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Wissenschaftliche Forschung auch bei den Blechbläsern
1975 kommen vier Musiker, Holger Fransman, Kauko Karjalainen, Arvo Kuikka und Olavi Lampinen (nach seinem Tod 1983 abgelöst von Jukka Vuolio) zusammen, weil sie sich der Notwendigkeit zur Rettung der erstaunlichen aber sterbenden Tradition des finnischen Blechbläserseptetts bewusst sind.¹
Sie sind aktiv, forschen, untersuchen, appellieren. Bald beschliesst die finnische Akademie, ein grosses Forschungsprojekt unter dem Titel «Bewegungen und Veränderungen der finnischen Musikkultur» zu finanzieren. Die von unseren vier Musikern begonnene Arbeit über die Septette gehören glücklicherweise dazu, und Kauko Karjalainen wird offiziell zum verantwortlichen Leiter dieses Sektors ernannt. Die Studie sollte bis Ende 1986 fertiggestellt sein.
Bis heute wurden folgende Gebiete erforscht: Das Blechbläserseptett² als Instrumentenkombination (historischer und praktischer Aspekt), Untersuchungen über Ausbildung und Beruf der Instrumentalisten (soziologischer Aspekt), das Septett als gesellige Aktivität (soziologischer Aspekt), Blechbläserseptette und Volksbewegungen oder Organisationen (historischer, politischer und soziologischer Aspekt), Blechbläserseptette als «regionale Orchester» ihrer Zeit (kultureller Aspekt), Septette als Ausdruck der ländlichen und städtischen Kultur (Veränderung der ländlichen Kultur), Ausrüstung der Septette mit Instrumenten (historischer und praktischer Aspekt) und schlussendlich das Repertoire der Septette (historischer, musikwissenschaftlicher und soziologischer Aspekt). Es wird auch die Frage des Wandels der Klangvorstellung behandelt. Charles Hamm beschreibt die Einführung der Brass Bands in den Vereinigten Staaten um 1830 als eine «dramatische Veränderung».³ Vorher waren die Leute vor allem an Holzblasinstrumenten in den Militärmusiken gewöhnt.
In Finnland tritt die vorherrschende Stellung der Blechblasinstrumente ab 1840 zu Tage. Die Militärmusiken jener Zeit waren stark von Russland beeinflusst, da sie zur zaristischen Armee gehörten. Zweifellos beeinflusste das Modell der Militärmusiken die zivilen Amateurblasmusiken, da nach der Auflösung der Militärmusiken die Musiker zu ihren verschiedenen Wohnorten in Finnland zurückkehrten. Man stellt eine starke Ähnlichkeit mit den schwedischen Blasmusiken fest (vor allem Sextetten). Eine ähnliche schwedische Studie wurde zur Verfügung gestellt, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.⁴
Auch wenn die grosse Mehrheit des Septettrepertoirs aus Märschen, Tanzmusik und Volksliedern besteht, gibt es doch auch eine gewisse Anzahl Originalwerke, für Septett geschrieben, welche, mit den Ouvertürenarrangements und den Opernauszügen als Kunstmusik bezeichnet werden können. «Tiera» von Jean Sibelius, ein Originalwerk, das publiziert und aufgenommen wurde⁵, kann hier als Beispiel dienen.
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Brass Bulletin 53, I / 1986 Seiten 36–39
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