eigentlich nicht. Überall spielte man entweder das Kornettrepertoire, im übrigen gut vertreten zu Swifts Zeit durch Jack Mackintosh und Harry Mortimer in seinem Lande, oder den Jazz, der damals zweifelsohne von Louis Armstrong dominiert wurde. Immerhin tauchte noch ein anderer Britte zu jener Zeit am Horizont auf (1935) der das 2. Brandenburgische Konzert von Bach (mit Adolf Busch) und zwei Sätze des Haydn-Konzertes aufnahm (1938 in Frankreich herausgegeben auf 78 Touren Columbia DX 933): George Eskdale.

Eskdale und Swift sollte das historische Privileg zufallen, ein solistisches Konzept für die Trompete zu entwickeln. Beide kamen aus der Brass-Band-Szene und hatten mit dem Jazz Kontakt gehabt. Swift wurde in South Shields in Nordengland 1911 geboren. Sein Vater blies Kornett in einer Brass Band, der Bolden Colliery. Daher beschloss Swift im Alter von 10 Jahren, Kornett zu blasen, und 5 Jahre später trat er in die berühmte St. Hilda Brass Band ein. Er spielte so alle «Klassiker» des Repertoires als Solist: «Zelda», «Cleopatra» und «Pretty Jane». Er soll sogar an der nationalen Ausstellung in Kanada (in Toronto) teilgenommen haben mit diesem professionell gewordenen Ensemble. Swift wurde daraufhin in einem von Bobby Hines dirigierten Tanzorchester engagiert, mit welchem er Tourneen in Deutschland und der Schweiz unternahm. Zu jener Zeit heiratete er Elfriede, der er ein Trompetensolo widmete. Im gleichen Genre der Musik bleibend trat er anschliessend in Deutschland ins Orchester von Bernhard Ette ein (1932 bis 1934). In Berlin erhielt er dann ein Telefonanruf des berühmten Dirigenten Jack Hylton. So wurde er in dessen sehr populäres Tanzorchester als Solotrompeter engagiert, und zwar bis zum 2. Weltkrieg.

Weiterlesen

Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.

Brass Bulletin 55, III / 1986 Seiten 69–73

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1986–2026

Artikel teilen

Facebook LinkedIn
Wird geladen…

Fragen und Antworten

So funktioniert die digitale Ausgabe

Was enthält die digitale Ausgabe?

Die digitale Ausgabe vereint die bereits digitalisierten Artikel als lesbare und durchsuchbare Online-Texte – nicht nur als Scans oder PDF-Dateien – mit ihren ursprünglichen Abbildungen, Anmerkungen, Angaben zu Autoren und Ausgaben sowie den verfügbaren Übersetzungen. Empfehlungen verwandter Artikel umfassen derzeit nur dieses digitalisierte Material.

Sind die digitalen Artikel mit den Originalen identisch?

Wir bewahren den ursprünglichen Text, die Sprache, Abbildungen, Bildlegenden, Fußnoten und den redaktionellen Kontext so originalgetreu wie möglich. Die Darstellung wird für ein angenehmes Lesen am Bildschirm angepasst; offensichtliche Übertragungs- oder Scanfehler können korrigiert werden. Inhalt und Charakter des veröffentlichten Artikels bleiben unverändert.

Welche Sprachen sind verfügbar?

Brass Bulletin erschien während seiner gesamten Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch. Italienische und spanische Übersetzungen kamen ab Ausgabe Nr. 60 hinzu.

Auf der italienischen und der spanischen Website werden die Artikel aus den Ausgaben 1 bis 59 daher standardmäßig auf Englisch angezeigt.

Wie oft werden neue Artikel hinzugefügt?

Neue Artikel werden fast täglich hinzugefügt; ungefähr eine vollständige Ausgabe wird pro Woche digitalisiert. Das Tempo kann je nach erforderlicher Vorbereitung, Bildbearbeitung und redaktioneller Prüfung variieren.

Warum sind noch nicht alle Artikel digital verfügbar?

Die vollständige Sammlung von Brass Bulletin umfasst 1’246 Artikel aus den Jahren 1971 bis 2003. Das vollständige Verzeichnis ist bereits online verfügbar und ermöglicht es, jeden Artikel der Sammlung zu entdecken – auch jene, deren vollständiger Text noch nicht digitalisiert wurde.

Die Digitalisierung begann im Februar 2026. Jeder Artikel wird sorgfältig für die Online-Lektüre aufbereitet, geprüft und mit seiner Ausgabe, den Autoren, Themen und Abbildungen verknüpft. Beim derzeitigen Digitalisierungstempo wird die vollständige Sammlung voraussichtlich bis Februar 2028 online verfügbar sein.

Warum verweisen manche Quellen auf Artikel, die noch nicht verfügbar sind?

Verweise in den Originalartikeln bleiben erhalten, auch wenn das Material, auf das sie hinweisen, noch nicht digitalisiert wurde. So bleiben die historischen und redaktionellen Zusammenhänge vollständig erhalten. Mit jeder weiteren digitalisierten Ausgabe werden mehr dieser Verweise zu online lesbaren Artikeln führen.

Kann ich einen Artikel vorschlagen oder einen Übertragungsfehler melden?

Ja. Wenn Sie einen bestimmten Artikel gerne digitalisiert sehen möchten oder einen möglichen Übertragungsfehler beziehungsweise eine fehlende Information entdecken, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Rückmeldungen unserer Leser helfen uns, die digitale Ausgabe zu verbessern und sinnvolle Prioritäten im Archiv zu setzen.

Wie kann ich Brass Bulletin unterstützen?

Ihre Unterstützung hilft, die Aufbereitung, Überprüfung und Online-Veröffentlichung der vollständigen Sammlung zu finanzieren.

Digitalausgabe abonnieren

Möchten Sie uns lieber unterstützen, ohne ein Abonnement abzuschließen?

Spenden

Wie kommt die Digitalisierung voran?

Wir machen Brass Bulletin nach und nach online zugänglich, Artikel für Artikel. Neu digitalisierte Artikel können Sie lesen, sobald sie verfügbar sind – auch wenn die gesamte Ausgabe noch nicht fertig ist.

Unser Digitalisierungsplan zeigt die neuesten Ergänzungen und die voraussichtlichen Verfügbarkeitstermine der kommenden Ausgaben. Diese Schätzungen basieren auf unserem jüngsten Arbeitstempo und können sich ändern.

Brass Bulletin durchsuchen.