BrassBulletin

Internationales Magazin für Blechbläser

Brass Bulletin 32, IV / 1980 (Seite 75–78) · 3 Min. Lesezeit
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Blechbläserausbildung in Australien

Mit internationalen Dozenten, Seminaren und neuen Impulsen begann sich Ende der 1970er Jahre eine eigenständige australische Blechbläserkultur zu entwickeln.

Australiens unfeine gesellschaftliche Anfänge, seine geographische Abgeschiedenheit und die grossen Entfernungen zwischen den einzelnen Siedlungen dürften weitgehend dafür verantwortlich sein, dass es in Australien keine nationale Schule des Spiels auf Blechblasinstrumenten gibt. Früher reisten australische Musiker, sobald sie einen gewissen Grad von technischer Fertigkeit erlangt hatten, nach Übersee, um dort ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu erweitern. Jazzmusiker gingen in die USA und Orchestermusiker nach Europa, um die grosse europäische Tradition aus erster Hand kennenzulernen.

Dies rührte daher, dass kaum Kontakt mit überseeischen Musikern bestand und es den australischen Orchestern an erstklassigen Dirigenten mangelte, welche ihnen stilistische und interpretatorische Feinheiten beibringen konnten. Zwar haben viele grosse Dirigenten unsere Gestade besucht, doch waren ihre Gastspiele zu kurz und zu selten, um grössere Einflüsse auszuüben. Viele australische Musiker zogen es vor, im Ausland zu bleiben und Ensembles von etabliertem Niveau beizutreten, statt zurückzukehren und die Mühsal auf sich zu nehmen, neuen künstlerischen Ansprüchen den Weg zu ebnen.

Gewiss gab es australische Musiker, die in heimatlichen Orchestern blieben und es durch Talent und harte Arbeit zu Virtuosen eigener Prägung brachten, doch waren ihrer nie genug, um landesweite Wirkung zu erzielen. Die grossen Entfernungen innerhalb Australiens hatten auch zur Folge, dass der Einfluss dieser Musiker regional beschränkt war, da bis vor kurzem zwischen Musikern und Ensembles in verschiedenen Gliedstaaten nur minimaler Kontakt bestand.

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