7 Min. Lesezeit
Lauri Ojala
Finnischer Trompetenvirtuose
Von Timo Mäkinen
Lauri Ojala
Lauri Fritjof Ojala ist eine legendäre Persönlichkeit für die Musiker seines Landes. Seine Trompete hat die Musikliebhaber während Jahrzehnten betört, und sein Ruhm drang bis ins Ausland!
Er wurde am 22. September 1918 in Kaustinen geboren. Sein Vater war ein bekannter Volksmusiker, und ganz natürlich folgte er ihm und lernte zuerst «Kannel» (eine Art Zither), dann Geige (volkstümlich). «Lasse», wie ihn seine Freunde nennen, beschritt die traditionelle Laufbahn: mit 14 Jahren trat er in die Militärmusikschule des Regiments von Uudenmaa ein, und ab 1932 war er Schüler am Konservatorium von Helsinki (Geige bei Arvo Hannikainen und Trompete mit Vilho Pynnönen). Er beendete seine Studien 1938 mit glänzenden Abschlüssen, erledigte seinen Militärdienst und war bald Mitglied der Militärmusik des Regiments von Pori. Aber der Krieg brach aus! 1939 wurde er zur Front eingezogen, aber bald umgeteilt zu den Unterhaltungstruppen, die die Moral der Soldaten stärken sollte. Er spielte (auch für Radio Karelien) die brillanten Fantasien von Hoch oder Glickman. 1944, als diese schrecklichen Jahre vorbei waren, konnte die Karriere von Lauri Ojala endlich beginnen.
1933 - Militärmusikschule
1936 - Der Violinschlüssel auf der Uniform
Rascher Aufstieg
Wie bei allen Hochbegabten folgten sich die Etappen bis zum Gipfel sehr rasch. Man engagierte ihn ohne Probespiel als Solotrompeter des Orchesters von Turku (zweitgrösste Stadt Finnlands). Dies war seine erste Erfahrung in einem Sinfonieorchester. Wenige Wochen später folgte bereits die legendäre Episode des Probespiels für die durch den Tod Vilho Pynnönens freigewordene Solotrompeterstelle an der Philharmonie in Helsinki. Drei Kandidaten blieben im Stechen und konkurrierten mit «Fantasy» von Cords, dem Haydn-Konzert, Orchesterstellen von Wagner, Sibelius, usw.
In der dritten Runde, bei den Orchesterstellen, fühlte ich mich wirklich nicht wohl, denn ich hatte noch nie transponiert. Glücklicherweise war jener liebe Holger Fransman, seiner Zeit Solohornist des Orchesters, neben mir und flüsterte mir ein: «Zweieinhalb Stufen höher! Einen Ton tiefer!» Was für ein Erlebnis! Ich blieb ex aequo mit einem anderen Kandidaten, und jeder wurde eingeladen, sechs Monate Probezeit im Orchester zu verbringen... Ich blieb als Solist während 34 Jahren, bis 1977.
Zwei Ereignisse waren die Krönung des Talentes von Lauri Ojala: 1947 erhielt er den zweiten Preis (es gab keinen ersten Preis) am internationalen Musikwettbewerb in Genf (in der Jury sassen Henri Gagnebin, Carl Schuricht, Conrad Beck usw.). 1963 bat man ihn, Solotrompeter der Wiener Symphoniker zu werden.
Weiterlesen
Erhalten Sie vollständigen Zugang zur digitalen Ausgabe.
Brass Bulletin 53, I / 1986 Seiten 40–48
Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt © Brass Bulletin 1986–2026