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Die Trompete in den USA

Verschiedene Instrumentenmacher

Teil 6 – Ende

Von Thomas Stevens

Die Trompete in den USA

In den vergangenen Jahren konnten in der Kunst der Trompeten-Herstellung viele positive Entwicklungen beobachtet werden, besonders was die kleineren Instrumente in hoher Tonlage anbetrifft. Aber viele Künstler haben sich beklagt, dass die Basis-Instrumente in B und C mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten haben und den modernen künstlerischen Bedürfnissen dieses Berufs nicht mehr gerecht werden. Viele Spieler, einschliesslich des Schreibenden, haben sogar zahllose Stunden damit verbracht, ihre Instrumente irgendwie zu verbessern — ein Unterfangen, das von unterschiedlichem Erfolg gekrönt war. Seit ungefähr einem Jahr haben Einzelne und gewisse Gesellschaften ernsthaft damit begonnen, sich dieses Problems anzunehmen. Die Vincent Bach Corporation unter der technischen Leitung von Lloyd Fillio ist daran, neue Instrumente zu entwickeln und für die Standard-Modelle Verbesserungen zu erarbeiten. Scott Lasky arbeitet mit den Mitgliedern der Trompeten-Sektion der Chicago Symphony zusammen. Unter Laskys Händen entsteht eine neue Generation von Schilke «C»-Trompeten, deren Prototypen viele der amerikanischen Spitzenmusiker sehr beeindruckt haben. Und die Yamaha Corporation unter Yoshihiro Kaji hat mit einer Anzahl von Amerikanern zusammengearbeitet sowie mit Angehörigen anderer Nationalität und bemüht sich natürlich ebenfalls, Instrumente von hoher künstlerischer Qualität zu entwickeln.

Im weiteren gibt es drei wenig bekannte, jedoch sehr wichtige amerikanische Techniker, die den heutigen Trompetern einen unschätzbaren Dienst erweisen, indem sie die einzigartigen abgeänderten Mundrohre für bereits bestehende Instrumente anliefern. Der grosse Erfolg, den diese Techniker erreicht haben, spricht dafür, dass man die Trompeter weltweit auf ihre Arbeit aufmerksam machen soll.

David Monette (Box 5081, Bloomington, Indiana, USA 47402) hat mit Hilfe mehreren führenden amerikanischen Trompetern Mundrohre für B- und C-Trompeten entworfen. Er stellt nun auch ganze Instrumente her. Die C-Rohre haben die Länge des B-Typs, und benötigen oben ein zusätzliches Stimmröhrchen. Das B-Rohr hat bereits seinen endgültigen Zustand erreicht. Diese Rohre erzeugen einen sehr klaren, zentrierten und ausgeglichenen Klang in allen Tonlagen. Vor kurzem erzeugte Monette auch «C» und «B» Trompeten. Charles Schlueter vom Boston Symphony Orchestra hat in letzter Zeit auf einer Monette «C» Trompete gespielt.

Bob Malone (Bob Malone’s Brass Technology, Minick’s Music Company, 2484 South Sepulveda Blvd., Los Angeles, California, USA, 90064) stellt Mundrohre her, welche in der äusseren Hülse einen Stimmzug aufweisen, der auf ein längeres Rohr aufmontiert ist. Daraus ergibt sich eine ausgeglichene Ansprache vom B-Typus in allen Tonlagen, wobei eine Verbesserung der Intonation beobachtet werden kann. Wenn man es zum Beispiel auf eine Bach C-Trompete aufsteckt, so wird der Ton leicht höher und klarer als mit einem herkömmlichen Bach-Rohr. Dieses Produkt bietet weniger Widerstand als das Monette-Rohr, und die Klangdichte ist entsprechend geringer.

Clifford Blackburn (3602 Johnston Way, Louisville, Kentucky, USA, 40220) ist der Mann, der die berühmten «Louisville»-Rohre für Piccolo-Trompeten entwickelt hat. Punkto Länge ist sein Rohr-Modell 1B für C-Trompete dem Bach 25A-Rohr sehr ähnlich, aber es weist eine verbesserte Ansprache und Intonation auf und ist eindeutig leichter zu spielen; ich bin überzeugt, dass hier jeder zustimmen würde, der normalerweise das 25A benützt.

Vor vielen Jahren erstand William Vacchiano vom New York Philharmonic Orchestra eine Bach D-Trompete, die viel zu hoch spielte. Als er sich darüber bei Vincent Bach beklagte, antwortete ihm dieser auf seine unnachahmliche Art, dass Vacchiano eben nicht wisse, wie man das Instrument richtig spiele! So legte Vacchiano das Instrument in einen Kasten, ohne es weiter zu spielen. Zwanzig Jahre später entdeckte er dann, dass das Instrument unkorrekterweise mit einem Es-Trompeten Mundrohr ausgestattet worden war!

Seit jener Zeit sind wir ein weites Stück Wegs gegangen, und es scheint, dass wir nun am Anfang einer neuen Ära stehen, einer Ära, in der die Instrumentenbauer bereitwilliger mit uns zusammenarbeiten in unserem Streben nach besseren Instrumenten.

Brass Bulletin 43, III / 1983 Seiten 67–68

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