Brass Bulletin 42, II / 1983 Seite 32–35 · 2 Min. Lesezeit

Die Blechbläsergruppe des New Zealand Symphony Orchestra

Die Blechbläsergruppe des New Zealand Symphony Orchestra

Die Blechbläsergruppe des New Zealand Symphony Orchestras ist eine internationale Gruppe. Der erste Trompeter Albert «Fuzzy» McKinnon kam Mitte der Sechzigerjahre aus Pennsylvanien und wurde Gordon Webbs Nachfolger, ohne dass er viel von Neuseeland wusste, ausser dass es existierte. Jetzt ist er Bürger von Neuseeland. Der zweite Stimmführer Gilbert Evans, der dem Orchester ungefähr zur gleichen Zeit beitrat, war Mitglied der 1962 National Band of New Zealand und hörte sein erstes volles Konzert an den Promenaden-Konzerten in der Albert Hall. Michael Gibbs (stellvertretender Stimmführer) wanderte 1950 mit seiner Familie aus Gloucestershire aus und trat dem Orchester im Jahre 1953 bei. Der Australier George Duncombe unternahm mit Theatergruppen so zahlreiche Tourneen durch Neuseeland, dass er sich 1965 ganz dort niederliess.

Wenn man die Jahre zusammenzählt, so spielen die drei Posaunisten schon seit über siebzig Jahren im Orchester! John McIvor (Stimmführer) wurde 1954 Mitglied, nachdem er mit der National Band of New Zealand während fast achtzehn Wochen täglich 1 1/2 Aufführungen spielte; zur Zeit der Krönung von Königin Elisabeth II im Jahre 1953 führte die Band diese Tournee durch England durch. Tom Shanahan (stellvertretender Stimmführer) begann sich zum Lehrer auszubilden. Aber 1951 trat er stattdessen dem Orchester bei, und abgesehen von einem vierjährigen Unterbruch ist er dabei geblieben. Während diesen vier Jahren studierte er stundenweise an der Royal Academy, war Gehilfe eines Lastwagenführers, baute (mit der Hilfe anderer) in Kanada nördlich des Polarkreises eine Radar-Verteidigungslinie auf, war Matrose und schälte Kartoffeln auf der Queen Elizabeth. Er ist ein sehr bekannter Photograph. Neil Dixon (Bassposaunist) war ebenfalls Mitglied der 1953 National Band. Als er wieder in Neuseeland war, wollte er, statt als Mechaniker zu arbeiten, weiterhin musizieren. Er trat dem Orchester 1956 bei. Gerne segelt er mit seinem 12 Meter langen Boot in den Marlborough Sounds und von Wellington, dem Sitz des Orchesters, aus über den Cook Strait.

(l. nach r.) Heather Clark (principal), Bob Burch, Ed White, Zoe Schaffer

(l. nach r.) Heather Clark (principal), Bob Burch, Ed White, Zoe Schaffer

Hauptbild (r. nach l.): Heather Clark (principal), Bob Burch, Ed White, Zoe SchafferKleines Bild (l. nach r.): Albert MacKinnon (principal), George Duncombe (3rd), Mike Gibbs (2nd), Gilbert Evans (co-principal)

Hauptbild (r. nach l.): Heather Clark (principal), Bob Burch, Ed White, Zoe Schaffer

Kleines Bild (l. nach r.): Albert MacKinnon (principal), George Duncombe (3rd), Mike Gibbs (2nd), Gilbert Evans (co-principal)

Ken Young (Tubist) begann mit sieben Jahren das Kornett zu spielen. 1975 ging er als Schlagzeuger mit dem neuseeländischen Jugendorchester im Ausland auf Tournee. Auf der Tournee begegnete er seiner zukünftigen Frau, kaufte sich eine Tuba und begann sie zu studieren. Er ist auch Komponist und hat für das Neuseeländische Blechbläserquintett ein Werk in vier Sätzen geschrieben; das Neuseeländische Blechbläserquintett setzt sich aus ihm und weiteren Orchestermitgliedern zusammen.

Als diese Photographien aufgenommen wurden, war Heather Clark erste Hornistin. Sie hatte in New York und London studiert und im Liverpool Philharmonic Orchestra gespielt, bevor sie Mitglied des NZSO wurde. Im Februar verliess sie das Orchester, um zu ihrem Mann auf ihre Farm zu ziehen. Bob Burch, zweiter Hornist, gehört dem Orchester seit 1954 an. Dritter und vierter Hornist(in), Ed White und Zoe Schaffer, sind beide Amerikaner und wurden 1967, bzw. 1975 Mitglieder des Orchesters. Zoes Ehemann ist der Konzertmeister des Orchesters.

Im Jahre 1947 gab das NZSO sein erstes Konzert, und die Kritiker sagten, dass es lediglich für ein weiteres Jahr existieren würde. Heute gibt es in einem Land von der Grösse Grossbritanniens mit einer Bevölkerung von nur gerade etwas über drei Millionen über achtzig Konzerte im Jahr und macht daneben noch zahlreiche Aufnahmen. Es ist von folgenden Dirigenten, unter vielen anderen, geleitet worden: Warwick Braithwaite, James Robertson, John Hopkins, John Matheson, Sir Charles Groves, Diego Masson, Kurt Sanderling, Ron Goodwin, Igor Stravinsky und Sir William Walton.

(Wir danken der Zeitschrift Concert Pitch und Tom Shanahan für die Informationen und Tom Shanahan für die Photographien.)

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