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Teil 2

Die Kunst des Musikinstrumentenmachers

Methodische Enzyklopädie — Paris 1795

Die Kunst des Musikinstrumentenmachers

1795 erschien in Paris die methodische Enzyklopädie der mechanischen Handwerke und Künste. 1984 retten die Editions Minkoff in Genf den Band IV, der speziell von der Kunst der Instrumentenmacher und Geigenbauer spricht, durch eine Faksimile-Neuausgabe vor dem Vergessen (ISBN 2-8266-0295-0). Der leider anonym gebliebene Autor beschreibt die Instrumente in einer unwiderstehlichen Sprache.

Auszüge 2 *

Wer erzeugt denn bei uns das, was ich als musikalische Perspektive bezeichnen möchte?

Man erfindet heute keine Instrumente mehr, es sind genug erfunden worden, hingegen ist in ihrer Beschaffenheit noch vieles zu entdecken. Die Machart bezieht sich auf Material und Form. Unzählige Erfahrungen können in beiden Bereichen noch gesammelt werden!

Die Frage des Materials umfasst die Wahl der Werkstoffe und ihre Zurüstung.

Die Frage nach der Form schliesst die Verhältnisse von leer und voll ein, die Aussenformen, die Öffnungen, die Materialstärken, die Längen, Breiten und Tiefen, die Stimmungen, Saiten und Tasten usw.

[...]

Man kann die Benennung der Instrumente unterteilen in alte, moderne und ausländische.

Als alte Instrumente zählen jene der Hebräer, der Griechen, der Aegypter und der Römer. Was die hebräischen Instrumente betrifft, so handelt es sich um Saiten-Instrumente, Blasinstrumente und Schlagzeuge. Man findet ihre Beschreibung mehrheitlich im Werk eines Rabbiners, Abraham Arie von Mutina, einem Arzt von Beruf. Kircher hat seine Forschungen ausgewertet, und wir haben ihn vor allem für dieses Gebiet zu Rate gezogen.

Die griechischen, römischen und ägyptischen Instrumente sind häufig auf Baudenkmälern dargestellt, und nach den Kopien der Antiquare und Zeichnungen davon können wir sie zur Kenntnis bringen.


* Die Texte, die wir veröffentlichen, sind folgendermassen kodifiziert: Eingeklammert [ ] steht die Seite, die dem Auszug entspricht, z.B. [23]. Drei Punkte eingeklammert bedeuten, dass Sprünge oder Auslassungen im Text erfolgen [...], und zwar Abschnitt- oder Satzweise.

Brass Bulletin 55, III / 1986 Seiten 20–21

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